Dübellöcher, Wandfarben & Co.

Wann müssen Mieter Schadenersatz zahlen? | 19.09.2019

Schadenersatz Mieter

Tiefe Kratzer im Parkett und Brandlöcher im Teppich: Beim Auszug kommen oft einige Schäden ans Tageslicht. Wofür müssen Mieter aufkommen? Ein Überblick.

Wenn Mieter aus einer Wohnung ausziehen, kommt es nicht selten mit Vermietern zum Streit: Wer haftet für die sichtbaren Kratzspuren auf dem Parkettboden? Und muss der Mieter für die Beseitigung der Löcher in den Badfliesen aufkommen? Wann Mieter beim Auszug zahlen müssen – und wann nicht.

Was sind Schönheitsreparaturen?

Schönheitsreparaturen umfassen laut Mieterschutzbund Berlin:

  • das Tapezieren, Anstreichen oder Kalken der Wände und Decken
  • das Streichen der Heizkörper und der Fußböden
  • das Streichen der Innentüren, Außentüren und Fenster von innen

Wann Mieter zu Schönheitsreparaturen verpflichtet sind:

Zuerst müssen Mieter in den Mietvertrag schauen und untersuchen, ober er eine Klausel zu Schönheitsreparaturen enthält. Aber: Nicht immer sind solche Klauseln wirksam. Zum Beispiel dann, wenn dem Mieter vorgeschrieben wird, dass er alle drei Jahre streichen muss. „Hier kommt es auf einzelne Formulierungen an. Ein Laie kann gar nicht sehen, ob die Klausel wirksam ist oder nicht. Das muss sich ein Fachmann ansehen“, empfiehlt Anja Franz vom Mieterverein München. Enthält der Mietvertrag eine unwirksame Klausel, kann der Mieter in Sachen Renovierung die Beine hochlegen. Das gilt auch, wenn er die Wohnung unrenoviert übernommen hat.
 
Thema „Fachgerechte Ausführung“: Die gute Nachricht – wer zu Schönheitsreparaturen verpflichtet ist, muss nicht zwangsläufig einen Fachbetrieb einschalten, sondern kann die Arbeiten selbst erledigen. Doch nicht immer sind die Vermieter mit den Schönheitsreparaturen zufrieden. Dafür, was eine fachgerechte Ausführung ist, gebe es laut Julia Wagner vom Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland keine eindeutige Definition. „Es ist ratsam, miteinander zu reden und das Problem gütlich zu lösen, statt auf Schadenersatz zu pochen“, rät sie.
 
Achtung beim Balkon: Wird dieser eigenmächtig gestrichen, müssen Mieter im Zweifel Schadenersatz zahlen. Denn Balkone gehören zum Außenbild des Gebäudes – und dafür ist der Vermieter verantwortlich.

Streitthema: Dübellöcher

Beim Thema Dübellöcher sind sich viele Mieter unsicher: Wie viele Löcher dürfen sie überhaupt bohren? Und was ist mit der Befestigung an Bad- und Küchenfliesen? „Es kommt häufig auf den Einzelfall an. Es gibt zwar viele Urteile zu diesem Thema, aber keine einheitliche gesetzliche Regelung“, sagt Franz vom Mieterverein München. Sie rät: Wenn möglich, lieber in die Fugen statt in die Fliesen bohren – das lässt sich leichter wieder reparieren. Grundsätzlich sei jedoch alles erlaubt, was sich im Rahmen bewegt. Eine Maximalanzahl, wie viele Löcher die Mieter bohren können, dürfen Vermieter im Normalfall nicht vorgeben. So sollte es etwa kein Problem sein, ein Regal im Wohn- oder Badezimmer anzubringen. Wer jedoch ohne erkennbaren Nutzen Löcher in die Fliesen bohrt, ist schadenersatzpflichtig. Zu diesem Urteil kommt das Landgericht Göttingen (Az.: 5 S 106/88).

Kratzer im Parkettboden

Kratzer im Parkett sind nicht nur unschön, sondern können auch teuer werden. Aber wann haften Mieter für die Schäden im Boden? „Es ist ganz normal, dass ein Parkettboden mit der Zeit abgenutzt wird“, sagt Wagner von Haus & Grund Deutschland. So gehören beispielsweise Kratzer unter den Stühlen bis zu einem gewissen Grad zur vertragsmäßigen Nutzung. Auch das Amtsgericht Frankfurt am Main entschied, dass oberflächliche Kratzer im Alltag fast unvermeidlich sind (Az.: 33 C 710/14 (51). Laut Stiftung Warentest müssen Mieter beim Auszug weder das Parkett abschleifen, noch neu versiegeln. Doch sobald der Fußboden über den normalen Gebrauch hinaus beschädigt werde, etwa durch Weinflecken oder Brandlöcher, hafte der Mieter.

Rauchen: Vergilbte Wände

Grundsätzlich ist es erlaubt, in der angemieteten Wohnung zu rauchen (Az.: VIII ZR 124/05). Doch was, wenn ein strenger Geruch zurückbleibt? Das Amtsgericht Magdeburg entschied: Kann die Wohnung so nicht weiter vermietet werden, weil der Teppich zu sehr stinkt, muss der Mieter einen neuen Teppichboden bezahlen (Az.: 17 C 3320/99). Und laut BGH gilt: Wenn einfaches Streichen die vergilbten Wände und den Geruch nicht beseitigt, muss der Mieter zahlen (Az.: VIII ZR 37/07).

Was bedeutet „besenreine Reinigung“?

Wer auszieht, muss die Bleibe blitzeblank hinterlassen – oder? „Die Wohnung sollte grundsätzlich schon gereinigt werden“, sagt Mietexpertin Franz. In der Regel sei im Mietvertrag von einer „besenreinen Übergabe“ die Rede. Ob die Fensterreinigung dazugehört, sei einzelfallabhängig. Die Mietexpertin rät: Sind die Fenster vergilbt, sollten sie geputzt werden. Übertreiben müssen es Mieter in Sachen Reinigung jedoch nicht: Statt den Teppich mit einem Dampfstaubsauger zu bearbeiten, reicht auch ein normales Saugen der Räume.

Fazit: Wann Mieter Schadenersatz zahlen müssen

Wann Mieter Schadenersatz zahlen müssen und was unter den normalen Gebrauch der Wohnung fällt, kann nicht immer eindeutig beantwortet werden. Oft steckt der Teufel im Detail und ist wie so oft: Ermessenssache. Doch übergibt ein Mieter beispielsweise die Wände knallbunt oder mit Dübellöchern übersät, kann er davon ausgehen, dass eine Grenze überschritten ist: Dann ist er zu Schadenersatz verpflichtet (Az.: ZR 41612).

Autor: ING


Ihre Meinung

Kommentare (2)


Kommentare

Inge

26.09.2019

Der Artikel enthält kaum eindeutige Aussagen und ist daher ziemlich nutzlos.


Michael

24.09.2019

Bei diesem "eindeutigen" Ratschlag ist die Zeit zum Lesen zu schade. Solche Artikel ärgern mehr als dass sie helfen.
Gruß
Michael