Börsennews

Börsennews im Juni - Das war los an den Aktienmärkten │04.06.2018

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Der Mai stand ganz im Zeichen der Börsenregel „Sell in May and go away...“, wobei vor allem geopolitische Ereignisse in Europa und den USA das Börsengeschehen bestimmen. Sorgen um den Welthandel, die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, das Atomabkommen mit dem Iran zu kündigen und die politischen Krisen in Italien und Spanien schicken Aktien und Anleihen zeitweise auf Talfahrt.

Regierungskrisen in Italien und Spanien verunsichern Anleger

In Italien scheitert drei Monate nach der Parlamentswahl die Regierungsbildung aus den europakritischen Parteien Fünf-Sterne-Bewegung und Lega. Eine Übergangsregierung soll das Land bis zu einer Neuwahl führen. In Spanien gerät Ministerpräsident Mariano Rajoy im Zuge der Korruptionsaffäre der spanischen Regierungspartei PP zunehmend unter Druck. Unterdessen verhärten sich die Fronten im Handelsstreit zwischen der EU, China und den USA.

Aktuelles über die Märkte

Carsten Brzeski berichtet im Rahmen seiner monatlichen YouTube-Beiträge unter dem Motto "Neues über die Märkte, Neues aus der Wirtschaft" über aktuelle volkswirtschaftliche Ereignisse und Entwicklungen. In der aktuellen Folge geht es um eine Regierung, die nicht zustande kam – und um Realitäten, die trotzdem ihre Gültigkeit behalten.

Deutscher Aufschwung verliert an Kraft

Die deutsche Wirtschaft ist im 1. Quartal nur noch halb so stark gewachsen wie im Vorquartal. Damit gibt Deutschland seine Rolle als Konjunkturlokomotive im Euroraum an Spanien und Österreich ab, was zeitweise für deutliche Kursabschläge an der Börse führt. Die stockenden Brexit-Verhandlungen, Trumps unberechenbare Politik und weiter steigende Rohölpreise belasten die Konjunkturerwartungen für Deutschland.

Deutsche Börse baut Indizes um

Die Deutsche Börse hebt ab September die Aufteilung ihrer Indizes in traditionelle und Technologiebranchen auf. Der MDax wird von 50 auf 60 Werte, der SDax von 50 auf 70 Aktien erweitert. Der TecDax wird fortgeführt, Technologie-Werte können aber künftig auch im MDax oder SDax gelistet werden. Gleichzeitig soll der TecDax für Dax-Werte wie Deutsche Telekom, SAP oder Infineon geöffnet werden.

EU will grüne Investments stärker fördern

Die EU will im Kampf gegen den Klimawandel nachhaltige Investments stärker fördern. Künftig sollen Fondsmanager und Anlageberater verpflichtet werden, ihren Kunden detailliert Auskunft über die Klimaauswirkungen einzelner Anlagen zu geben. Ein Klassifizierungssystem soll definieren, wann Investments als nachhaltig gelten.

Staatsanwaltschaft ermittelt in Anlageskandal um P&R

Die Staatsanwaltschaft München ermittelt in der Pleite der Investmentfirma P&R wegen Betrugsverdachts gegen frühere und heutige Geschäftsführer der P&R-Gruppe. Laut dem Zwischenbericht des Insolvenzverwalters verkaufte P&R in dem womöglich größten deutschen Anlageskandal offenbar mehr Container als Investments als es gab.

