Nahrungsmittel-Aktien: Der Krise trotzen

Diese Titel federn die Börsenschwächen ab | 03.04.2020

BÖRSE ONLINE

Eine Analyse von BÖRSE ONLINE,
Martin Hintze | Werbemitteilung

Erinnern Sie sich an Abraham Maslow? Der amerikanische Psychologe wurde vor allem bekannt durch die Darstellung der nach ihm benannten Bedürfnispyramide. Den breiten Sockel bilden dabei die Grundbedürfnisse, die zum Erhalt des menschlichen Lebens unverzichtbar sind – Schlaf, Fortpflanzung, Wasser, Nahrung … Kein Wunder also, dass ein Mantra vieler Freunde defensiver Aktien lautet: „Gegessen wird immer.“ Das bedeutet: Die Hersteller von Nahrungsmitteln haben stets Konjunktur, denn der Bedarf ist immer vorhanden.

Dass diese These richtig ist, belegt auch der Blick auf die Lebensmittelbranche in Krisenzeiten – etwa nach dem Platzen der Dotcom-Blase in den Jahren 2000 und 2001 oder beim Finanzcrash 2008. Stets hielten sich die Titel vergleichsweise gut und starteten nach dem Ende der jeweiligen Krise auch besonders erfolgreich wieder durch. Von Krisengewinnern zu sprechen wäre aber verfehlt. Denn im Gegensatz zu konjunktursensiblen Zyklikern, die zwar stärker einbrechen, sich dafür aber auch deutlicher erholen können, gelten Lebensmittelaktien als eher langweilig. Das allerdings ist in schwierigen Zeiten von vielen Anlegern durchaus gewünscht.

Dosensuppen und frisches Essen

Nicht erst seit Andy Warhol sind die Dosensuppen des US-Konzerns Campbell Soup bekannt. Die Lebensmittel-Spezialisten aus Camden in New Jersey haben eben eine Phase der Restrukturierung abgeschlossen und sich insbesondere von internationalen Tochtergesellschaften getrennt. Zum Beispiel wurde das europäische Geschäft mit Kartoffelchips abgestoßen. Die Erlöse – insgesamt rund drei Milliarden US-Dollar (gut 2,7 Milliarden Euro) – hat das Management in erster Linie dazu verwendet, um Schulden zu tilgen. Ironie des Schicksals: Die Sparte „Meals & Beverages“ schwächelte zuletzt aufgrund der sinkenden Nachfrage nach Fertigsuppen. Das dürfte sich mit Blick auf die Hamsterer in der Corona-Krise ändern. Ob es auch bei den regelmäßigen Quartalsdividenden bleibt, ist derzeit nicht abzusehen. Ende April schüttet Campbell wieder einmal Gewinne aus – wie schon seit 1980 in ununterbrochener Folge.

Eine erstaunliche Erfolgsstory hat HelloFresh hingelegt. Nach verschiedenen Kapitalerhöhungen lag der geschätzte Wert des Unternehmens bereits vier Jahre nach Gründung bei 2,6 Milliarden Euro. Im November 2017 erfolgte der Gang an die Börse, mittlerweile sind die Berliner in den MDax aufgerückt. HelloFresh liefert Kochboxen aus, in denen Rezepte für meist saisonale und regionale Gerichte samt der Zutaten enthalten sind. Nur zubereiten müssen die Empfänger ihr Essen selbst. Experten meinen: Im Zuge der um sich greifenden Viruskrise gilt HelloFresh als einer der großen Gewinner. Das Unternehmen biete eine „Bleib-zuhause“-Aktie, wie etwa Barclays-Analyst Julien Roch sagt. Mit der Mischung aus Nahrungsmitteln und Technologie sind die Titel attraktiv für viele Anleger, die auf beide Welten setzen möchten. Kein Wunder, dass sich der Aktienkurs trotz Krise auf Rekordniveau bewegt.

Zwei Giganten

Zu den ganz Großen der Branche zählt der Schweizer Konzern Nestlé. Mark Schneider, Nestlé-Chef, beschwor jüngst seine Belegschaft, sie möge sich „auf den Sturm gefasst“ machen. Die Boston Consulting Group rechnet damit, dass sich die Lebensmittelhändler und damit auch die Hersteller über mehrere Wochen auf zehn bis 15 Prozent höhere Umsätze einstellen müssen. Entsprechend laufen die Nestlé-Werke unter Volllast. In einer Erklärung teilte das Unternehmen aus Vevey mit, seine Mitarbeitenden arbeiteten unermüdlich daran, die Versorgung zu sichern.

