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Mit Solarstrom sparen | 21.03.2018

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© ING-DiBa

Auch wenn das Wetter in diesem Jahr bisher eher nicht durch unendlich lange Sonnentage geprägt war: Strom aus Sonnenkraft boomt in Deutschland nach wie vor. Zwar liegt die neuinstallierte Leistung unter den politisch gewollten Zielen, dennoch stieg die Stromproduktion durch Photovoltaikanlagen kontinuierlich an.

Zehn Prozent mehr Strom aus Solaranlagen

Deutschland ist zum Sonnenstaat geworden: Ende 2016 gab es nach Zahlen des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE Photovoltaikanlagen mit einer Nennleistung von insgesamt 41 Gigawatt. Das entspricht in etwa dem, was 30 Kernkraftwerke produzieren können. Allein im ersten Halbjahr letzten Jahres wurden rund 21 Terrawattstunden (TWh) in die öffentlichen Netze eingespeist. Das ist ein Anstieg um knapp zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Spitzentag war bislang der 27. Mai 2017. Am Mittag wurden laut Daten des Fraunhofer ISE hierzulande 42 Prozent des gesamten Stroms durch Photovoltaikanlagen erzeugt. Im gesamten Mai 2017 wurde durch die Solaranlagen etwa genau so viel Strom erzeugt wie in deutschen Kernkraftwerken.

Lohnt sich der Bau einer Solaranlage überhaupt noch?

Die staatliche Förderung der erneuerbaren Energien hat in Deutschland dafür gesorgt, dass es bisher rund 1,5 Millionen Photovoltaikanlagen gibt. Doch der staatlich garantierte Abnahmepreis ist in den vergangenen Jahren kräftig gesunken. Wer heute Solarzellen mit einer Leistung von bis zu zehn Kilowatt peak – die Maßeinheit bei Solaranlagen – in Betrieb genommen hat, erhält 12,2 Cent pro Kilowattstunde, die er ins öffentliche Netz einspeist und das für insgesamt 20 Jahre. Zum Vergleich: Wer solch eine Anlage bereits in den ersten sechs Monaten 2011 installierte, erhält 28,7 Cent je Kilowattstunde.

Somit ist der Preis einer Anlage in dem genannten Zeitraum um etwa die Hälfte zurückgegangen und gleichzeitig wurde die Förderung stärker reduziert. Lohnt sich eine Investition in Photovoltaik dann überhaupt noch? Klare Antwort: Ja. Der Blick auf die eigene Stromrechnung offenbart wieso: Zurzeit gibt es in der Regel keine günstigere Möglichkeit Strom zu bekommen, als den Selbstproduzierten zu nutzen. Er kostet meist nur die Hälfte.

Vor der Installation einer Photovoltaikanlage richtig beraten lassen

Die Installation einer Photovoltaikanlage kann jedoch schnell bis zu 20.000 Euro kosten. Wohl dem, der sich vor dem Kauf richtig beraten lässt. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) bietet zu diesem Zweck unter www.energie-effizienz-experten.de eine Suche nach qualifizierten Beratern an. Diese sind zudem zertifiziert, dass sie auch über die Förderprogramme von KfW oder der Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) informieren können, was bei vielen Förderungen die Bedingung für eine Unterstützung ist. Das ist durchaus sinnvoll, da die Gegebenheiten vor Ort sehr unterschiedlich sein können. So können zwar Ausrichtung und Neigung eines Daches optimal sein und dennoch lohnt sich eine Installation womöglich nicht, da hohe Bäume die Photovoltaikanlage die meiste Zeit im Jahr beschatten.

Tipp: Wer den selbst produzierten Strom speichern will, sollte sich beeilen! Ende 2018 läuft eine entsprechende Förderung durch den Staat aus und wird bis dahin auch schon schrittweise reduziert.

Nicht nur Hauseigentümer können von Solarstrom profitieren

Seit Mitte 2017 ist das sogenannte Mieterstromgesetz in Kraft. Dadurch können nicht nur Eigenheimbesitzer, sondern auch Mieter von dem günstigen Solarstrom profitieren. Um Anreize für die Installation solcher Anlagen zu schaffen, hat der Gesetzgeber mit den neuen Regeln eine zusätzliche Förderung für Mieterstrom etabliert. Sie beträgt zwischen 2,11 und 3,7 Cent je Kilowattstunde, was einer zusätzlichen Unterstützung von bis zu knapp 30 Prozent der sonst üblichen Einspeisevergütung von 12,2 Prozent entspricht.

