Heizkosten sparen

Mehr Wärme und Wohlgefühl durch richtig heizen | 04.12.2017

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Den meisten Menschen ist im Winter ein warmes Zuhause ihr Geld wert. Ganze 80% des Energiebedarfs in privaten Haushalten entfallen auf Heizkosten und Warmwasser. Sie möchten beim Heizen sparen? Bis zu 300 Euro pro Jahr sind möglich. Wie richtig heizen geht:

Richtig heizen – Status Quo der Heizungen feststellen

Rund 80% aller Heizsysteme in Deutschland entsprechen nicht dem Stand der Technik, richtig heizen ist also nicht möglich. Das geht aus einer Analyse der gemeinnützigen co2online GmbH hervor – auf Basis von ausgewerteten Daten von über 60.000 Gebäuden. Bei jeder vierten Heizungsanlage entweichen 30% der Energie ungenutzt durch den Schornstein. Der Austausch eines veralteten Heizsystems ist daher auf lange Sicht oft die beste Möglichkeit, Heizkosten zu sparen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet dafür zum Beispiel Förderungsmöglichkeiten in Form von Zuschüssen und zinsgünstigen Krediten an.

Richtig heizen – Heizsystem regelmäßig warten

Nicht immer ist ein neues oder umgerüstetes Heizsystem nötig: Wie beispielsweise beim Auto lohnt sich ebenfalls bei der Heizungsanlage, sie regelmäßig zu warten, um langfristig deren Werterhalt zu sichern. Ein Fachmann stellt zu diesem Zweck mit einem hydraulischen Abgleich die Druckverhältnisse und Volumenströme optimal ein. Dann verteilt sich die Heizenergie gleichmäßig im Haus und lässt sich effizient nutzen. Experten überprüfen Verschleißteile und tauschen sie fürs richtige Heizen gegebenenfalls aus.

Für alle, die Heizpumpen erneuern oder eine Heizungsanlage sanieren lassen, bietet das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Fördermöglichkeiten von 30% der Kosten. Dieses Förderangebot gilt ebenfalls, wenn Sie einen hydraulischen Abgleich in Auftrag geben.

Richtig heizen – Heizungscheck selbst vornehmen

Sie können mit Heizkörper-Entlüftungsschlüssel Ihre Heizung selbst entlüften. Bei neuen Modellen ist es oft überflüssig, bei älteren Modellen steigert das regelmäßige Entlüften die Effektivität und senkt den Energieverbrauch um bis zu 15%. Ein Warnhinweis für zu viel Luft ist das typische Gluckern.

Gluckert die Heizung, dann ist womöglich ein zu niedriger Wasserdruck die Ursache, richtig heizen ist dann nicht möglich. Funktioniert die Pumpe nicht einwandfrei, werden die Heizkörper nicht gleichmäßig warm – viele drehen sie dann höher auf. Die Folge: ein Anstieg der Heizkosten. Überlassen Sie anfangs das Nachfüllen des Wassers einem Experten. Legen Sie erst selbst Hand an, wenn ein Profi Sie einweist.

Richtig heizen – Heizkosten sparen mit Thermostaten

Thermostate helfen beim Heizkosten sparen und halten die Raumtemperatur konstant. Anders als bei klassischen Modellen lässt sich bei programmierbaren Thermostaten zusätzlich einstellen, wann die Heizkörper anspringen oder ihre Temperatur drosseln. Auf diese Art lassen sich Heizkosten sparen. Manche Modelle verfügen über einen Fernzugriff und lassen sich beispielsweise per Smartphone steuern. Thermostate mit Fernzugriff kosten rund 50 bis hin zu mehreren Hundert Euro. Gute programmierbare Geräte ohne Handyzugriff können Sie für rund zehn bis 30 Euro kaufen, die klassische Thermostat-Variante kostet zum Vergleich rund fünf bis 20 Euro.

Richtig heizen – Einzelheizung schlägt Fernwärme?

Jede Heiztechnologie bietet Vor- und Nachteile – die eine billigste Heizform, um Heizkosten zu sparen, existiert nicht. Gas- und Ölheizungen verursachen Anschaffungskosten – und sind in Bezug auf die laufenden Kosten günstig. Ein Anbieterwechsel ist ohne Probleme möglich, während Sie bei der Fernwärme meist für mehrere Jahre gebunden sind und die Auswahl an Anbietern geringer ist.
 
Heizen mit Fernwärme bietet den Vorteil, dass das System wartungsarm ist sowie keine zusätzlichen Kosten für Heizkessel, Verbrennungsanlage oder Lagerbereich entstehen. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe verursacht niedrigere Kosten im Verbrauch, die Anschaffungskosten liegen im fünfstelligen Euro-Bereich. Alternativ erzielen Sie einen günstigen Verbrauch mit einem Pelletkessel, der weniger kostet als die Pumpe, dafür viel Platz und ein Förderband vom Lager zum Kessel benötigt.

Richtig heizen – Tipps

Egal, welche Heizform Sie zu Hause haben – alles, was zählt, ist richtig heizen, um Heizkosten zu sparen.

  • Temperatur senken: Ein Grad weniger senkt die Kosten um bis zu 6%. Das Umweltbundesamt rät zu 20 bis 22 Grad im Wohnraum, 18 Grad in der Küche und 17 bis 18 Grad im Schlafzimmer.
  • Stoßlüften statt Dauerlüften: Dauergekippte Fenster verschenken Heizenergie und damit Geld. Das Mauerwerk kühlt aus und benötigt mehr Energie, um sich wieder zu erwärmen. Idealerweise reißen Sie mehrmals am Tag für fünf bis zehn Minuten Fenster und Türen weit auf.
  • Heizung freihalten: Sorgen Sie dafür, dass die Luft am Heizkörper im Raum zirkuliert, damit sich die Wärme optimal verteilt. Möbel, Vorhänge oder sonstige Wohnaccessoires haben vor der Heizung nichts zu suchen.

Viel Erfolg beim richtigen Heizen!

Autor: ING


Ihre Meinung

Kommentare (2)


Kommentare

Bernhard

10.12.2018

die beste Einsparung wäre , wenn es überhaupt keine Kippstellung der Fenster möglich wäre . Erst dann wird die beste Möglichkeit der Stoßlüftung da


notting

04.12.2017

Sehr wichtige Dinge fehlen:
- Ein Mieter kann sich bestenfalls das Werkzeug zum Entlüften besorgen. Macht aber nur bedingt Sinn, wenn man kein zusätzl. Wasser ins System bringen kann. Dafür und auch für die Heizungsanlage an sich ist der Vermieter zuständig.
- 30 Jahre alte Heizungskessel *müssen* ausgetauscht werden -> https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/heizen-und-warmwasser/austauschpflicht-fuer-heizkessel-11902

notting