Wichtig für Eigentümer und Vermieter

Ohne Energieausweis droht Bußgeld | 30.09.2015

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© Jan Engel – Fotolia.com

Immobilieneigentümer und Vermieter aufgepasst: Ein gültiger Energieausweis in Wohngebäuden ist Pflicht, wenn Sie verkaufen oder vermieten möchten. Andernfalls drohen Geldstrafen.

Ohne Energieausweis in Wohngebäuden wird es womöglich richtig teuer. Seit Mai 2015 drohen Bußgelder von bis zu 15.000 Euro. Wichtig: Wenn Sie einen Energieausweis haben, müssen Sie beim Inserieren Ihrer Immobilie in Zeitungen, Zeitschriften oder im Internet Pflichtangaben machen.

Energieausweis schafft Klarheit

Spätestens zum Besichtigungstermin liegt der Ausweis vor, wobei ein sichtbarer Aushang oder ein Auslegen genügt. Wenn ein Vertrag zustande kommt, erhält der Käufer oder Mieter eine Kopie.

Hintergrund sind Änderungen an der Energieeinsparverordnung (EnEV). Der Gesetzgeber möchte mit dem Energieausweis für noch mehr Klarheit beim Energieverbrauch von Immobilien sorgen.

Energieausweis als Verbrauchsausweis

Wie Sie es von Elektrogeräten kennen, gelten bei einem neuen Energieausweis verschiedene Energieeffizienzklassen – von A+ (sehr sparsam) bis H (am wenigsten sparsam). Interessenten können damit auf einen Blick einschätzen, wie viel Energie Ihre Immobilie ungefähr verbraucht und ob eher hohe oder niedrige Energiekosten anfallen. Ein Vergleich verschiedener Immobilien ist auf diese Weise schnell möglich.

Der positive Nebeneffekt des Energieausweises: Eigentümer erhalten einen Motivationsschub, ihr Angebot für Interessenten attraktiver zu machen. Zum Beispiel durch Investitionen in eine modernere Heizanlage oder eine neue Dämmung.

Zwei Varianten sind möglich: Beim Verbrauchsausweis geben Sie den Energieverbrauch pro Jahr und Quadratmeter an. Beim Bedarfsausweis nimmt ein Fachmann das Wohngebäude unter die Lupe und berechnet dann den Energiebedarf.

Pflichtangaben auf dem Energieausweis

Wenn Sie einen Ausweis haben, müssen Sie in Ihrer Immobilienanzeige in der Regel die Art des Ausweises (Bedarfs- oder Verbrauchsausweis), die Höhe des Energiebedarfs beziehungsweise -verbrauchs, die Heizungsart (Gas, Öl, Strom) und das Baujahr Ihrer Immobilie angeben. Dazu kommt bei ab Mai 2014 ausgestellten Ausweisen noch die Energieeffizienzklasse.

Bei einem nach dem 30. September 2007 und vor Mai 2014 ausgestellten Energieausweis sind leicht abgewandelte Angaben zu machen.
 
Tipp: Kontaktieren Sie einen Energieberater, bevor Sie eine Anzeige schalten. Der Experte sagt Ihnen, was Sie für Ihre Immobilie angeben müssen.

Energieausweise beantragen

Den Energieausweis dürfen Fachleute mit entsprechender Qualifikation ausstellen. Meist sind das Architekten, Bauingenieure oder besonders qualifizierte Handwerker. Wenn Sie einen Fachmann suchen, wenden Sie sich an die Architekten-, Bauingenieur- oder Handwerkskammern oder an die Verbraucherzentralen. Bei der Deutschen Energie-Agentur können Sie ebenfalls nach einem Aussteller in Ihrer Nähe suchen.

Den Ausweis erstellen Fachleute für das ganze Gebäude, nicht für einzelne Wohnungen – er ist in der Regel zehn Jahre gültig. Ausgestellte Ausweise können Sie weiterhin nutzen.

Ausnahmen beim Energieausweis

Sie besitzen ein denkmalgeschütztes Objekt oder eine Immobilie mit einer Nutzfläche von bis zu 50 Quadratmetern? Dann benötigen Sie keinen Energieausweis. Für Tiefgaragenplätze sowie Lager- oder Kellerräume brauchen Sie den Ausweis ebenfalls nicht, wenn diese unbeheizt beziehungsweise nicht gekühlt sind.

Autor: ING


Ihre Meinung

Kommentare (15)


Kommentare

A. Sadlo

13.01.2016

Der staatliche Regulierungswahn treibt immer irrwitzigere Stilblüten.