Neue Regeln für US- und EU-Banken

Die USA will ihre im Zuge der Finanzkrise verschärfte Bankenregulierung wieder lockern. Demnach sollen kleine und regionale Banken von den striktesten Vorschriften des „Dodd Frank Act“ ausgenommen und Geldhäuser erst ab einem verwalteten Vermögen von 250 Milliarden Dollar zu Sonderauflagen wie jährlichen Stresstests verpflichtet werden. Die EU will ihre Bankenregulierung ebenfalls neu justieren, um eine Abwicklung von Großbanken zu erleichtern und kleinere Institute zu entlasten. Richard Stanton, Professor für Finanz- und Immobilienwirtschaft an der University of California Berkeley, warnt unterdessen vor einer erneuten Finanzkrise. Zehn Jahre nach der Finanzkrise von 2008 drohe erneut eine schwere Erschütterung der Kapitalmärkte, ausgelöst einmal mehr durch die leichtfertige Vergabe von Immobilienfinanzierungen in den USA. Heute sei die Situation am US-Eigenheimmarkt ähnlich brisant wie 2008, so Stanton.

Telekom schmiedet neuen US-Mobilfunkriesen

Die Deutsche Telekom steht in den USA vor einer Milliarden-Fusion: Ihre Tochter T-Mobile US soll den amerikanischen Mobilfunkanbieter Sprint schlucken und damit zu den US-Marktführern Verizon und AT&T aufschließen. Die neue Gesellschaft soll künftig mehr als die Hälfte zum Umsatz und Ergebnis des Konzerns beitragen. Mehrere Behörden müssen die Fusion noch genehmigen. Wegen des Zusammenschlusses wird für 2021 eine Delle bei Gewinn und Dividende erwartet. Erst danach soll sich der Deal auszahlen. Die T-Aktie legte nach Bekanntgabe der Fusionspläne deutlich zu.

Ausblick auf Juni

Die US-Notenbank Fed dürfte auf ihrer nächsten Sitzung am 12. und 13. Juni die Zinszügel weiter anziehen. Am 14. Juni entscheidet die Europäische Zentralbank (EZB) über ihren Leitzins und die Fußball-WM beginnt in Russland. Zum Hexensabbat am 15. Juni dürften die Umsätze an der deutschen Börse wieder sehr hoch sein und die Kurse stärker ausschlagen als gewöhnlich. Die EU-Staats- und Regierungschefs wollen auf ihrem Gipfel vom 28. bis 29. Juni erste Schritte für langfristige Reformen der Wirtschafts- und Währungsunion beschließen.

Autor: ING-DiBa


Ihre Meinung

Kommentare (4)


Kommentare

ING-DiBa

18.06.2018

Hallo Herr Hanbueckers, über diesen Kanal können wir Ihre kontobezogenen Schreiben nicht nachvollziehen. Bitte richten Sie Ihre Beschwerde per E-Mail an info@ing-diba.de - die Kollegen prüfen dies gern. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Katharina Tratz

17.06.2018

Vielen Dank für die interessanten Beiträge, vor allem über die P&R- Gruppe! Ich bin leider auch von der Pleite betroffen u. hoffe sehr von meiner Einlage noch etwas zurück zu bekommen.


Volker Hanbueckers

15.06.2018

Ich freue mich, dass Sie so gut abgeschnitten haben, bin aber sehr unzufrieden über Ihre Differenzierung von Beratung und SERVICE.
Bitte schauen Sie einmal kritisch in meine beiden Emails vom 9.5.18
("Unser Depot bieten wir beratungsfrei an...".Das bedeutet: "wir beraten nicht!") UND Ihre Antwort vom 7.6.18 in dem Sie u.a. erklären, warum Sie nicht mit Ihrer Muttergesellschaft ING Luxembourg Kontakt aufnehmen wollen, sondern mir empfehlen, Kontakt mit einem Steuerberater aufzunehmen. Wenn ich Ihnen, wie vor Jahren geschehen, Wertpapiere aus Luxembourg übertrage, dann hätte Ihr SERVICE erkennen müssen, dass mir u.U. Verluste von über 30 % entstehen, wenn die Einkaufskurse nicht angegeben sind.
Ich bitte Sie für Ihre Servicefehler aufzukommen und diese zu korrigieren.
Hochachtungsvoll V. Hanbueckers


Ilona Pawel

15.06.2018

Ich fand diese Mitteilungen sehr interessant. Habe wieder einiges Neues erfahren. Vielen Dank