Inseln aus Plastik

Was bringt die Gebühr für Plastiktüten? | 03.05.2019

Was bringt die Gebühr für Plastiktüten?

© JackF - Fotolia.com

Mit der Einführung einer Gebühr für Plastiktüten sollen Verbraucher dazu bewegt werden, keine Tüten mehr zu benutzen oder ihren Verbrauch zumindest zu reduzieren. Aber kann ein kleiner Betrag wirklich etwas so Großes bewirken? Wir fassen die Erkenntnisse für Sie zusammen.

Das Bild eines Plastikmüll essenden Wals in der BBC-Dokumentation Blue Planet II war nur eine von vielen Aufnahmen, die die Probleme, die mit der Nutzung von Plastik in Zusammenhang stehen, greifbar machte. Alle Länder und Industrien sind davon betroffen.

Es ist ein globales Problem, das eine globale Lösung erfordert. Aber auch kleine Maßnahmen können einen Beitrag leisten. In vielen Ländern versucht man, des Plastikverbrauchs mit einer geringen Gebühr für Einweg-Plastiktüten im Supermarkt und anderen Geschäften Herr zu werden. Studien deuten darauf hin, dass diese Maßnahme Wirkung zeigt. Die jüngsten Ergebnisse einer Studie aus den USA bestätigen die Erkenntnis früherer Analysen, dass eine geringe Gebühr den Verbrauch von Plastiktüten halbiert.

Der Blick in die Nachbarschaft

Man könnte annehmen, dass eine geringe Gebühr auch eine geringe Auswirkung auf das Konsumentenverhalten hat, aber das ist nicht unbedingt der Fall.

2012 führte Tatiana Homonoff, Professorin an der New York University, eine Studie in drei benachbarten Bezirken in der Washington Metropolitan Area in den USA durch, die mit dem Verbrauch von Plastiktüten unterschiedlich umgingen. Am 1. Januar 2012 führte Montgomery County in Maryland eine Gebühr von fünf US-Cent pro Plastiktüte ein. Diese war beim Einkauf an der Kasse zu zahlen. In Washington DC gab es zu dieser Zeit bereits eine Steuer auf Plastiktüten, während es in Arlington County, Virginia, keine Steuer gab und im Untersuchungszeitraum auch nichts dergleichen eingeführt wurde.

Indem verglichen wurde, wie viele Plastiktüten an Verbraucher in den drei Bezirken vor bzw. nach der Einführung der Gebühr ausgegeben wurden, konnte man die Wirksamkeit einer geringen Gebühr präziser beurteilen.

Zur Datenerhebung wurden eine Reihe von Methoden angewandt – unter anderem wurden die Verbraucher beim Einkauf beobachtet, nach dem Einkauf befragt oder die Kassenbelege analysiert.

Das Ergebnis war eindeutig. In Montgomery County halbierte sich Verbrauch von Plastiktüten in den drei Monaten nach Einführung der Gebühr im Vergleich zu den drei Monaten zuvor. In den anderen Bezirken waren nahezu keine Veränderungen festzustellen.

  • Der Anteil der Konsumenten, die beim Einkauf Plastiktüten verwendeten, fiel in Montgomery County von 82 % vor der Gebühreneinführung auf 40 % danach.
  • In Arlington, Virginia, wo keine Steuer erhoben wird, blieb der Anteil der Plastiktütenverwender nahezu gleich mit 82 % vor und 81 % nach dem Stichtag.
  • Auch in Washington DC war keine wesentliche Veränderung zu verzeichnen (45 % auf 46 %).

Zudem zeigte sich, dass viele die Tüten mit Mehrwegtaschen ersetzten. In Montgomery County stieg der Anteil der Verbraucher, die Mehrwegtaschen nutzten, von 16% auf 49 %. In den anderen Bezirken waren faktisch keine Veränderungen festzustellen.

Ergebnisse anderer Studien

Schon frühere Studien kamen zu dem Ergebnis, dass Gebühren für Plastiktüten deren Verbrauch reduzieren.

Ein Bericht aus dem Jahr 2007, der die Einführung einer Gebühr für Plastiktüten 2002 in Irland untersuchte, ermittelte einen Rückgang von 90 %.