Konkurrent Danone, der seinen Hauptsitz in Paris hat, litt zuletzt unter kritischen Bewertungen durch Analysten. So notierte Experte Fulvio Cazzol von der Privatbank Berenberg, die europäische Nahrungsmittelbranche habe im Zuge der Corona-Krise seit Jahresanfang bislang rund 19 Prozent an Wert eingebüßt und damit im Branchenvergleich am besten abgeschnitten. Allerdings könnten die Gewinne für 2020 und 2021 niedriger ausfallen als ursprünglich prognostiziert. Etwas optimistischer zeigt sich das Analysehaus RBC. Dessen Analysten rechnen für 2021 mit erholten Umsätzen bei leicht niedrigeren Gewinnen als Folge von Währungsschwankungen.

Knusprige Cerealien

Frühstücksflocken aus Michigan – da denkt jeder an Kellogg. Ähnlich wie Campbell stellt sich das Unternehmen neu auf, ist allerdings noch nicht ganz so weit. Das schlägt sich im Aktienkurs nieder. Kellogg will künftig auf wachstums- und margenstarke Snacks mit geringem Zuckeranteil und auf Tiefkühlkost setzen. In diesem Markt sind in den nächsten Jahren laut Beobachtern 5,3 Prozent jährliches Wachstum zu erwarten. Zudem setzen die Amerikaner mehr denn je ihren Fokus auf das Thema Gesundheit, etwa mit weitgehend biologisch angebautem Getreide. Mittel- bis langfristig ist die Story des Konzerns damit intakt.

Mondelez ist vielen Anlegern noch kein Begriff, dabei haben die Amerikaner 2019 einen Umsatz von rund 26 Milliarden US-Dollar verbucht. Der Konzern ging 2012 aus Kraft Foods hervor, zum Portfolio gehören Marken wie Milka, Toblerone, TUC oder Oreo und ist laut Fortune Global 500 die Nummer Fünf der Branche. Obwohl Mondelez in erster Linie Snacks und Süßigkeiten vertreibt, sollen mehr und mehr gesunde Naschereien für Zwischendurch auf dem Programm stehen. Analysten weisen zudem darauf hin, dass die Markenbildung mittlerweile positive Ergebnisse zeigt.

Alternative Food-Fonds

Nahrungsmittel-Aktien könnten Anlegern helfen, besser durch die Krise zu kommen. Investoren sollten dabei beachten, dass sie sich mit Schweizer oder amerikanischen Titeln neben dem allgemeinen Kursrisiko auch ein Währungsrisiko ins Depot holen. Und wer nicht auf Einzeltitel setzen mag, der findet Schmackhaftes auch auf dem Fondsmarkt, etwa den DWS Concept GS&P Food (ISIN DE0008486655) oder den ETF iShares Stoxx Europe 600 Food & Beverage (ISIN DE000A0H08H3).

Investment-Beispiele Aktien:

Campbell Soup***

ISIN

US1344291091

Aktueller Kurs

43,31 €

KGV* (2020)

18,9

Gewinn/Aktie (2020**)

2,21 €

Dividende (2020**)

1,27 €

Dividendenrendite (2020**)

3,1 %

Danone

ISIN

FR0000120644

Aktueller Kurs

55,96 €

KGV* (2020)

15,0

Gewinn/Aktie (2020**)

3,76 €

Dividende (2020**)

2,14 €

Dividendenrendite (2020**)

3,8 %

HelloFresh

ISIN

DE000A161408

Aktueller Kurs

30,32 €

KGV* (2020)

89,3

Gewinn/Aktie (2020**)

0,33 €

Dividende (2020**)

0,00 €

Dividendenrendite (2020**)

0,0 %

Kellogg

ISIN

US4878361082

Aktueller Kurs

56,25 €

KGV* (2020)

16,0

Gewinn/Aktie (2020**)

3,45 €

Dividende (2020**)

2,10 €

Dividendenrendite (2020**)

3,8 %

Mondelez

ISIN

US6092071058

Aktueller Kurs

46,19 €

KGV* (2020)

19,2

Gewinn/Aktie (2020**)

2,29 €

Dividende (2020**)

1,06 €

Dividendenrendite (2020**)

2,4 %

Nestlé

ISIN

CH0038863350

Aktueller Kurs

95,95 €

KGV* (2020)

23,6

Gewinn/Aktie (2020**)

3,99 €

Dividende (2020**)

2,62 €

Dividendenrendite (2020**)

2,8 %

*KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis; ** Prognose; *** Geschäftsjahresende 31.7.; Fremdwährungen umgerechnet in Euro; Stand: 03.04.2020

Autor: Martin Hintze


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