Portemonnaie oder Wiener Schachtel?

Was die Deutschen zu ihrem Geldbeutel sagen und was sie alles darin herumtragen

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© iStockphoto/hsvrs

Fast niemand geht ohne ihn aus dem Haus. Und in der Hosentasche ist er mindestens genauso häufig zu finden wie das Handy: der Geldbeutel. Wir zeigen, was im deutschen Durchschnittsgeldbeutel so alles drin ist und warum er auch Wiener Schachtel genannt wird.

Fast in aller Munde: das Portemonnaie

So nennen die meisten Deutschen das kleine Behältnis aus Leder, Stoff oder Plastik für Geld, Ausweis und Kreditkarten. Vor allem die Nord- und Mitteldeutschen verwenden den Begriff Portemonnaie häufig – auch in der eingedeutschten Form "Portmonee". Klingt altmodisch, ist aber der modernere Begriff für Geldbeutel: Erst mit der Verbreitung des Papiergelds im 19. Jahrhundert wurde er in Deutschland und Frankreich gebräuchlich.

Im Süden heißt es ganz klar Geldbeutel

Es gibt eine deutliche Grenze zwischen "Portemonnaie" und "Geldbeutel" – sie verläuft grob gesagt nördlich von Bayern und Baden-Württemberg. Das zeigt sehr anschaulich der Atlas zur deutschen Alltagssprache (AdA), initiiert von Prof. Elspaß, Universität Salzburg, und Prof. Möller, Universite de Liège. Der Begriff Geldbeutel gilt als älter, weil er sich noch auf die früheren, sackartigen Behälter bezieht, die zum Aufbewahren von Münzen an den Gürtel gehängt wurden.

Das tragen wir heute mit uns rum

Auch wenn wir ihn heute noch Geldbeutel nennen – viele Münzen tragen wir nicht mehr in ihm herum. Im Durchschnitt haben die Deutschen 103 Euro in ihrem Portemonnaie, darunter 6 Euro in Münzen. Bargeld ist auch als Reserve wichtig: Wenn sie zum Geldautomaten gehen, haben ein Drittel aller Deutschen noch 21 bis 50 Euro in ihrem Portemonnaie. Nur 16% holen erst Geld, wenn gähnende Leere in ihrem Geldbeutel herrscht.

Mehr drin als nur Münzen und Scheine

Portemonnaie kommt aus dem Französischen und bedeutet übersetzt "Geld tragen". Heutzutage müsste es eher "Karten tragen" heißen: Die meisten Deutschen haben nämlich 2–3 Karten in ihrem Portemonnaie. Die Wichtigste: die girocard (ec-Karte): 81% aller Deutschen haben sie immer in ihrem Geldbeutel, 77% ihre Krankenversicherungskarte und 32% ihre Kreditkarte. Auch in der Wiener Schachtel liegt Geld. Bei "Wiener Schachtel" denkt man spontan an Torten oder Pralinen, aber falsch gedacht. Sie gehört zu den Damengeldbörsen und wird gern zur Geldaufbewahrung verwendet. Das Besondere an der Schachtel: Das Münzfach lässt sich besonders weit öffnen – so sind die gesuchten Münzen besonders leicht zu finden.

Noch ein Tipp, falls Sie zu Weihnachten ein Portemonnaie verschenken: Legen Sie einen Glückscent hinein. Das verspricht dem Beschenkten einen schönen Geldsegen.


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