Anlegen, aber nachhaltig

Investieren mit gutem Gewissen | 06.06.2019

Nachhaltig investieren

© Erikona – istock.com

Grüne und nachhaltige Kapitalanlageformen gewinnen an den internationalen Märkten immer mehr an Bedeutung. Gerade die jüngere Generation der sogenannten Millennials, die in den frühen 1980er Jahren bis in die späten 1990er Jahre geboren wurden, findet in Zeiten des Klimawandels zunehmend Gefallen daran, ihr Kapital nicht nur möglichst gewinnbringend einzusetzen, sondern dabei auch noch etwas für Mensch, Tier und Umwelt zu tun. Im Rahmen einer Studie unter 22.000 Anlegern in 30 Ländern gaben 64 Prozent der Befragten dem Vermögensverwalter Schroders gegenüber an, den Anteil nachhaltiger Investments in ihren Portfolios in den vergangenen fünf Jahren gesteigert zu haben.

Angesichts des zunehmenden Anlegerinteresses bekommt das Thema Nachhaltigkeit auch auf Unternehmensseite immer mehr Aufmerksamkeit. Regelmäßig berichten Aktiengesellschaften inzwischen über Initiativen und ihr Engagement in diesem Bereich. Für Investoren, die ihr Depot möglichst nachhaltig ausrichten möchten, bieten diese Unternehmensberichte eine gute Grundlage für die Anlageentscheidung. Wer sich nicht die Mühe eines eigenen Auswahlprozesses machen möchte, setzt auf Investmentfonds, bei denen ethische, ökologische oder soziale Maßstäbe für die Aktienauswahl gelten, so wie sie beispielsweise 2015 im Rahmen der Formulierung der „UN-Agenda 2030“ definiert wurden. Zu den 17 Zielen der Agenda für eine nachhaltige Entwicklung zählen etwa der Umweltschutz, der Stopp des Klimawandels oder die weltweite Bekämpfung der Armut.

Kriterien für nachhaltige Investments

Weil allgemeingültige Nachhaltigkeitskriterien für Anlageprodukte bislang nicht klar definiert sind, unterscheiden sich die jeweiligen Investmentansätze zum Teil allerdings ganz erheblich. So setzen einige Fonds im Rahmen eines Best-in-Class-Ansatzes auf Unternehmen, deren Ausrichtung und Handeln sich im Branchenvergleich als besonders nachhaltig gezeigt hat. Andere Anlagekonzepte setzen auf das Ausschlussprinzip und verzichten auf ganze Branchen, wobei auf der „Black List“ häufig Unternehmen aus der Rüstungs- und Waffenindustrie, Tabakkonzerne oder Gesellschaften aus Bereichen wie Gentechnik oder Glücksspiel landen. Nicht nur über Fonds, auch mit ETFs und Zertifikaten, die das Thema Nachhaltigkeit meist durch das Abbilden der Nachhaltigkeitsindizes großer Indexanbieter wie MSCI oder Solactive abdecken, lässt sich das Thema Nachhaltigkeit im Depot umsetzen.

Nachhaltigkeit und Rendite schließen sich nicht aus

Bei allem Idealismus müssen sich nachhaltige Investments natürlich auch an der Rendite messen lassen. Zwar lassen sich allein anhand historischer Wertentwicklungen keine verlässlichen Rückschlüsse auf die künftige Entwicklung von nachhaltigen Investitionen ziehen. Verschiedene Auswertungen in den vergangenen Jahren zeigen jedoch, dass nachhaltiges Investieren nicht zulasten des Anlageergebnisses gehen muss. So hat eine bereits 2015 aus 200 akademischen Studien erstellte Metastudie der Universität Oxford die Bedeutung von Nachhaltigkeitskriterien für den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen und Kapitalanlagen unterstrichen. Bei 88 Prozent der Studien wurde ersichtlich, dass Unternehmen mit einer guten Nachhaltigkeitsperformance auch wirtschaftlich erfolgreicher sind. Acht von zehn Studien haben außerdem gezeigt, dass der Aktienkurs von Unternehmen durch gute Nachhaltigkeitsleistungen positiv beeinflusst wird.

Autor: ING-DiBa AG


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Kommentare (5)


Kommentare

Angel

18.07.2019

Die einzige detaillierte Beschreibung / Aufschlüsselung von nachhaltigen Fonds hat m.W. die Stiftung Warentest gemacht. Bei der DiBa kann man die nachhaltigsten nicht erwerben, ich habe das schon am Telefon mehrfach kritisiert.


ING

16.07.2019

Hallo zusammen,

wir müssen uns entschuldigen: Ihre Kommentare sind uns tatsächlich leider "durchgerutscht".

@alex warner: Ihre Frage ist durchaus berechtigt! Wir laden daher - wie sonst natürlich auch - gerne alle Mitlesenden ein, diesen Aspekt zu diskutieren.

@Mirco: Eine konkrete Empfehlung können wir Ihnen leider nicht geben. In unseren Produktsuchen auf der Homepage können Sie sich aber z.B. alle ETFs oder Fonds des Themas "Ökologie/Nachhaltigkeit" anzeigen lassen.

Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Dr.NO

12.07.2019

Warum gibt es keine Antwort auf die Kommentare von Mirko und Alex.
So sind sowohl die DIBA Artikel als auch der Kundenservice mangelhaft.


Mirco

08.06.2019

Solche allgemeinen Artikel gibt es leider zu hauf. Was leider immer fehlt, auch hier, sind dann konkrete Vorschläge zu Aktien, Aktienfonds und ETF die diesen Kriterien entsprechen.
Entsprechende Auswertungen zu finden ist gar nicht so einfach und hat man sich dann entschieden, gibt es die entsprechenden Fonds - trotz all der vielen Auswahl - bei ING nicht (z.B. FairWorldFond).


alex warner

07.06.2019

guten tag, ich habe eine frage: wenn ich mit einem wertpapier meinen reichtum vergroessere, wie kann dann gleichzeitig die weltweite armut/verarmutung gelindert werden? ich produziere mit meinem wertpapier nichts, schaffe keinen reellen mehrwert, folglich bedeutet ein gewinn zwingend bei jemandem anderen ein verlust ??