Schimmel in der Wohnung

Tipps und Tricks gegen die giftigen Pilzsporen | 22.01.2018

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Schimmel im Haus ist nicht nur ein optisches Problem. Pilzsporen können sich tief im Gemäuer einnisten und die Gesundheit gefährden. Besonders im Winter ist Vorsorge nötig, damit sich die lästigen Pilze nicht einnisten.

Wo siedelt sich Schimmel am häufigsten an?

Die Pilze lieben es feucht und warm. „In Bad und Küche, aber auch im Schlafzimmer wird viel Feuchtigkeit produziert“, erklärt Alexander Lyssoudis, Vorstandsmitglied der Bayerischen Ingenieurekammer Bau. „Wird die nicht regelmäßig und vollständig herausgelüftet, setzt sie sich an kalten Oberflächen ab, und es kann Schimmel entstehen.“ Auch Bereiche wie Fensteranschlüsse oder Außenecken von Gebäuden sind für Schimmelbefall prädestiniert. Kühle Außenwände und Bereiche, an denen wenig Luft zirkuliert, wie hinter Schränken und Regalen, sind ebenfalls gefährdet.

Wieso ist richtiges Lüften wichtig?

Häufig entsteht Schimmel durch falsches Verhalten der Bewohner: Es wird zu wenig geheizt, zu selten gelüftet. „Am wirksamsten ist die Stoßlüftung, um die gesamte feuchte Luft aus dem Haus zu bekommen“, rät Lyssoudis. Aber: Zu langes Lüften wäre auch falsch. Dann kühlen die Räume bei niedrigen Außentemperaturen so stark aus, dass die frische Heizungsluft an den Wänden kondensiert. „Am besten ist es, mehrmals kurz stoßzulüften, bis die gesamte feuchte Luft ausgetauscht ist“, erklärt Lyssoudis. Der Experte warnt davor Fenster länger gekippt zu halten: „Dann besteht die Gefahr, dass die Innenwände der benachbarten Räume so auskühlen, dass sich dort Feuchtigkeit absetzt.“

Darf Wäsche in der Mietwohnung getrocknet werden?

Feuchte Wäsche in der Wohnung: Das ist vielen Vermietern ein Dorn im Auge. Doch bei normalen Wäschemengen sei das Trocknen in der Wohnung grundsätzlich erlaubt, sagt Michael Rempel, Jurist beim Infocenter der R+V Versicherung. Allerdings: Entstehen dadurch Feuchtigkeitsschäden, haftet der Mieter. Darum sollte man Wäsche nicht in fensterlosen oder unbeheizten Zimmern trocknen. Auch Waschmaschinen mit hoher Schleuderdrehzahl können helfen, die Kleidung schneller zu trocknen und dadurch die Feuchtigkeit zu reduzieren.

Welche Häuser und Wohnungen sind besonders gefährdet?

Neben Altbauten sind auch sehr gut gedämmte Häuser anfällig für Schimmel. „Die Gebäude sind heute 30-mal dichter als früher“, erklärt Udo Schumacher-Ritz, Vorsitzender des Vereins zur Qualitätskontrolle am Bau. „Allein durch manuelles Lüften lässt sich der Luftaustausch nicht mehr bewerkstelligen.“ Die Bewohner müssten zehnmal täglich für zwei bis fünf Minuten lüften. „Da das nicht geht, brauchen sie eine automatische Lüftungsanlage.“

Auch die Wandfarbe ist ein entscheidender Faktor, erklärt Ilka Mutschelknaus vom Regionalverband Umweltberatung Nord. In Mietwohnungen werden ältere Farbschichten beim Einzug oft einfach überstrichen, so dass sich im Laufe der Zeit eine Art Haut auf dem Putz bilde und dieser nicht mehr atmen könne. Diese Schicht ist dann meist so dicht, dass Feuchtigkeit nicht gut reguliert werden kann. Das liege auch daran, dass billige Dispersionsfarben verwendet würden, besser seien reine Silikat- und Kalkfarben.

Welche Gesundheitsrisiken gibt es?

Schimmelpilze können Allergien auslösen“, erklärt Kerttu Valtanen vom Umweltbundesamt in Dessau-Roßlau. Bei Aufenthalt in mit Schimmel befallenen Räumen sind vor allem Asthmatiker gefährdet.“ Das Gesundheitsproblem sei nicht zu unterschätzen: 15 Prozent der Wohnungen in Deutschland haben einen sichtbaren Schimmelbefall. Dazu kommen verdeckte Schäden, wie in Hohlwänden oder im Fußboden, die oft lange unbemerkt bleiben.