Eine Studie aus Südafrika aus dem Jahr 2010 stellte fest, dass die Verwendung von Plastiktüten um etwa 44 % zurück ging, als 2003 eine Abgabe eingeführt wurde – aber dann wieder stieg, möglicherweise weil sich die Verbraucher daran gewöhnten, für Tüten zahlen zu müssen. Die Auswirkungen waren zudem unterschiedlich in Abhängigkeit vom Einkommensniveau der Verbraucher.

2010 untersuchte eine Studie eine Gebühr, die 2008 in China eingeführt worden war. Sie stellte einen Rückgang von 49 % fest, aber die Wirksamkeit schwankte mit dem Maß der Aufklärung der Öffentlichkeit und je nachdem, wie streng die Maßnahme jeweils durchgesetzt wurde.

Daten des britischen Ministeriums für Umwelt und den ländlichen Raum aus dem Jahr 2018 zeigen, dass sieben große Einzelhandelsunternehmen von 2016 bis 2017 etwa 83 % weniger Plastiktüten ausgaben als in einem Vergleichszeitraum bevor die Gebühr für Plastiktüten im Oktober 2015 eingeführt worden war.

Ein tieferer Einblick

Angesichts der Tatsache, dass alle Studien einen deutlichen Rückgang des Verbrauchs von Plastiktüten mit der Einführung einer Gebühr feststellten, scheint die US-Studie auf den ersten Blick nicht viele weitere Erkenntnisse zu liefern. Doch sie beinhaltete aufschlussreiche Details.

Während andere Studien das Verhalten vor und nach der Einführung einer Gebühr untersuchten, verglich die US-Studie ähnliche und benachbarte Bezirke in einem solchen Zeitraum. So konnten die Wissenschaftler die Auswirkungen anhand unveränderter und ähnlicher Vergleichspunkte beurteilen. Insofern sind die Ergebnisse aussagekräftiger als vorherige Studien.

Durch eine Besonderheit bei der Ausgabe von Plastiktüten in den drei Bezirken konnte Homonoff zudem einen weiteren Aspekt analysieren. Um denselben Effekt wie die Einführung der Gebühr zu erreichen, so berechnete sie, müsse man Konsumenten einen Betrag für mitgebrachte Mehrwegtaschen zahlen, der die Plastiktütengebühr um das Fünffache übersteigt. In anderen Worten: Verbraucher müssten einen Bonus von 25 US-Cent pro Tasche erhalten, anstatt fünf US-Cent pro Plastiktüte zu zahlen, um die gleiche Reduktion im Verbrauch zu erzielen.

Diese Berechnung war möglich, weil einige Läden in den Bezirken sowohl vor als auch nach der Einführung der Gebühr einen Bonus von fünf US-Cent pro Tasche anboten (durch Reduzierung des an der Kasse zu zahlenden Betrags), wenn man eigene Taschen mitbrachte.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der US-Studie war der Nachweis, dass eine Bonusstrategie allein wenig Einfluss auf die Verwendung von Plastiktüten hatte – unabhängig davon, ob eine Steuer erhoben wurde oder nicht.

Klein anfangen

Dass eine Gebühr von nur 5 US-Cent so eine große Wirkung zeigen konnte, ist eine wichtige Erkenntnis, sowohl aus politischer als auch persönlicher Perspektive. Der Hauptgrund dafür scheint zu sein, dass Verlustaversion bei der Verhaltensänderung der Menschen eine wichtige Rolle spielt. Dies war eine unmittelbare Erkenntnis der US-Studie.

Der Umfang der Aufklärung der Öffentlichkeit über die Einführung der Gebühr und die Grundhaltung zur Verwendung von Plastiktüten wurden in der Studie gezielt untersucht, spielten aber keine entscheidende Rolle. Dass bedeutet nicht, dass diese Faktoren in anderen Ländern und Regionen oder bei anderen Maßnahmen nicht wichtig, oder sogar nicht entscheidend sind. Aber in diesem speziellen Fall, wenn es so transparent ist wie beim Bezahlen an der Kasse, regiert das Geld.

