Shoppingfallen

Denkfehler beim Einkaufen vermeiden – 7 Tipps │14.12.2016

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Shoppen und dabei Geld sparen? Das klingt genau nach unserem Geschmack. Als wirkliches Schnäppchen erweist sich ein Angebot aber nur, wenn man nicht in eine der typischen Shoppingfallen tappt. 7 Denkfehler – und wie man sie umgeht.

1) Ich bezahl‘ das kurz mit der Kreditkarte

Es geht schnell, elegant und ist so schön einfach: Kreditkarte durchziehen und das neue Lieblingsteil sofort mitnehmen. Doch Vorsicht: Wer mit Karte zahlt, empfindet das nicht wirklich als Geld ausgeben und kauft gerne ein bisschen teurer oder ein bisschen mehr. Wer hingegen bar bezahlt, hat ein direktes Kaufgefühl – im Englischen wird es passenderweise als „Pain of Paying“ beschrieben.

Tipp: Gerade vor Weihnachten oder vor ausgiebigen Shoppingtouren ist es eine gute Idee, eine bestimmte Summe Bargeld abzuheben und damit so lange zu bezahlen, bis diese verbraucht ist.

2) Die verlockende Rabattfalle

Es sind immer wieder die gleichen Trigger, die uns zum Kaufen animieren: Das Prozentzeichen oder das Schlagwort „Schlussverkauf“. Mit Nachlass sind wir eher bereit, Geld auszugeben – das ist sogar wissenschaftlich bewiesen. Doch ob die Schilder uns wirklich Geld sparen, ist eine ganz andere Sache. Wer weiß schon, ob der Preis nicht erst angehoben wurde, um dann 30 Prozent Rabatt zu gewähren?

Tipp: Trotz hohem Discount, gratis Zubehör und kostenloser Lieferung lohnt sich ein Preisvergleich mit anderen Anbietern.

3) Dem Kaufrausch vorbeugen

Wer hat sich nicht selber schon dabei ertappt, wie man eigentlich nur kurz Milch im Supermarkt holen wollte – und dann doch eine Tüte voller Lebensmittel aus dem Geschäft trägt. Die gleiche Psychologie gilt auch für alle anderen Waren: Wer bereit ist, Geld für ein Produkt auszugeben, ist auch eher bereit, noch ein zweites zu kaufen – das unter Umständen nicht im Angebot ist oder gar nicht wirklich benötigt wird.

Tipp: Trotz bester Shoppinglaune lohnt es sich, nicht direkt zur Kasse zu gehen, sondern vor dem Kauf kurz innezuhalten, sagt eine Studie aus Stanford.

4) 20 Euro sind 20 Euro

Das klingt nach einem guten Angebot: Die Tasche ist von 50 auf 30 Euro herabgesetzt. Im Vergleich dazu wirkt das Laptop, das von 1250 Euro auf 1230 Euro reduziert wurde, nicht wirklich attraktiver – obwohl es sich um die gleiche Ersparnis handelt.
Tipp: Wer nur sieht, dass die Tasche knapp um die Hälfte reduziert wurde, lässt dabei die reale Kaufkraft von 20 Euro außer Acht, die man in beiden Fällen sparen würde. Es lohnt sich also durchaus, Angebote von dieser Seite zu betrachten.

5) Achtung vor „kostenlos“

Die Lieferung ist kostenlos oder Sie kaufen ein Produkt und bekommen ein zweites dazu: „Kostenlose“ Angebote sind darauf abgerichtet, uns zum Kaufen anzuregen. Doch wie der Wissenschaftler Dan Ariely erklärt, lässt sich das Wort „FREE“ oft nicht wörtlich mit kostenlos übersetzen.

Tipp: 1+1-Angebote bieten Verkäufern die Möglichkeit, mehr zu verkaufen, statt den Preis um die Hälfte zu reduzieren. Die Summe, die wir bezahlen, ändert sich hingegen nicht.

6) Versteckte Kosten

Das Produkt ist im Angebot, aber was ist mit der Software, der Gebühr für die Kreditkartenzahlung oder Verwaltung, die auf einmal auftaucht? Diese sogenannten versteckten Kosten machen einen effektiven Preisvergleich schwierig.

Tipp: Angebote immer vorab vollständig durchrechnen – einschließlich der Kosten für Updates, Zinsen für Ratenzahlungen und versteckter Abos.

7) Angebot nur begrenzt gültig

Es ist einer der ältesten Verkaufsmechanismen: Sobald ein Angebot zeitlich oder mengenmäßig begrenzt ist, steigt unser Bedürfnis, sofort zuzuschlagen.

Tipp: Es ist zwar ein cleverer Marketing-Trick, da jeder, der leer ausgegangen ist, beim nächsten Mal schneller zuschlagen wird. Trotzdem lohnt es sich, nicht kopflos zu kaufen, sondern im Zweifel ein Angebot verstreichen zu lassen. So hat man genügend Zeit für einen Preisvergleich und das Lesen von Testberichten.