Und wie lässt sich Schimmel beseitigen?

„Kleine Stellen bis zu einem halben Quadratmeter Größe können mit einem normalen Reinigungsmittel entfernt werden“, erklärt Valtanen. In Fliesenfugen oder Silikonabdichtungen sind schwarze Stellen zwar unschön, aber kaum gefährlich, wenn sie mit entsprechenden Reinigungsmitteln umgehend beseitigt werden. „Größere Oberflächenschäden und vor allem einen tieferen Befall sollte man aber besser in die Hände eines Fachmanns geben, um die Ursachen zu beseitigen – damit der Schimmel nicht wiederkommt.“

Autor: ING-DiBa


Ihre Meinung

Kommentare (12)


Kommentare

Michel

03.03.2018

......normale Reinigungsmittel.........gibt es denn auch unnormale?
Roß und Reiter sollten schon genannt werden. Chlorhaltige Reinigunsmittel sollten eher nicht benutzt werden.Geeignet sind in jedem Falle Desinfektionsmittel auf Ethanol-und n-bzw. iso-Propanolbasis, wenn es zu Schimmelbefall kommt. Besser ist es allerdings alles zu unternehmen, um Schimmelbildung zu vermeiden. Wie das geht wird ja ausführlich beschrieben.


LeuLo

01.03.2018

Wenn ich hier das so lese stellen sich meine Nackenhaare zu Berge - Fachleute die nicht richtig schreiben können - Halbe Wahrheiten und jeder will nur das Beste von dem kleinen Mann/Frau - sein Geld !
Schimmel hat soviele unterschiedliche Gründe wie warum ein Mensch übergewichtig wird. Also lassen wir die Diskussion und bauen lieber Pilze an und rauchen sie dann somit ist jeder glücklich.


ING-DiBa

26.02.2018

Hallo Herr Mitzel, sicherlich fragen Sie sich, wo Ihr Kommentar geblieben ist. Wir haben ihn nicht veröffentlicht, weil er ihre private E-Mail-Adresse enthielt. Wenn Sie mögen, stellen Sie Ihren Kommentar gern erneut ein, aber ohne persönliche Daten. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Frau Schimmem

20.02.2018

Mir wird wirklich schlecht wenn ich das lese... Ich selbst bin Mikrobiologin und Sachverständige für Schimmelschäden. Die Verbreitung von gefährlichem Halbwissen sollte man bei einer immer kurzsichtiger Denkenden Bevölkerung tunlichst vermeiden. Insbesondere erschließt sich mir nicht der Sinn, warum eine Bank Tipps zur Sanierung von Gafahrenstoffen gibt. Ich erzähle meinen Kunden ja auch nicht wie sie ihr Geld anlegen sollen.
Bitte denkt darüber nach bevor solche "Infos" an Laien verbreitet werden. Wie immer sollten man sich bei einem Problem, bei dem das eigene Wissen nicht ausreichend ist, immer an einen Fachmann wenden.
Übrigens wird eine Behandlung mit Desinfektionsmitteln insbesondere Chlor aus hygienischer Sicht nicht empfohlen. Nachzulesen im Leitfaden des UBA.


Rainer Bolle

19.02.2018

Physiker wissen alles und können nichts, bei den Ingenieuren ist es umgekehrt. Dieser Satz leitet einige meiber Seminare aus gutem Grund ein.
Die Richtigkeit zeigt sich hier wieder einmal an den ingeniös gefährlich daneben liegenden Aussagen zum Thema "Schimmel". Ich kann es im Umfang dieses Kommentars nicht richtig stellen. Nur soviel: 80% ist purer fachlicher Unsinn, der durch 20% richtig nicht besser sondern noch gefährlicher wird. Der Autor/die Autoren haben offensichtlich kaum Kenntnisse weder der Mikrobiologie, der Bauphysik und der Praxis des Wohnens in Zeiten zunehmender Verdummung der Bevölkerung, die ihr Wissen aus Apps und Google bezieht. Früher wurden die heutigen Altbauten überwiegend schimmelfrei bewohnt. Eine Vielzahl von Veränderungen der Lebensgewohnheiten und Bequemlichkeiten im Verbund mit Klimarettungswerbekampagnen zur Förderung der Bauindustrie ist das eigentliche Problem des "richtigen" Wohnens.


