Ihr Geld im Jahr 2020

Was ändert sich? – Was gibt es Neues? – Wo können Sie sparen? │02.12.2019

Neues im Jahr 2020

Steuern, Geld und Co. – wir teilen monatlich alles mit Ihnen, was wichtig ist. Nichts verpassen, gut informiert sein, Geld sparen – los gehts!

Mit Blick auf die Finanzen ändert sich für Verbraucher im neuen Jahr wieder einiges. Ein Überblick, was 2020 auf Sie zukommt.

Die Kassenbon-Pflicht kommt?

Ab dem 1. Januar 2020 wird Ihnen beim Bäcker Ihres Vertrauens wohl mit der Brötchentüte auch kurzerhand ein Kassenbon ausgehändigt, ob Sie das möchten oder nicht. Denn dann tritt das neue Kassengesetz (KassenG oder KassenSichV) in Kraft - zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen. Der Gesetzgeber führt eine Belegausgabepflicht ein, an die sich mit wenigen Ausnahmen jeder halten muss, egal ob Einzelhändler oder Gastronom. Allerdings kann Sie natürlich niemand zwingen, den Kassenzettel auch nach Hause mitzunehmen. Und wer jetzt denkt, dass das ganz schön viel unnötigen Papiermüll produziert, der hat recht. Auch wenn das Gesetz nicht klar regelt, dass der Bon ausgedruckt werden muss, rechnen Experten mit bis zu 2 Millionen Kilometern an zusätzlichen Kassenbons.

Beitragsbemessungsgrenzen steigen

Ab Januar steigen die Beitragsbemessungsgrenzen – sprich die maximale Höhe des monatlichen Einkommens, bis zu der Sozialbeiträge fällig werden.

  • Die Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung ist bundesweit einheitlich. Sie steigt zu Jahresbeginn von derzeit 4.537,50 Euro auf 4.687,50 Euro.
  • Die Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung steigt auf jährlich 62.550 Euro (5.212,50 Euro monatlich). Bis zu diesem jährlichen oder monatlichen Bruttoarbeitsentgelt müssen Beschäftigte gesetzlich krankenversichert sein. Wer mehr verdient, kann sich privat krankenversichern lassen.

Auch das ändert sich in Sachen Kranken- und Pflegeversicherung

  • Der durchschnittliche Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung steigt um 0,2 Prozentpunkte auf 1,1%.
  • Eine gute Nachricht für Mitglieder der privaten Krankenversicherung: Der maximale Arbeitgeberzuschuss erhöht sich von monatlich 351,66 Euro auf 367,97 Euro.
  • Erwachsene Kinder, deren Eltern pflegebedürftig sind und diese Pflege nicht selbst zahlen können, müssen erst ab einem Bruttojahreseinkommen von 100.000 Euro Unterhalt für Mutter oder Vater zahlen. Nach der neuen Regelung wird das Einkommen der Ehepartner der Kinder nicht mehr berücksichtigt. Im Jahr 2019 stand dem Unterhaltspflichtigen ein Selbstbehalt von 1.800 Euro zu. Bei verheirateten Kindern kam für den Ehepartner ein Betrag von 1.440 Euro pro Monat hinzu.

Höhere Beitragsbemessungsgrenzen auch in der Rentenversicherung bei der Altersvorsorge

  • In der gesetzlichen Renten- und in der Arbeitslosenversicherung müssen Beschäftigte künftig bis zu einem Monatseinkommen von 6.900 Euro (West; bisher: 6.700 Euro) beziehungsweise 6.450 Euro (Ost; bisher: 6.150 Euro) Versicherungsbeiträge zahlen.
  • In der knappschaftlichen Rentenversicherung steigt diese Einkommensgrenze auf 8.450 Euro in den alten und 7.900 Euro in den neuen Bundesländern.
  • Bis zu 4% der Beitragsbemessungsgrenze können Arbeitnehmer ohne Abzug von Sozialabgaben und 8% ohne Steuerabzug in die betriebliche Altersversorgung investieren – also in eine Direktversicherung, die Pensionskasse oder einen Pensionsfonds. Der maximale sozialabgabenfreie Anteil steigt damit ab Januar auf 276 Euro (bislang: 268 Euro), der steuerfreie auf 552 Euro (536 Euro).

Entlastung für Betriebsrentner

Für ihre Betriebsrente müssen Bezieher ab Januar weniger Geld in die gesetzliche Krankenversicherung einzahlen. Ein Beitrag wird nur noch für den Teil der Betriebsrente fällig, der über dem künftigen Freibetrag von 159 Euro im Monat liegt. Damit will der Gesetzgeber das Vertrauen in die betriebliche Altersvorsorge stärken und zugleich der jungen Generation signalisieren, dass sich private Vorsorge lohnt.

Höherer Beitrag für Altersvorsorge in der Steuererklärung

Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, zu beruflichen Versorgungswerken und zur Rürup-Rente (Basisrentenvertrag) können Sie als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Der für diesen Zweck mögliche Beitrag steigt ab 2020 auf 25.046 Euro, bei Verheirateten auf 50.092 Euro. Davon können Sie 90% in Ihrer Steuererklärung angeben, 2019 waren es 88%. Die Grenze steigt bis zum Jahr 2025 auf 100% an. Im Umkehrschluss werden Renteneinkünfte ab dem Jahr 2040 vollständig besteuert. Experten nennen dies das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung.