Autor: ING


Ihre Meinung

Kommentare (29)


Kommentare

Frank

30.05.2019

Als Ein-Mann-Haushalt kaufe ich mehrmals die Woche ein; immer soviel, wie in den Rucksack hineinpasst. Für alle Fälle noch `ne Stofftasche dabei, die natürlich waschbar ist.
Mehrere Lebensmittelketten verzichten verstärkt auf Umverpackungen.
Das meiste Obst und Gemüse ist ja auch von Natur aus verpackt !
Nach Hause wird dann zu Fuß gegangen oder mit dem Bus gefahren - natürlich mit Jahres-Abo. Mein "Co 2-Fußabdruck" wird immer kleiner, und daß trotz Größe 46.
Wir müssen etwas tun. Die Natur braucht uns nicht.
Oh, was für ein "Gut-Mensch". (schmunzel)
Schönen "Vatertag" aus Kiel.


Jonas

24.05.2019

@Agnes

Irgendwo muss man anfangen.
Aber statt Papiertüten gibt es ja auch genug Stoffbeutel.

Oder lass du dir doch Verbesserungen einfallen....

Vieles könnte von Plastik, etc. in Kartons oder Glas gefüllt werden...aber dann stehen Hygienevorschriften etc. dagegen.
Und viele sagen dann, neeee das Glas ist doch so schwer, geht so leicht kaputt....
Dann muss man halt weniger auf einmal kaufen! Dann muss man halt wieder mehr aufpassen!
Aber was will man von der Plastikgeld und alles nur noch Digital-Fanatiker-Generation erwarten!
Alles motorische Blindgänger, die nur noch zwei Finger zum bedienen des Smartphones verwenden können.
Stellt sich nur noch die Frage, wann nur noch rum gerollt / rum gefahren wird, statt zu Fuß gegangen und diejenigen gar nicht mehr wissen wozu sie die Dinger haben, die am Unterlaib hängen.


Agnes

13.05.2019

Angesichts dessen, wieviel Plastik und Kunststoff im täglichen Leben verarbeitet wird, ist diese Plastiktütenaktion geradezu lächerlich und wieder typischer Aktionismus, da dieser Anteil sehr, sehr gering ist.
Alleine der Kunststoffverbrauch für Einmalinstrumente,-geräte,-geschirr usw. in medizinischen Einrichtungen ist so unvorstellbar gigantisch, dass man dies mit Einsparen von Plastiktüten m.E. nicht einholen kann. Weitere Beispiele: Schauen Sie Ihr Auto mal an, gehen Sie mit offenen Augen durch den Supermarkt usw...
Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass es besser ist wenn mehr Wälder für Papiertüten abgeholzt werden.


Heidi

13.05.2019

Plastik muss reduziert werden - das begreift wohl jeder. Aber doch bitte da, wo es sinnvoll ist. Eingepackte Gurken, Doppelverpackungen bei Lebensmitteln, Blisterverpackungen - um nur ein paar Beispiele zu nennen. Manchmal ist das Produkt kleiner als die Verpackung. Warum beginnt man nicht da? Und was soll das Verbot von Plastetrinkhalmen bewirken? Trinkhalme sind ja wohl nützlich und ganz bestimmt nicht die Produkte, welche die Meere massiv zu belasten. Die Erfindung von Plastik war ein FORTSCHRITT. Will man bei bestimmten Themen wieder zurück zum Holz, dann holzen wir halt die Wälder ab. Ist das gewollt? Es geht doch nicht um Plastik - sondern um den Umgang damit. Wenn jeder Mensch seine Plasteartikel ordnungsgemäß entsorgen würde, könnten sie der Wiederverwertung zugeführt werden und landen NICHT im Meer. Das Kaufen von Plastiktüten löst jedenfalls nicht das Problem. Denn wenn ich z.B. Kleidung kaufe, brauche ich ja wohl eine Verpackung, oder soll ich die Ware unverpackt nach Hause tragen? Mich nervt, dass man keine Alternative bekommt - z.B. einen Bogen Papier. Was ist das Resultat: Ich muss nun doch eine Tüte mitnehmen, nur diesmal nicht umsonst sondern mit einem kleinen Beitrag. Das ändert aber nichts an der Situation - nur Geldschneiderei!


