Ridesharing

Mit diesen Taxi-Alternativen können Sie Geld sparen │01.07.2019

Ridesharing

In Großstädten gehören Carshing-Autos längst ins Stadtbild. Seit einigen Monaten kommen auch immer mehr Ridesharing-Fahrzeuge dazu. Anbieter wie Moia, Clever Shuttle, Uber, Berlkönig und ioki wollen eine Alternative zu teuren Taxifahrten bieten.

So funktioniert Ridesharing

Das Prinzip ist bei allen Anbietern ähnlich: Die Fahrten werden nach Bedarf per App bestellt. Anfragen für Fahrten in ähnliche Richtungen werden zusammengelegt, sodass mehrere Mitfahrer zusammenkommen. Das heißt: Es gibt keine festen Haltestellen und keine festen Routen, die Fahrer stellen ihre Fahrten immer wieder neu zusammen. Durch die verschiedenen Ziele der Mitfahrer kann es zu Umwegen und längeren Fahrzeiten kommen, dafür ist Ridesharing günstiger als eine normale Taxifahrt. Viele Ridesharing-Anbieter setzen zudem auf Elektro- oder Wasserstofffahrzeuge und möchten so Mobilität umweltfreundlicher machen. Diese Anbieter gibt es bereits:

In verschiedenen Städten aktiv: Clever Shuttle

Clever Shuttle ist bisher in den meisten Städten in Deutschland vertreten: in Hamburg, Berlin, München, Köln, Kiel, Frankfurt am Main, Dresden, Stuttgart und Leipzig. Die Preise variieren an den Standorten und richten sich nach einem gestaffelten Kilometerpreis sowie der Anzahl der Personen. Vom Berliner Hauptbahnhof zum Flughafen Tegel zahlt beispielsweise eine Person 8,56 Euro, zu zweit sind es 10,70 Euro. (Test: Freitag, 12 Uhr) „CleverShuttle ist bis zu 50% günstiger als Taxis“, verspricht das Unternehmen. Die Flotte besteht aus Elektro- und Wasserstofffahrzeugen.

Uber ist ebenfalls beim Ridesharing vertreten

Uber kennen vielen aus den USA. Das Privatfahrer Fahrgäste transportieren dürfen, ist in Europa allerdings nicht rechtens. Daher arbeitet Uber hierzulande mit Mietwagenfirmen, professionellen Fahrern und Taxifahrern zusammen. Abhängig von der Stadt, in der Nutzer die App verwenden, sind derzeit UberX, UberGreen, uberTAXI und UberBLACK verfügbar. Vom Berliner Hauptbahnhof zum Flughafen Tegel kostet ein UberX in unserem Test 15,79 Euro. Ein Ridesharing-Konzept startete das Unternehmen mit UberPOOL – hier lassen sich aber maximal zwei Plätze buchen.

In Hamburg und Hannover: Moia

Moia ist mit speziell entwickelten Elektrofahrzeugen in Hamburg und mit benzinbetriebenen Bullis in Hannover aktiv. „Der Preis für unseren Service berechnet sich aus einem Grundpreis und einem Preis pro Kilometer. Beide sind dynamisch und abhängig vom Wochentag und von der Uhrzeit sowie einigen anderen Kriterien“, erklärt Moia. „Für eine einzelne Person kosten die meisten Fahrten zwischen 5 und 10 Euro.“ Vom Hamburger Hauptbahnhof zum Hamburger Flughafen zahlt in unserer Anfrage (Freitag, 12 Uhr) eine Person 8,66 Euro, 2 Personen 12,99 Euro.

In Berlin: BerlKönig

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben selbst einen Ridesharing-Dienst etabliert: Der „BerlKönig“ fährt mit Vans durch Berlin. Der Grundpreis liegt bei 1,50 Euro pro Kilometer, 4 Euro müssen mindestens gezahlt werden. Zu Stoßzeiten kommt ein Zuschlag von 25% dazu. Auch hier funktioniert die Buchung per App. 80% der BerlKönig-Vans fahren elektrisch.

Ergänzung statt Ersatz: ioki

ioki ist eine Tochterfirma der Deutschen Bahn und will den ÖPNV ergänzen: Ein Team ermittelt den Bedarf an zusätzlichen Mobilitäts-Optionen und entwickelt in Kooperation mit lokalen Verkehrsunternehmen Angebote. Aktuell ist ioki mit Angeboten in den Hamburger Stadtteilen Lurup und Osdorf sowie in Wittlich in Rheinland-Pfalz aktiv. An beiden Standorten arbeiten die Shuttle-Fahrzeuge mit dem ÖPNV zusammen, sodass nur ein geringer Aufschlag auf das übliche ÖPNV-Ticket von 1 Euro in Hamburg bzw. 1,90 Euro in Wittlich gezahlt werden muss. „Es geht nicht darum, dass jemand mit ioki von Zuhause zur Arbeit fährt, sondern von Zuhause zur nächsten S-Bahn-Station und von dort aus weiter in die Innenstadt“, erklärt Judith Weland, stellvertretende Sprecherin Personenverkehr der Deutschen Bahn.

Konkurrenz für Taxen?