Eigentümer

12.12.2015

Nützt es überhaupt noch was, sich mit seiner Wahlbe-teiligung oder auch nicht wehren zu wollen? Die anderen sind auch nicht besser - es geht nun einmal in einer Demkratie nicht um Deine Stimme sondern nur ums Geld - Das ist purer Kapitalismus. Unsere Stimmen haben doch schon längst keinen Sinn mehr, nur statistisch bei der großen Hauptwahl.
Seht Euch doch die ganze große politische Entwicklung an!!!!!!


Werner B.

20.11.2015

Schon wieder eine Maßnahme, um uns Bürger gängeln und in den Geldbeutel greifen zu können. Gibt es denn niemand, der hier mal gegensteuert und nicht dauernd neue Schikane für uns erfindet ? Wann wird wieder gewählt ... ?


Rudolfo

19.11.2015

Heizung auf bis zum Anschlag - Fenster auf um den Zigarettenqualm raus zu lassen. Was soll da ein Energieausweis?
Den kann man auch machen lassen wenn die Wohnung über Winter leer gestanden hat.


gine

11.11.2015

Wer bei mir als Wohnungssuchender nach einem Energieausweis fragt, bekommt die Wohnung nicht.
So einfach ist das.


Mande

30.10.2015

Deutsche Bürokratie und Regulierungswut lässt grüßen. Gesetze die nicht überprüfbar sind sollten erst gar nicht beschlossen werden.
Würde z.B. gerne mal die Energieausweise der Asylantenquartiere sehen.


johannson

13.10.2015

Ich lehne diesen Unsinn strikt ab! Wie schon geschrieben wurde: ein bürokratisches Monster mehr. Die Lobbyisten haben in Berlin ganze Arbeit geleistet. Und ein Grund mehr, sauer auf wenig weitblickende Politiker zu sein, die auf allen Ebenen nur Kosten verursachen.


Mager

13.10.2015

Wenn die Nebenkosten zu hoch sind such ich mir eine andere Wohnung. Was soll diese Preistreiberei? Dadurch gibt es auch keine Günstigere Wohnungen und auch das Angebot wird nicht grösser! Ist dies so gewollt.


Stani

13.10.2015

Bei diesen ganzen sinnfreien Gutachten, Zertifizierungen und was es sonst noch so alles gibt, bleibt eigentlich nur eine Frage offen: Welcher staatlich legitimierter Schutzgelderpresser klingelt morgen an meiner Tür...


C. S.

13.10.2015

Ich bin Ingenieur (kein Bau-),

darf ich mir den Energieausweis selber ausstellen. Den Energiegehalt der bezogenen Gasmenge durch die beheizte Wohnfläche zu teilen, trau ich mir durchaus zu ;-)... recht viel mehr scheint dieser verbrauchsabhängige Ausweis ja nicht zu sein.


AuchEinHausBesitzer

13.10.2015

Ich bin immer wieder darüber erstaunt, was die Lobbyisten in Berlin für eine gute Arbeit leisten. Meines Erachtens genügt es vollkommen, wenn man die Rechnungen der Energie- und Wasserversorger der letzten 5 Jahre vorlegt. Das sagt mehr aus als dieser Ausweis.


U. Rathmann

13.10.2015

Ich finde Gutachten Gut, solange diese sinnvoll sind.
Jeder der eine Immobilie erwerben möchte, sollte sich ausführlich über dieses Objekt zu informieren. Handwerker-, Wasser- und Energiekostenrechnugen sind da bereits schon sehr hilfreich. Wer diese Rechnungen für die letzten 10 Jahre nich vorweisen kann, sollte zu einem Gutachten verpflichtet werden.
Ansonsten finde ich es eine gute Geldbeschaffung für Architekten, Rechtsanwälte und Co.


Vermieter

13.10.2015

Typisch deutsch, ich habe noch keinen Mieter gehabt der nach einem Energieausweis gefragt hat, entweder Ihm gefällt die Wohnung oder nicht, der Energieverbrauch ist von sehr vielen Einflüssen abhängig die nur der Nutzer der Wohnung beeinflussen kann und in keiner Form schriftlich fixiert werden kann, noch nicht einmal annähernd, der Ausweiss ist leider kein Verbraucherschutz sondern Verbraucherverdummung auf billigstem Niveau.


G. Schneider

13.10.2015

diese Forderung und im Internet dazu gestellten Anforderungen zur Ausstellung eines solchen Ausweises sind ein Witz und zu nicht zu gebrauchen. Ich habe aus einer Immobilienanzeigenseite die Werte für Wohnungen rausgesucht, sie schwankten zwischen 5 kWha/m² und 250 kWha/m².


Rebell

13.10.2015

Wieder mal eine Art Geld zu verdienen. Die Lobyisten schaffen es immer wieder, dem Volk das Geld aus der Tasche zu ziehen. Dabei ist nur eine kleine Dreisatzformel für die Berechnung des Verbrauchsorientierten Ausweises notwendig.