Autor: ING-DiBa



Ihre Meinung

Kommentare (21)


Kommentare

Johannes

25.02.2018

Bei zeitlich begrenzten Angeboten entspannt bleiben. Wenn das abgelaufen ist, kommt irgendwann das nächste Angebot und das könnte noch besser sein. :)


Günther

20.12.2017

Die Beschreibung des Decoy-Effekt ist ein sehr interessanter Beitrag.
Insgesamt möchte ich Ihre Infos auch in 2018 nicht missen.
Vielen Dank dafür.


Ernst Gregor Schweinfest

16.08.2017

Danke für die umfangreichen Informationen.
Bitte weter so3372d


Ellen

20.07.2017

Danke für die Tipps. Besonders "Eins zahlen, eins gratis" hat mir dadurch besser eingeleuchtet.


Angelika

22.06.2017

Danke; viele nützliche Tips!


Robert

01.05.2017

Sehr gute Artikel auf einer Bankenseite! Spitze! Weiter so!!


Kaffer Peter

23.04.2017

Ein guter Artikel. Sehr klar und verständlich geschrieben.


GünterChristoph

12.04.2017

Auch der Zusatz "nur für kurze Zeit" bringt Hektik und evtl. schnellen und unüberlegten Einkauf mit sich.


Dieter

12.04.2017

Sehr nütz


Arno

20.03.2017

Dan Ariely ist der heisse Tip: "Die halbe Wahrheit ist die beste Lüge" und "Denken hilft zwar, nützt aber nichts": hören!


Christian

28.02.2017

Vielen Dank für die sehr sinnige Nachfrage nach einem Report zu Tricks bei Bankgeschäften Klaus M. Da würde ich auch nur zu gern wissen, wo ich hinters Licht geführt werde. Aber das werden wir nicht von einer Bank erklärt bekommen. Shoppen im Einzelhandel ist doch pillepalle und die Tricks bestens zu durchschauen. Beste Grüße, Christian


Edgar

28.12.2016

Wer mit Bargeld zahlt, kann nicht mehr ausgeben wie die Börse hergibt. Bei Kartenzahlung ist das Konto schnell mal überzogen und davon muss man sich erst einmal wieder erholen...


Thilde

23.12.2016

wer vorwiegend mit Karte zahlt, sollte rückwärts rechnen können, denn egal ob ich Bargeld in meiner Geldbörse habe, wenn es alle ist, ist nichts mehr da; oder per Karte, wenn mein Konto leer ist, ist auch nichts mehr da. Also Augen auf und nur das kaufen, was man wirklich benötigt.
frohe Weihnachten


Kritikus

22.12.2016

Wer einigermaßen mit Intelligenz "bewaffnet" ist, durchschaut auch ohne diese Ratschläge die durchaus legalen Machenschaften zur Konsumsteigerung. Nicht hilfreich ist dagegen sogenannte Bauernschläue und nicht zuletzt die "Geiz ist geil" Mentalität, welche in der Gesellschaft noch tief verankert zu sein scheint.


Maktarys

19.12.2016

also der Kauf ist wie ein Sucht, wer sich selbst nicht überwinden kann, wird tiefer und tiefer hinein fallen!
Mein Tipp: so wenig wie möglich soviel wie nötig!
Lebensmittel kaufe ich nie mit leeren Magen!


Udo L.

19.12.2016

Das mit den 20€ hat mir sehr gut gefallen, das nehme ich in meine Kaufaktivitäten mit auf. Danke


Nils v.d.H.

18.12.2016

Zu Punkt 7.

Meist macht es gar nichts wenn man nicht sofort zuschlägt, denn häufig werden spezielle Angebot nochmals verlängert.


notting

17.12.2016

Also ich gehe unabh. von der Bezahlungart immer gleich vor bei der Auswahl dessen, was ich einkaufe (versuche also auch an die versteckten Kosten zu denken und das zusammenzurechnen und gegenüber zu stellen). Mal abgesehen davon dürfte es das Problem "Mal schnell mit Karte kaufen"-Problem auch mit girocards geben.
Finde es aber immer wieder erschreckend, dass diese grundsätzl. korrekten Tipps wohl nicht im Allgemeinbildungsschatz vieler Leute enthalten ist. Die Verkäufer müssen ja irgendwie ihren Schnitt machen, sonst gehen sie Pleite...

notting


ING-DiBa

16.12.2016

Hallo Klaus M., aktuell noch nicht. Aber vielen herzlichen Dank für die Anregung! Viele Grüße und ein schönes Wochenende, Ihr Social Media Team


Claudia T.

16.12.2016

Da ist schon etwas Wahres dran...


Klaus M.

16.12.2016

Schöner Bericht...

Gibt's den auch zu Bankgeschäften?