McMurph

11.05.2019

Mein kompletter Plastikmüll wandert in die Mülltonne. Diese wird kostenpflichtig von der Müllabfuhr geleert. Der Müll wird entsprechend der gesetzlichen Vorgaben entsorgt. Soweit so gut. Dass Müll aber zur Entsorgung weiter nach Übersee verschickt wird, ohne dass die Wege und das Ergebnis kontrolliert werden, haben andere zu verantworten.
Die gigantisch riesigen Mengen, die in den Ozeanen dieser Welt treiben, sind sicher nicht nur durch Wind, Wetter und Flüsse dort hingekommen. Verklappung auf offener See dürfte einen riesigen Anteil haben. Sucht die Verantwortung dort, wo sie liegt: bei Entsorgern und den dortigen Verantwortlichen, Grüner Punkt, Duales System etc.
Ich lasse mich nicht mehr auf den Arm nehmen!


Schröder

11.05.2019

prima, hoffentlich lesen das auch die Plastikmuffels!


Kirk

10.05.2019

@ Dieter: so sieht´s leider aus, bei den meisten Menschen gibt es viel Meinung, aber wenig Wissen!

@ Joe: Was ist gegen eine thermische Verwertung von gebrauchten Kunststoffen einzuwenden? Aus einem modernen MHKW gelangt wohl auf keinen Fall Kunststoff in einen Fluss oder ins Meer und nebenbei werden auch noch andere Energiequellen (auch fossile) geschont.

Der Export von Abfällen aus Europa ist nur nach dem "Baseler Übereinkommen" zulässig. Hier werden strenge Vorgaben zur Verwertbarkeit und Zusammensetzung der Abfälle gemacht. Außerdem wird für den exportierten Abfall ein positiver Erlös gezahlt. Keiner zahlt dafür Abfälle zu bekommen um sie dann in den nächsten Fluss zu kippen. Allerdings bin ich aus einer Vielzahl von Gründen auch dafür diese Verwertung zukünftig in Europa durchzuführen. China zwingt uns seit letztem Jahr darüber nachzudenken, da es eine Reihe von Importbeschränkungen für Abfälle verhängt hat. Vielleicht hat das dann auch seine guten Seiten.


Dieter

10.05.2019

Geht es wirklich noch realitätsferner als z.B. bei Angela ?
Wir liegen im Bett - früher auf Holz, Stoff und Stahl --- heute auf Plastik.
Bettdecke und Kopfkissen waren früher mit Daunen gefüllt - und heute mit Plastik. Die Füße raus aus dem Bett - früher rein in Filzpantoffeln und heute rein in Klongs von HSE24. Im Bad greifen wir zu Zahnbürste - früher aus Holz, heute biegsam oder elektrisch aus Plastik. Der Zahnputzbecher - früher aus Holz heute aus Plastik. Der Spiegelschrank vor uns - früher aus Holz, heute aus Plastik. Die Klobrille - früher aus Holz, heute aus Plastik. Soll ich fortsetzen? Die Brennstoffzelle und Wasserstofftanks bestehen zu großen Teilen aus Plastik. Auch die Photovoltaikzelle auf dem Dach und die Flügel der Stromturbine auf dem Feld nebenan.
Na dann träumt man weiter ---- . Schon Einstein war bekannt: die Dummheit der Menschheit ist unendlich groß. ;-) Also das Abschaffen der Plastikzahnstocher und der Trinkhalme rettet den Planeten. :-(


Jens

09.05.2019

Gebühren bringen gar nichts.
Denn die, die Geld haben....und denen alles egal ist, die zahlen die Gebühren und werfen trotzdem alles auf den Boden oder verbrauchen weil es bequemer ist eine Plastiktüte nach der anderen.
Diejenigen, die Geld haben interessiert ja nicht mal Dosen- / Pflaschenpfand.


@all

09.05.2019

Träumt ruhig weiter. Und negiert einen bekannten Spruch, der da sinngemäß lautet " Das Kapital - 1000% Profit und es riskiert die Existenz der Menschheit". Verzicht auf Plastik? Man muss schon die täglich sichtbaren Realitäten absolut krankhaft negieren, um den Verzicht auf Plastik zu fordern: kein Auto, keine Bahn, kein Flugzeug, kein Schiff, kein TV-Gerät, keine Wohnung, kein Krankenhauszimmer usw. existiert heute ohne Plastik.
Übrigens: in der Masse der Länder unserer kleinen großen Erde gibt es keine kommunale Müllentsorgung. Deshalb fällt Euch besonders in Afrika, einigen arabischen Ländern, Teilen Asiens und in Lateinamerika der viele Plastikmüll in der Natur auf. Und im total dreckigem und vermüllten Indien ist sowieso alles was geschieht laut dem Glauben der Hindus der Wille einer Gottheit.