Worte und Taten

Ökologische Nachhaltigkeit geht auf Kosten des Wirtschaftswachstums – oder umgekehrt, so zumindest die traditionelle Sichtweise. Wenn sie sich zwischen beidem entscheiden müssten, würden Verbraucher in Deutschland und Europa mit deutlicher Mehrheit den Umweltschutz wählen: Das ist zumindest eines der Ergebnisse einer ING-Umfrage in 13 europäischen Ländern sowie Australien und den USA. Ein Vorrang des Umweltschutzes auch auf Kosten des Wirtschaftswachstums erhielt dabei in allen Ländern der Umfrage höhere Zustimmungsraten als die gegenteilige Aussage. Mehr erfahren Sie hier

Unterwegs mit Peer Steinbrück

Prominenter Besuch in unserem Podcast: In Folge 38 unterhält sich Carsten Brzeski mit Peer Steinbrück, seines Zeichens ebenfalls Volkswirt (und nebenbei noch ehemaliger Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat), über den Unterschied zwischen Konjunktur und Struktur, politische Rezepte für die Zukunft und die sozialen Nebenwirkungen bei der Bekämpfung des Klimawandels.

Beiträge zur Arbeitslosenversicherung sinken

Zum Jahreswechsel sinken die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung um 0,1 Punkte auf 2,4%. Grund sind hohe Rücklagen der Bundesagentur für Arbeit. Für Unternehmen sinken die Lohnkosten, Arbeitnehmer bekommen mehr Geld überwiesen. Die Regelung gilt zunächst bis zum 31. Dezember 2022.

Was sich sonst noch ab Januar 2020 ändert

  • Steuern: Für alle Steuerzahler steigt das jährlich steuerfreie Einkommen von derzeit 9.168 Euro auf 9.408 Euro.
  • Mindestlohn: Der Mindestlohn klettert von 9,19 Euro auf 9,35 Euro. Für bestimmte Personengruppen gilt der Mindestlohn nicht. Das sind unter anderem Jugendliche unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung und Langzeitarbeitslose in den ersten sechs Monaten ihrer Beschäftigung nach dem Ende ihrer Arbeitslosigkeit.
  • Azubis: Auszubildende haben ab 2020 Anspruch auf eine Mindestvergütung von 515 Euro pro Monat im ersten Ausbildungsjahr. Die Mindestausbildungsvergütung soll vor allem Azubis zu Gute kommen, die außerhalb von Tarifverträgen beschäftigt sind.
  • Sozialhilfe & Arbeitslosengeld II: Hier steigen die Sätze im neuen Jahr um 1,88%.
  • Wohngeld: Haushalte mit geringem Einkommen erhalten zum Jahreswechsel mehr Wohngeld. Rund 660.000 Haushalte sollen von der Reform profitieren, darunter 180.000 Haushalte, die aktuell kein Wohngeld beziehen. Ein Beispiel: Ein bedürftiger Zwei-Personen-Haushalt, der derzeit im Schnitt 145 Euro Wohngeld im Monat erhält, bekommt künftig 190 Euro, also rund 30% mehr.
  • Höhere Bußgelder: Verkehrssünder müssen ab Januar tiefer in die Tasche greifen und ein höheres Bußgeld zahlen. Wer beispielsweise bei einem Unfall mit seinem Fahrzeug keine Rettungsgasse bildet, muss statt wie bisher 200 Euro künftig 320 Euro Bußgeld zahlen. Auch das Parken auf einem Geh- oder Radweg wird teuer: Aktuell sind zwischen 15 und 35 Euro zu zahlen, künftig sind es 100 Euro.
  • Günstigere Bahntickets: Die Deutsche Bahn will die beschlossene Mehrwertsteuersenkung von 19 auf 7% für Fernverkehrstickets eins zu eins an ihre Kunden weitergeben. Dadurch sinken die Preise.

Auf was sich Verbraucher im Jahr 2020 außerdem noch einstellen können

  • Ab Juli 2020: Mehr Geld für Rentner
    Rentner können im kommenden Sommer mit steigenden Bezügen rechnen. Zum 1. Juli 2020 sollen die Renten um 3,15% (Westdeutschland) und 3,92% (Ostdeutschland) steigen. Nach Schätzungen dürfte sich eine monatliche Rente von 1.000 Euro im Westen um 31,50 Euro und im Osten um 39,20 Euro monatlich erhöhen.
  • Ab Oktober 2020: Mehr Geld für Zahnersatz
    Für Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung erhöht sich ab Oktober der Festzuschuss für Zahnersatz um 10%. Derzeit bezuschusst die Kasse den Zahnersatz mit 50% des Gesamtpreises, künftig gibt es also 60%.
  • Im Dezember 2020: Baukindergeld läuft aus Noch bis zum 31. Dezember 2020 können Familien mit kleinem oder mittlerem Einkommen, die eine Immobilie bauen oder kaufen möchten, bei der KfW-Bankengrupe das Baukindergeld online beantragen. Für einen Zeitraum von zehn Jahren bekommen Eltern pro Kind unter 18 Jahren einen staatlichen Zuschuss von 1.200 Euro pro Jahr. Das ergibt einen Gesamtbetrag von 12.000 Euro pro Kind. Weitere Infos gibt es hier.

Autor: ING


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