Verbraucherschützer: Finger weg von Miet-Anlagen

Und was tun, wenn die Eigenmittel für den Kauf einer Anlage nicht reichen? Die Miete ist in den meisten Fällen keine Alternative. Nach Berechnungen von Verbraucherschützern zahlen Mieter im Laufe der Jahre fast das Dreifache des Anlagenwertes als Mietzins.

Autor: ING-DiBa


Ihre Meinung

Kommentare (9)


Kommentare

Markus

20.07.2018

Angebot für 20.000€, Amortisationszeit 16 Jahr, bei 3% Strompreissteigerung, lohnt sich das!?


Markus Schmid

27.03.2018

Jede Photovoltaikanlage ist eine sinnvolle Investition, es gibt kein ungünstiges Dach, jede Ausrichtung bis 24° Neigung kann verwendet werden, eine Nordausrichtung bringt noch 70% Ertrag!
Ich baue zur Zeit eine 20 Kwp Nord-Süd Anlage als Volleinspeisung, diese bringt noch einen 5-stelligen Gewinn in 20 Jahren!


Christoph

27.03.2018

Denke schon, dass sich PV rechnet. Die oben genannten 20.000 Euro Errichtungskosten, wenn man die mit der Inflation von knapp 2% belegt und die aktuellen Sparzinen 0,1% Tagesgeld betrachtet, verliert man pro Jahr fast 400 Euro von den 20.000 Euro.
Eine größere Familie im EFH hat gut 150-200 Euro für Strom im Monat zu zahlen, also fast 2000 Euro im Jahr für Strom.
Mit einer PV verliert man kein Geld durch Inflation, drückt die Stromrechnung auf ehr 50 Monat und bekommt im Sommer noch ca. 50 Eur Einspeisevergütung - wie kann so ein Geschäft schlecht sein? :-)


Stefan Giese

24.03.2018

Habe vor 2 Monaten 100kw Anlage auf Supermarkt installieren lassen und dort kommen wir auf sebstnutzung 95% .Rechnet sich nach 7 Jahren.


Harri

22.03.2018

Ich habe im Jahr 2001 bereits 3,9 kWp auf meinem EFH installieren lassen. Da waren die Anlagen noch richtig teuer, es gab auch 49 ct Vergütung. Das hat sich bis heute richtig gut gerechnet, aber ich finde die Speicherung wurde vernachlässigt. Im Sommer kann ich den Strom nicht verbrauchen und im Winter kann ich manchmal nur 25 W für 5 Std. verbrauchen, d. h. eine Glühlampe von 10:00 bis 15:00 Uhr. Demzufolge ist der bedingungslose Einstieg in erneuerbare Energien, wie von der Regierung betrieben, so nicht gut. Wir brauchen noch die Kohleverstromung. Vielleicht wäre auch ein längerer Betrieb von AKK sinnvoll.


Joe

21.03.2018

@Jan: Davon habe ich vor über 10 Jahren gehört. Damals war das ein Aufreger. Inzwischen habe ich aber jahrelang nichts mehr gehört und gelesen. Es scheint inzwischen kein Problem mehr zu sein.

Übrigens, wenn man eine mittelgroße bis größere Anlage baut, so 10 bis 30 kW peak, also nicht nur auf ein kleines Einfamilienhaus, sondern auf eine Halle etc, so liegt der Selbstkostenpreis pro Kilowattstunde zwischen 8 und 12 ct. Es ist also nicht so viel, wie viele denken.


Jan

21.03.2018

Ich habe neulich erst gehört, wenn die Anlage mal brennt...dann lässt die Feuerwehr alles - gesamte Gebäude - kontrolliert abbrennen, da löschen bei den unter Strom stehenden Panellen zu gefährlich ist.


Marco

21.03.2018

Sehe es nur vom Vorteil, wenn die gewonnene Energie bei einem selbst gespeichert und genutzt wird. Damit hat man den Vorteil, ein bisschen unabhängiger von Energiekonzernen zu werden.


Hermann

21.03.2018

Vergessen wird immer ganz gerne, dass Folgekosten entstehen, die natürlich unterschiedlich sein können. Analytiker haben aber ausgrechnet, dass man im Schnitt nach 60 Jahren davon profitiert (Ausgehend vom momentanen Strompreis). Fallen ALLE Vorteile in Zukunft weg, lohnt es sich überhaupt nicht mehr - sage ICH jetzt. Das Zwischenspeicher-Problem wurde hier noch NICHT einmal beachtet!