Angela

08.05.2019

Jeder kann und sollte den Konsum von Plastikgütern sofort einschränken. Nach kurzer Zeit verselbstständigt sich dieses Verhalten. Wenn wir wirklich etwas bewirken wollen, muss jeder mitmachen. Es gibt so viele Alternativen, die wir mit dem Einsatz unserer Besitztümer bewirken können. Oft reicht es, genügsamer zu werden!!!


Dieter Rathmann

07.05.2019

Ja. Auf alle Fälle. Ich bin Chemiker und habe auch Studien über die Problematik der Mikro und Nanoplastik Partikel in den Meerestieren gelesen. Die Uni Tromsoe hat dazu interessantes Material. Bei meinen Reisen in Asien und Afrika habe ich die Berge von Plastikmüll gesehen. Wir müssen unbedingt was dagegen tun. Schritt für Schritt in die richtige Richtung


Müßig

06.05.2019

Was soll dieser Artikel?
Solange der Zwang zu Handy und TAN-Generator besteht, ist die Diskussion über Plastiktüten müßig. Und falls jemand meint, dass ich ja nicht bei einer Direktbank sein muss, sondern zu meiner Sparkasse vor Ort gehen kann - auch die stellt immer mehr auf Plastik oder umweltfreundlich weite Wege um.


@Notting zu Punkt 3

06.05.2019

"Auch besteht immer wieder die Gefahr, dass die falsche Produktbeschreibung/Foto draufsteht, was man wenn man reinschauen könnte evtl. sehen kann. Z. T. ist das für Allergiker lebensgefährlich!"

Ah ja, verstehe...ein Allergiker kann durch das Glas anhand der sichtbaren Lebensmittel erkennen, dass er dagegen allergisch ist.
Schon klar....


Chris

05.05.2019

Der Plastikverbrauch wird in unserer Wegwerf-Gesellschaft leider erst dann zurückgehen, wenn weniger Plastikprodukte hergestellt werden.

Weniger Angebot - geringere Nachfrage - zurückgehender Plastikmüll.


Jorge

05.05.2019

Was soll der ganze Unfug. Solange die gelben Säcke mit dem gesammelten und mit Trinkwasser gereinigten Plastik etc. dann z.B. nach Indonesien zum schreddern und im Meer entsorgen gegeben werden ist jede Gebühr nur Kostenreduzierung der ausgebenden Läden.


Ingo

05.05.2019

es ist traurig, dass man immer erst aufschreckt, wenn es schon kurz vor 12 Uhr ist. Jeder Verbraucher hatte die Wahl, wo und wie kaufe ich ein. Wenn man 30 Jahre den Discounter an die Nr. 1 der Kaufliste schiebt, muss man sich doch nicht wundern, warum wir heute die größten Müllerzeuger sind. Der Staat hat es versäumt über die Jahre hier einzugreifen und jetzt exportieren wir unsern Müll in die ärmsten Länder der Welt. Einfach eine erschreckende Vorstellung. Der Staat kann doch dafür sorgen, dass Verpackungen höher besteuert werden. Ich kaufe schon seit Jahren meine Getränke in Glasflachen und versuche möglichst andere Produkte, in Glasbehältnissen zu kaufen. Wenn es gar nicht anders geht, kann man ja auch auf einen Wochenmarkt gehen, dort wird meistens das Obst und Gemüse , fast ausschließlich lose angeboten und kaufen. Jeder kann sein Kaufverhalten einmal überdenken und vielleicht vor dem Einkauf überlegen, was man zum Einkauf bereits vorher an Behältnissen mitnimmt, ohne die Umwelt zu belasten. In diesem Sinne, schönen Tag


Joe

05.05.2019

@Ulrich, Kirk: Sie sagen, dass Deutschland durch seine saubere Trennung kaum etwas zum "Meererplastik" beiträgt? Nun, der deutsche Plastikmüll wird zum einen dem Restmüll zugemischt, damit dieser überhaupt brennt (thermische Wiederverwertung), zum anderen in asiatische Länder exportiert. Und dieser exportierte Anteil taucht perfiderweise als Wiederverwertung in der Statistik auf. Sorry, in Deutschland sortiert doch niemand die gepressten Gelbe-Sack-Ballen und fertigt daraus Stoßstangen oder Parkbänke. Das war ein Traum.
Es wäre mal interessant zu erfahren, wieviele der Verpackungen, die wir in Indonesiens Flüssen finden, deutsche Aufschriften tragen.


