Berufliche Auszeit

Sabbatical – Tschüss Alltag, hallo Abenteuer! | 26.02.2016

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Kennen Sie das: Im Kino wünschen Sie sich für zwei Stunden, die Hauptrolle zu übernehmen und sind letztendlich froh, dass der Abend im gemütlichen Wohnzimmer endet. Ähnlich ist es beim Sabbatical. Hier können Sie sich auf Zeit neu ausprobieren, Neues entdecken oder nochmal die Schulbank drücken. Lehnen Sie sich entspannt zurück: Die Rückfahrkarte zum Arbeitgeber ist von Anfang an in Ihrer Tasche. Hier kommt Ihr Wegweiser zum Abenteuer mit eingebautem Rettungsboot:

Was ist ein Sabbatical?

Ein Sabbatical ist eine befristete Freistellung vom Job mit Rückkehrgarantie. Ist in Ihrem Unternehmen eine Betriebsvereinbarung dazu vorhanden? Dann ist eine wichtige Hürde genommen. Wenn nicht, heißt das nicht, dass nichts geht. Ihr Arbeitgeber hat die Möglichkeit, mit Ihnen freiwillig eine Auszeit zu vereinbaren. Verpflichtet ist er dazu in der Regel nicht. Grundsätzlich ist also immer Ihr Verhandlungsgeschick gefragt, wenn Sie Ihren Chef von Ihren Plänen überzeugen möchten. Leichter fällt das, wenn Sie eine Idee mit Gewinn für beide Seiten haben.

Gute Gründe für ein Sabbatical können sein, dass Sie sich beruflich weiterbilden oder sozial engagieren möchten. Einen Auslandsaufenthalt können Sie unter Umständen ebenfalls in einen Vorteil für das Unternehmen ummünzen. Ein Sabbatical mündet nicht gleich in ein Sabbatjahr. Die Spanne für eine Freistellung liegt häufig zwischen drei und zwölf Monaten.

Sabbatical – So sieht die Finanzierung aus

Einige Unternehmen bieten flexible Arbeitszeitkonten an. Hier können Sie sich Ihren Ausstieg in kleinen Schritten durch das Ansammeln von Überstunden erarbeiten. Die angesparten Stunden feiern Sie in einer längeren Freistellungsphase ab. Ihr Arbeitgeber zahlt in dieser Zeit das Gehalt weiter. Die Kranken- und Sozialversicherung läuft ebenfalls weiter.

Bei einigen Arbeitgebern ist ein Gehaltsverzicht beim Sabbatical möglich. Sie „ersparen“ sich die Auszeit, indem Sie Vollzeit arbeiten und nur einen Teil des Gehaltes beziehen. Den Rest spart Ihr Arbeitgeber an und überweist Ihnen während der Freistellung monatlich einen bestimmten Betrag. Ähnliche Modelle bietet vor allem der Öffentliche Dienst an. Mit einer über mehrere Jahre laufenden Teilzeitvereinbarung bekommen Sie dann in der Anspar- und Freistellungsphase das gleiche Geld.

Fürs Sabbatical unbezahlten Urlaub nehmen

Wenn das nicht geht, können Sie mit Ihrem Arbeitgeber unbezahlten Urlaub vereinbaren. Beachten Sie hierbei, dass Sie sich selbst um Ihre Kranken- und Rentenversicherung kümmern müssen. In der Freistellungszeit leben Sie dann von Ihren Ersparnissen.

Planen Sie langfristig. Damit machen Sie es Ihrem Arbeitgeber leichter, Ja zu sagen. Beide Seiten klären in Ruhe wichtige Fragen. Wer macht zum Beispiel Ihren Job, wenn Sie weg sind? Generell gilt: Bei einem größeren Unternehmen lässt sich ein Sabbatical einfacher umsetzen.

Rückkehr vom Sabbatical ohne Abenteuer

Machen Sie sich keine Jobsorgen, während Sie weg sind. Sie kehren an Ihren alten Arbeitsplatz zurück und Ihnen entstehen keine Nachteile. Wichtig: Oft steht es dem Arbeitgeber frei, Sie auf eine gleichwertige Stelle zu versetzen. Am besten klären Sie im Vorfeld ab, wie Ihre Rückkehr aussieht und bleiben während Ihrer Abwesenheit in Kontakt mit den Kollegen.

Generell gilt: Vereinbaren Sie mit Ihrem Arbeitgeber alle Punkte zum Sabbatical schriftlich. Das gibt beiden Seiten Sicherheit und vermeidet Missverständnisse.

Beim Sabbatical der eigene Held sein

Natürlich gehört Mut dazu, dem Chef die Zukunftspläne auf den Tisch zu legen. Längst sind die Zeiten vorbei, in denen befristetes Aussteigen als latente Unlust oder Flucht galt. Im Gegenteil: Immer mehr Arbeitgeber erkennen, dass dazu Mut, Engagement und Eigeninitiative gehören, und freuen sich auf Rückkehrer voller Energie und neuer Ideen. Falls Sie den Sprung ins Abenteuer wagen, wünschen wir Ihnen viel Spaß beim Erleben, Entdecken und Ausprobieren.

Autor: Ben Bernard


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