rame

18.02.2018

Seit 40 Jahren wohne ich in einer, von vielen schlechtgeredeten Plattenbauwohnung im Osten. Hier haben die Ostarchitekten von damals einfach eine Entlüftung mittels Lüftungsschacht eingebaut. Damit ist meine Wohnung seit 40 Jahren trocken in allen Zimmern. Das kostet natürlich auch Geld, denn ich muß die Luft, die in Folge der Entlüftung nachströmt ja auch wieder erwärmen. Ich habe aber kein Schimmelproblem. Ich bin der Meinung, dass die komplette Dämmung der Wände mit undurchlässigen Folien, superdichten Fenstern und Türen erst zu dem allerorten zu verzeichnenden Schimmelproblem führt. Wer in einer oben zugeschnürten Plastiktüte wohnt, braucht sich nicht über hohe Feuchtigkeit und Schimmel zu wundern. Also: Energiesparen auf der einen Seite führt zwangsläufig zu anderen Problemen, die dann auch wieder teuer werden. Mein Rat an alle: schneiden sie aus jedem Fenster unten 10cm aus der Gummidichtung und schon klappt es mit der Lüftung und dem Schimmel.


Schimmelreiter

16.02.2018

Wir haben unser Haus energetisch teilsaniert (ohne Außenwanddämmung). Trotz dichter Fenster (3-Fachglas) und Dachgeschossauslegung mit Polystyrol, haben wir keinen Schimmel im Haus! Regelmäßig kurz und gut Stoßlüften. Nasse Flächen in Bad und Küche nicht stehen lassen. Nach dem Duschen die Duschkabine mindestens abziehen. Vor der Sanierung hatten wir in den Bad- und Küchenfensternischen häufiger Schimmelbildung durch Wärmebrücken. Seit der Sanierung vor 3 Jahren nie mehr.


NurMut

16.02.2018

Ich besitze 6 ZImmer.

Kann nur berichten, dass NUR das Schlafzimmer Probleme bereitet, trotz 3 maligen Lüften á 4 bis 6 Minuten.

Clorreiniger ist meine Geheimwaffe gegen solche Ablagerungen, alle paar Monate anwenden und das Mauerwerk ist top!
Nur die Tapete ist vom Schimmel alle paar Wochen betroffen, was sich wiederum durch Chlor sehr einfach beheben lässt.

Hatte einen Experten da, welcher meinte, das diese Auswirkungen bei einem Altbau nach meinem Standard bekannt sein.

Also nicht verunsichern lassen! ;D


Engie 15.02.2018

15.02.2018

Wichtig ist, dass im Schlafzimmer, Küche und Bad regelmäßig gelüftet wird, da in diesen Räumen mehr Feuchtigkeit produziert wird als z. B. im Wohnzimmer. Morgens und am Abend für ca. 10 Minuten lüften, am besten mit Gegenzug-Lüftung.


Ninette

15.02.2018

Ein Sachverständiger für Schimmel sagte mir mal, dass sich die Schimmelschäden in den Mietwohnungen häufen. Das liegt an der z. T. alten Substanz, denn im Gegensatz zu einem Wein, werden die Grundmauern eines Haues nämlich nicht besser und zum anderen vermehrt an Salpeterschäden. Die Wände sind durch Wasser von außen, (undichtes Mauerwerk,Regen, undichte Stellen im Fundament, Löschschäden, nach einer Brandbekämpfungsmaßnahme nicht richtig durchgetrocknet, unbemerktes Leck im Heizrohr in der Wand usw.) einfach nass! Beginnt man zu heizen, steigt durch die Verdunstung Feuchtigkeit aus den Wänden. Diese schlägt sich nach einer Zeit, trotz korrekten Lüftens natürlich als Schimmel nieder..
Ein Teufelskreis und für den Mieter mind. 2.fach blöd. 1. Gesundheit und 2. wird der Mieter auch noch beschuldigt, er habe nicht richtig gelüftet.
Das ist in den meisten Fällen totaler Quatsch. In einem gesunden Bauwerk kann man seine Möbel in jede Ecke stellen, ohne, dass es Schimmelt. Es müssen beim Wohnungsbau gute Baustoffe her. Diese Art immer alles schnell und billig zu machen, ist also ebenfalls, wenn nicht sogar hauptsächlich, für die Bildung von Schimmel in den Wohnungen verantwortlich.


Karl-Heinz Dietz

15.02.2018

Auch ich bin der Meinung, das regelmäßiges Lüften sehr wichtig ist.
Aber die Räume müssen hinterher auch beheizt werden.
Beim Lüften: natürlich Heizung abstellen.


Nikolai Christian

14.02.2018

Stoßlüften und einen Luftentfeuchter (ca. ab 100-130 € im Baumarkt oder bei den Discountern temporär). Wenn ich Wäsche trockne, schalte ich den Luftentfeuchter ein und die Wäsche ist abends trocken und es entsteht kein Schimmel.