notting

04.05.2019

@Bertram:

"1. Plastiktüten machen keinen Sinn, sollten sofort verboten werden."
Schwachsinn, aus hygienischen Gründen oder wg. der rel. hohen Wasserdichtigkeit ist das sehr oft sinnvoll! Bzw. eine wiederverwendbare Plastiktüte etc. nach der 1. Nutzung eben z. B. aus hygienischen Gründen wegzuwerfen ist noch schlimmer für die Umwelt als eine einfache Tüte zu benutzen!
Bzw. wenn man das konsequent weiterspinnt, müssten z. B. Hunde und Pferde verboten werden, die häufiger mal auf die Wege kacken...

"2. Plastik- und Kunststoff Flaschen sollten sofort verboten werden [...]"
Damit Lebensmittel eher ungenießbar werden wenn sie in der Verpackung mal runterfallen bzw. man eher was dabei hat, wo man sich selbst oder andere eher mal mit verletzen kann, also z. B. auch wenn es runterfällt?! Oder lieber die noch energieintensiveren Metalldosen, die's für Getränke nicht in Mehrweg gibt? *facepalm*

"3. Und man braucht auch keine Plastik Fenster oder Plastiktüten bei Nudeln und anderen Gerichten. Fotos können auf dem Karton angebracht werden....das Essen etc. muss nicht gesehen werden."
Damit die Lebensmittel eher kaputtgehen, wenn sie mal nass werden oder wenn es z. B. Sachen mit Sauce sind? Wie gesagt, Metalldosen sind meist nicht besser.
Kartons haben auch oft Ritzen wo kleine Schädlinge reinkönnen.
Damit man zur Arbeit einen Teller mitnehmen muss statt die ohnehin nötige Verpackung dafür zu verwenden?
Auch besteht immer wieder die Gefahr, dass die falsche Produktbeschreibung/Foto draufsteht, was man wenn man reinschauen könnte evtl. sehen kann. Z. T. ist das für Allergiker lebensgefährlich!

Und die Kernfrage sollte eigentl. sein: Wie kommt das Plastik dahin wo es nicht sein sollte, obwohl es schon mal in einem Abfalleimer war und von einem Müllwagen mitgenommen wurde?!

"Wenn wir mehr vom Auto etc. weg wollen, dann müssen wir halt die Arbeitsplätze und Wohnungen, Ärzte usw. näher zusammen bringen."
Leider wird der Fehler gemacht die Job zu sehr zu konzentrieren insb. in die Großstädte :-(

notting


notting

04.05.2019

Hier wird mal wieder ganz offensichtl. völlig ignoriert, dass viele Leute alte Plastiktüte z. B. als Einsatz für den Mülleimer verwenden. Sprich der Kauf von Plastiktüten, die man z. B. als Rollen kauft, wurde komplett ignoriert :-(
Sprich man hatte das mitbetrachten müssen. Dadurch sind die Studien zieml. sinnfrei...

notting

PS: In D werden ja div. Plastiktüten serienm.(!) offiziell für den Müll verteilt -> gelber Sack...


SiKa

03.05.2019

Lieber Bertram,
danke für Ihren Beitrag - Sie sprechen mir aus der Seele! Auch mir wären an vielen Stellen strenge staatliche Kontrollen sowie klare Verbote deutlich lieber. Ich habe überhaupt nicht den Eindrück, dass eine Gebühr für Einwegbeutel die Plasteflut eindämmt. Im Gegenteil, immer mehr Gurken, Tomaten, Früchte usw. sind in Plasteschalen und Folien verpackt. Oft habe ich keine Wahl, unverpackte gleichwertige Artikel zu nehmen und wenn, dann sind diese kurioserweise teurer (!). Es ist höchste Zeit, für die Verpackungsindustrie klare Richtlinien UND Anreize zum Umschwenken auf umweltfreundliche Materialien festzulegen. Es kann doch nicht der Weisheit letzter Schluss sein, alle Probleme unserer Zeit mit einer Gebühr für die Verbraucher lösen zu wollen: Tabaksteuer, CO 2 - Steuer, Zuckersteuer, Ökosteuer ... Und die Verursacher machen weiter ihre Gewinne. Ich bin mir übrigens überhaupt nicht so sicher, dass der DEUTSCHE Anteil an MEERESPLASTIK nur minimal ist. Müllentsorgung ist ein sehr einträgliches Geschäft ...!


