Mein letzter Wille

Wie das Erbe in die richtigen Hände gelangt | 27.05.2013

Nachlass


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Eigentlich ist alles geregelt. Jetzt muss es nur noch schriftlich fixiert werden. Doch halt: Von wem erbt eigentlich ein uneheliches Kind? Und wie sieht es mit der ungeliebten Schwiegertochter aus? Kann sie wirklich Familienerbin werden? Die Antworten finden Sie hier.

Nicht ehelich, nicht erbberechtigt?

Grundsätzlich gilt: Nichteheliche Kinder sind ehelichen Kindern vollständig gleichgestellt. Allerdings muss die Vaterschaft eindeutig erwiesen sein. Probleme gibt es also dann, wenn die Mutter noch einmal heiratet und der neue Mann die Vaterschaft des Kindes anerkennt. Stirbt der leibliche Vater, geht das Kind nämlich leer aus, da es – juristisch gesehen – das Kind eines anderen Mannes ist. Was aber passiert, wenn das leibliche Kind das Haus des Vaters trotzdem erben will oder soll? Dann fangen die Mühlen des Gesetzes zu mahlen an. Zunächst muss das Kind die Vaterschaftsanerkennung des "neuen" Vaters anfechten. Das aber kann es – wie übrigens auch die Mutter als gesetzliche Vertreterin – nur innerhalb einer zweijährigen Frist. Entscheidend für diese Frist ist der Tag, an dem das Kind erfährt, dass sein Vater nicht der leibliche Vater ist. Ist das Kind zu diesem Zeitpunkt noch minderjährig, zählt der Tag der Volljährigkeit. Ist es volljährig, beginnt die Frist sofort. Damit die Anfechtung der Vaterschaft tatsächlich wirksam ist, muss der Erzeuger seinerseits die Vaterschaft anerkennen. Sobald die notarielle oder beim Standesamt beurkundete Vaterschaftsanerkennung vorliegt, ist das Kind erbberechtigt. Und was passiert, wenn der leibliche Vater die Vaterschaft nicht anerkennen will? Dann kann sie noch gerichtlich festgestellt werden. Doch das ist eine andere Geschichte.

Erb-Aus für die Schwiegertochter

Mit den Schwiegertöchtern (und Schwiegersöhnen) ist es manchmal so eine Sache. Wenn man nicht aufpasst, haben sie sich in null Komma nichts nicht nur das Kind, sondern – im Todesfall desselben – auch das Familienerbe unter den Nagel gerissen. Fakt ist: Stirbt ein Mensch, hat zunächst einmal der Ehegatte ein gesetzliches Erbrecht. Wer verhindern möchte, dass das Familienerbe nach dem Tod der Kinder in die Hände der ungeliebten Schwiegertochter oder des ungeliebten Schwiegersohns fällt, sollte in seinem Testament Folgendes berücksichtigen:

  • Setzen Sie Ihre Kinder als Vorerben und Ihre Enkel als Nacherben ein. So sind beide Parteien Erben desselben Erblassers und derselben Erbschaft.
  • Wer als Vorerbe eingesetzt wird, verwaltet also das Erbe für die eigenen Kinder. Das heißt: Die Ehepartner Ihrer Kinder sind als potenzielle Erben außen vor.
  • Übrigens: Auch auf die Verwertung des geerbten Vermögens haben Sie einen Einfluss. Sie können nämlich festlegen, dass Ihre Kinder zwar die Mieteinnahmen aus dem geerbten Haus bekommen sollen, das Haus aber nicht verkaufen oder mit einer Hypothek belasten dürfen. So bleibt Ihr Nachlass weitestgehend erhalten. Und Ihre Schiegertochter oder Ihr Schwiegersohn? Gehen auch nach dem Tod Ihres Kindes leer aus – zumindest was das Familienerbe betrifft.

Wer bekommt die Lebensversicherung?

Mit dem Geld der Lebensversicherung können Ehegatten eher nicht rechnen – auch wenn das im Testament genauso fixiert ist. Entscheidend für die Auszahlung der Lebensversicherung ist ausschließlich, was im Versicherungsvertrag angegeben ist. Schauen Sie sich diesen Vertrag – vor allem nach einer Scheidung – noch einmal genau an. Und wenn dort noch die Jugendliebe Ihres Ehepartners als bezugsberechtigt eingetragen ist, lassen Sie das ändern. Denn ansonsten bleibt Ihnen nur noch der Gang vors Gericht.


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