Alternative zum Dispo

Rahmenkredit kann Zinskosten halbieren | 02.09.2013

Rahmen statt Dispo

© Schlierner/Fotolia.com

Der Dispokredit ist für viele Verbraucher die bequemste Art, sich kurzfristig Geld zu beschaffen. Zugleich ist er aber auch die mit Abstand teuerste Variante. Denn trotz des allgemein sehr niedrigen Zinsniveaus verlangen viele Banken noch immer sehr hohe Zinsen für den mit dem Girokonto verbundenen Überziehungskredit. Im Schnitt liegt der variable Sollzins im zweistelligen Bereich. Bei manchen Banken beträgt er sogar mehr als 14%, wie eine aktuelle Untersuchung von Finanztest (Stiftung Warentest) zeigt.

Der Dispokredit sollte eigentlich nur für die kurzfristige Überbrückung genutzt werden. Die Realität sieht freilich anders aus: Bankkunden überziehen häufig über Monate hinweg ihr Girokonto. Und das kostet jede Menge Geld. Was viele Verbraucher gar nicht wissen: Sie könnten von jetzt auf gleich ihre Zinskosten deutlich senken, wenn sie statt eines Dispos einen Rahmen- oder Abrufkredit in Anspruch nehmen würden.

Rahmenkredit flexibel nutzen

Dieser Kredit ist genauso flexibel wie der Dispo, kostet aber meistens deutlich weniger Zinsen. Es wird einfach ein Kreditrahmen vereinbart, innerhalb dessen das benötigte Geld von heute auf morgen abgerufen werden kann. Wie beim Dispo fallen die Zinsen auch beim Abruf- oder Rahmenkredit nur für die tatsächlich abgerufenen Beträge an. Zusätzliche Bearbeitungsgebühren werden nur von einigen wenigen Banken verlangt.

Unterschiede gibt es je nach Anbieter bei der Rückzahlung des Rahmenkredits. Während einige Banken keinerlei Vorgaben machen, wann der Kredit zurückgezahlt werden muss, fordern andere eine monatliche Mindesttilgung von oftmals 2 bis 3% des in Anspruch genommenen Kredits. Oder es sind zumindest die anfallenden Zinsen zu zahlen, damit der Kunde nicht in die Schuldenspirale gerät.

Wichtig:

Den Kredit bekommen bei vielen Anbietern auch Kunden, die ihr Girokonto bei einem anderen Geldhaus haben. Wer den Umstieg vom Dispo zum Rahmenkredit vollzieht, kann ohne Komforteinbußen viel Geld sparen, wie ein Beispiel zeigt.

Wer 8.000 Euro über einen Zeitraum von sechs Monaten finanzieren muss, zahlt bei einem Dispokredit mit einem Sollzins von 14% und bei der gängigen vierteljährlichen Zinsverrechnung rund 570 Euro an Zinsen und Zinseszinsen. Dagegen fallen bei einem Rahmenkredit mit einem Sollzins von 7% und der üblichen monatlichen Zinsverrechnung lediglich 284 Euro an. Das bedeutet: Kunden können die Zinskosten um mehr als die Hälfte reduzieren.

Tipp:

Kreditnehmer sollten jene Geldhäuser bevorzugen, die sich beim Rahmenkredit mit einem niedrigen Sollzins zufriedengeben, auf eine Bearbeitungsgebühr verzichten und eine flexible Rückzahlung des Kredits ermöglichen.


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