Jens

03.05.2019

Wenn ich mir die Welt so ansehe, haben wir wesentlich größere Probleme als ein paar Plastiktüten. Natürlich sollte ein jeder sehen, was er selbst zu einer besseren Welt beitragen kann. Kleinvieh macht schließlich "auch Mist". Aber bei fast 8 Mrd. Menschen auf dieser Erde wird es leider keine großen Auswirkungen haben, wenn gerade einmal 80 Mio. Menschen in Deutschland ein paar Plastiktüten weniger verbrauchen...


Probleme sind doch längst gelöst

03.05.2019

Da hier schon mal die böse Planwirtschaft erwähnt wurde: Ich kann mich an (böse!) DDR-Zeiten erinnern, da gab es Pfand auf Wertstoffe. Wir sind als Kinder durch die Nachbarschaft gezogen, haben an jeder Tür geklingelt, oder die Altstoffe lagen schon zum Abholen bereit, und um drei Ecken weiter gab es eine Sammelstelle, bei der wir uns ein kleines Taschengeld abholen konnten. Das Material konnte wiederverwendet werden, und auf den Straßen lag kein Müll. Soll es heute auch noch geben. Pfand oder so nennt sich das.
Ist übrigens auch förderlich für das menschliche Miteinander.


Thomas d

03.05.2019

Klar,wie immer,Industrie führt was ein was für die Verbraucher zum Vorteil sein soll,sodann muss der übervoreilte Bürger die Suppe aus löffeln...-dazu die sogenannte Selbstverpflichtung der Industrie-Ergebnis seit Jahrzehnten -nichts dazugelernt-und die Partei/Diktaturen schlafen weiter und kriechen den Firmen in den A...


Karl

03.05.2019

Ich weiß nicht mehr wie viel und wie oft ich nicht schon bezahle. Meist ohne dass ich es beeinflussen kann.
Für die hoffentlich ordnungsgemäße Entsorgung Müll, Gelbe Tonne usw..
Über den Preis - Grüner Punkt usw..
Und was weiß ich noch wo?
Also alles pure Geldschneiderei.
Ich muss kaufen wie es der Handel anbietet.
Meine Tüten bringe ich jedenfalls nicht an den Fluß oder ans Meer.


@Bertram

03.05.2019

Ich glaube Sie haben zu China nur die vielen Lügen der deutschen Lügenmedien im Kopf. Für Sie wenigstens einmal zum Nachdenken: China kaufte bereits 2007 die Lizenz für Kat 7 ! Und Kat 7 ist dort seit 2011 verbindlich. Und in der BRD verkaufte man 2011 noch Autos mit Kat 4! Außerdem sind in China schon seit 2008 alle Moped mit Verbrennungsmotoren in den Großstädten verboten - dort sind nur noch E-Moped unterwegs. Auch an der Stelle hinkt die BRD meilenweit hinterher. Hätten Sie lieber Thailand, Hongkong, Taiwan, Afrika und Arabien kritisiert - da gibt es die realen Plastikverpackungsorgien. Und auch die ganze Manila-Bucht ist dank USA-livestyel ein Plastikmüllmeer. Übrigens: auch die in der DDR üblichen Dederon-Einkaufsbeutel wurden dem Westniveau (Plastikbeutellawine) geopfert.


Ulrich

03.05.2019

Ich bin nicht Einstein, aber verhalte mich schon von Geburt an durch meine Erziehung zu Ordnung , Sauberkeit und Sparsamkeit, wie von Kirk beschrieben, leider nimmt die (Plastik-)Vermüllung in unserem Stadtteil in den letzten zwei-drei Jahren stetig zu. Der Plastik-Tütenverbrauch (trotz Gebühr) durch zugezogene, zB. an der Kasse von Norma, steigt ständig. Im Umfeld von Schulen und Gymnasien ist die Wegwerfmentalität besonders ausgeprägt. Ich glaube nicht, dass die nur noch wenigen alteingesessenen Rentner mit ihren Einkaufstaschen sich als Vorbild für Menschen durchsetzen können, die aus Weltregionen kommen, die 90 % des Plastikproblems erst erzeugt haben. Der Anteil Deutschlands am "Meeresplastik" beträgt, ähnlich wie bei anderen weltweiten Problemen nur Promille.