Taxiunternehmen sehen in vielen Anbietern eine Konkurrenz und wehren sich mit Protesten und Klagen. Nach einem Beschluss des Verwaltungsgerichts Hamburg kann beispielsweise Moia seine Flotte nicht wie geplant ausbauen, vorerst dürfen nur 200 Fahrzeuge eingesetzt werden – es bleibt abzuwarten, wie es weitergeht. Einige Anbieter wie Uber kooperieren aber auch mit Taxiunternehmen; auch ioki geht diesen Weg, erklärt Judith Weland von der DB. „In Hamburg haben wir eine Kooperation mit einem lokalen Taxiunternehmen, das zu Stoßzeiten einspringt und von uns entlohnt wird.“

Noch ist das Angebot allerdings auf Stadtgebiete beschränkt. „Auch sind nicht alle Dienste sieben Tage die Woche rund um die Uhr verfügbar“, sagt Romy Mothes, Pressesprecherin vom Auto Club Europa (ACE). Damit Ridesharing eine nachhaltige Mobilitätslösung für viele wird, müsse man die On-Demand-Services weiter auszubauen.

Mehr Fahrzeuge auf den Straßen?

Kritiker der neuen Mobilitätskonzepte bemängeln, dass die Anbieter mit ihren Fahrzeugen noch mehr Staus und Verkehr verursachen. Das sieht Mothes vom ACE anders: „Ziel ist es nicht, mehr Fahrzeuge auf die Straße zu bringen – stattdessen soll durch die Bündelung von Einzelfahrten der Straßenraum effizienter genutzt werden“. Sie ergänzt: „Das eigene Auto kann auch mal stehen gelassen werden, stattdessen werden Fahrgemeinschaften gebildet, sodass langfristig weniger Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs sind.“ Ob das klappt, bleibt abzuwarten: „Die Dienste müssen zeigen, dass die Einsparungen höher sind als zusätzliche Fahrkilometer durch Leerfahrten“, sagt Christian Füldner, Pressesprecher der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation in Hamburg. Generell stehen viele Experten den Ridesharing-Angeboten positiv gegenüber. „Etablieren sich diese Dienste, können sie einen Beitrag dazu leisten, die Unabhängigkeit vom eigenen Pkw zu fördern. Wir begreifen sie nicht als Konkurrenz, sondern als sinnvolle Ergänzung zu Bus, Bahn und Taxi“, sagt Füldner.

Autor: ING


Abenteuer erlebt man nicht im Wohnzimmer.

Ihre Meinung

Kommentare (8)


Kommentare

@Walter

09.07.2019

Schlauberger von wegen ÖNV !!!
Heute Termin gehabt...U-Bahn ausgefallen, Trambahnen eingeschränkt gefahren usw.
Nur weil die mehr Geld wollen!!! Und...ich will auch mehr Geld und kann nicht streiken (kleine Firma, keine automatische Gehaltserhöhung, usw.)
Nachfrage nach Gehaltserhöhung...ich wäre schon am äußersten Limit, bin in einer Finanzfirma als kaufmännischer Angestellter.
Alle jammern sie haben kein Geld...auch z.B. Bademeister. Letzter Bericht, Bademeisterin bekommt 2.000 bis 2.200 Euro...somit hat die sogar 100 bis 300 Euro mehr als ich.
Na Klasse !!! Fühle mich verarscht....habe Banklehre und Ausbilderschein.
Bin also auch eine FACHKRAFT


Walter

08.07.2019

Alles ist sinnvoll, was die Abgase im Straßenverkehr reduziert. Ridesharing mit umweltfreundlichen Fahrzeugen könnte von Nutzen sein. Vielleicht würden ja auch Taxi-Unternehmen mehr auf E-Fahrzeuge umsteigen. Um aber die Verkehrssituation in den Städten zu entschlacken, braucht es andere Maßnahmen wie z.B. den ÖNV deutlich preiswerter bis kostenlos anzubieten.


@All

04.07.2019

Der Sch**** Ridesharing - und schon wieder englischer / USA Begriff !!!!
Kommt bestimmt schon wieder aus den USA....

Warum übernehmen wir von denen alles schlechte und Marotten???

Wir sind deutsche, wir sind ein deutsches Volk!!! Wir sollten auch Nationalstolz zeigen und unsere Produkte, Ideen mal voranstellen.


ING

04.07.2019

Hallo @Ridesharing?, ja, dieses Prinzip lässt sich sicher mit einer Fahrgemeinschaft vergleichen. Nur etwas spontaner und zufälliger :-). Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Ridesharing?

03.07.2019

Tschuldigung, wenn ich mich schon wieder blöd anstelle, aber ist das sowas wie eine Fahrgemeinschaft, oder muss ich schon wieder einen neuen Begriff lernen?


Merlin

03.07.2019

Was soll das jetzt? Wollen wir jetzt jeden Beruf / jede Tätigkeit durch eine neue ersetzen?
Dies hat wieder so viele Arbeitslose zur Folge, da nicht jeder umgeschult werden kann oder möchte bzw. nicht die Fähigkeit für eine andere Tätigkeit hat.
Jeder Mensch hat seine stärken und schwächen und wenn wir alles ersetzen, nur weil es machbar oder im Augenblick augenscheinlich machbar und toll ist wird viel zerstört - soziales Gefüge, Gehälter / Verdienste usw.


Dieter

01.07.2019

Bitte wie sieht es mit der Insassenunfallschutzversicherung aus? Und sind damit auch Schäden abgesichert, die bei einem Bremsmanöver oder Unfall ein Fahrgast einem anderen Fahrgast zufügen könnte? Reißt mir jemand meine ständig getragenen Spezialbrille runter und geht die dabei kaputt, dann kriege viele Verursacher einen Schock mit Langzeitwirkung hinsichtlich dem entstandenen gut 5 stelligen Schaden.


Otto

01.07.2019

An die Großstädter wird gedacht - und alle außerhalb der Großstädte werden vergessen. Und ansonsten warte ich auf die erste Streit-Prügelei in so einem Fahrzeug - wo doch derzeit die Anzahl der Egoisten täglich erlebbar explodiert.