Kirk

03.05.2019

Ich trenne meinen Abfall sehr sorgfältig. Kunststoffverpackungen kommen natürlich in die gelbe Wertstofftonne. Auch die anderen angebotenen Wertstofferfassungssysteme (Pappe/Papier, Glas etc.) nutze ich schon aus Kostengründen, den Ökonomie und Ökologie müssen sich nicht ausschließen! In der Regel benutze ich schon immer Mehrwegbeutel für meine Einkäufe. Nur in Ausnahmen habe ich auf Kunststofftüten zurückgegriffen und diese dann mehrfach verwendet.

Ich bin mir ziemlich sicher, das meine kommunaler Entsorger für die Restmülltonne, aber auch der private Entsorger für die Wertstofftonne meine Abfälle in keinen Fluss und auch nicht ins Meer kippen! Bei meinen verschiedenen Reisen durch Asien und Südamerika aber auch in den etwas wohlhabenderen Ländern Afrikas konnte ich feststellen, wie dort mit dem Thema umgegangen wird. Flüsse sind ein einziges großes Entsorgungssystem. Alles was man los werden möchte wird dort reingekippt und besonders Unmengen an Plastikmüll.

Jetzt frage ich mich, wie wir hier in Deutschland die Welt retten, indem wir keine Plastiktüten mehr benutzen, wenn der Rest der Welt die Ozeane weiterhin als Müllkippe verwendet? Diese ganze Kampagne erscheint mir doch recht populistisch und nicht problemorientiert.


Bertram

03.05.2019

1. Plastiktüten machen keinen Sinn, sollten sofort verboten werden.

2. Plastik- und Kunststoff Flaschen sollten sofort verboten werden, damit es leichter ist, kann man ja auf max. 0,5 bis 1 Liter umsteigen. Wer braucht schon eine 2,5 Liter Cola? Wer jammert, dass der Einkauf dann so schwer ist, der sollte halt öfter einkaufen gehen oder mit einem Einkaufs Wagerl - aber nein, dann hat man ja weniger Freizeit und so ein Wagerl ist ja so uncool.

3. Und man braucht auch keine Plastik Fenster oder Plastiktüten bei Nudeln und anderen Gerichten. Fotos können auf dem Karton angebracht werden....das Essen etc. muss nicht gesehen werden.

Allgemein sollten wir viel schneller und aktiver etwas verändern. Und Kosmetik mit Mikroplastik sollte auch sofort aus dem Handel genommen und mit Produktions Stopp versehen werden.

Aber auch billig Länder wie China - also Weltweit sollte das sofort gelten. Die merken doch schon selber wie sie ihre Flüsse verseuchen, kein Trinkwasser haben, unsaubere Luft usw.

Wenn wir mehr vom Auto etc. weg wollen, dann müssen wir halt die Arbeitsplätze und Wohnungen, Ärzte usw. näher zusammen bringen.
Klar bleibt dann eine gewisse Kontrolle bzw. wie in der DDR Planwirtschaft nicht aus.

Aber hey, kann man nicht Planwirtschaft mit Marktwirtschaft, Sozialwirtschaft und Kapitalismus verbinden?
Des Weiteren sollten Gehälter, Boni, etc. einheitlich in einer Grenze verlaufen.
Ein Manager, egal wo oder eine Führungskraft, sollte maximal je nach Firmengröße das 5 bis max. 15 fache als Gehalt, Lohn, etc. erhalten ohne weitere Aktienoptionen, Vergünstigungen, Boni, usw.
Und das frei gewordene Geld, dass Firmen verdienen, sollte dann in die Unternehmen gesteckt werden, in die einfachen Arbeiter und oder in einen sozial Topf aus dem ärmere oder Projekte zur Verbesserung der allgemeinen Welt / Weltwirtschaft finanziert werden.

Ich weiß, das ist Utopie und Träumerei....aber hey, hätten die Größen wie Einstein, Da Vinci, Galilei, Kolumbus, etc. nicht geträumt....dann wären wir heute noch nicht da wo wir sind.