Anlage Strategien

Size-Strategie – Was hinter dieser Anlagestrategie steckt | 22.10.2020

Geld, das von Himmel fällt?

Anleger, die in Aktien investieren, halten sich mitunter an die Size-Strategie. Welche Kerngedanken hinter dieser Vorgehensweise stecken und was Verbraucher zu Anlagestrategien im Allgemeinen wissen sollten.

Je größer das börsennotierte Unternehmen, desto besser - so denken viele Anleger, die sich beim Investieren in Aktien an der Size-Strategie orientieren. „Size“ ist das englische Wort für „Größe“. Das Kalkül der Anleger: Große, börsennotierte Unternehmen fahren auch große Umsätze ein. Entsprechend rentabel könnten dann unter dem Strich die Aktien dieser großen Unternehmen sein, die übrigens „Blue Chips“ heißen.

Was für die Size-Strategie spricht:

  • Bei den Blue Chips sind Kursschwankungen in der Regel nicht so extrem wie sie bei Aktien kleinerer Unternehmen sein können. Ob das in Zukunft so bleibt, ist aber angesichts der unsicheren weltwirtschaftlichen Lage ungewiss. Die Corona-Krise hat gezeigt, dass auch Blue Chips von schnellen und hohen Kursverlusten betroffen sein können.
  • Wer nach der Size-Strategie vorgeht, hat in der Vergangenheit weniger Angst vor Börsencrashs haben müssen. Aktien großer Unternehmen haben sich in aller Regel nach einer Talfahrt schnell erholt. Und wie wird es künftig sein? Das weiß selbstverständlich niemand. Auch hier zeigt die Corona-Krise, dass auch Aktien von großen Unternehmen sehr starken Kursschwankungen ausgesetzt sein können.
  • Ein weiterer Vorteil von Blue Chips waren bislang die oft höheren Dividenden als bei Aktien kleinerer Unternehmen. Offen ist aber, ob die Dividenden weiter hoch bleiben und ob sie überhaupt gezahlt werden. So müssen sich zehntausende Aktionäre europäischer Unternehmen wegen der Corona-Krise in diesem Jahr mit deutlich weniger Dividende begnügen - oder gehen ganz leer aus.

Was Sie zur Size-Strategie auch wissen sollten:

  • Da bislang die Erträge und Umsätze von großen, börsennotierten Unternehmen vergleichsweise stabil waren, konnten Investoren keine besonders hohen Kursgewinne erwarten.

Bei jeder Strategie besteht das Risiko von Verlusten

Anlagestrategien gibt es viele, wir haben Ihnen schon einige vorgestellt: Die Buy-and-hold-Strategie, die Growth-Strategie und die Value-Strategie, die Strategien prozyklisch, antizyklisch und Momentum sowie die Index- und die Dividenden-Strategie. Daneben gibt es noch viele weitere Strategien, zum Beispiel nachhaltige Anlagestrategien. Egal, um welche Strategie es geht: Keine von ihnen bietet Ihnen die Gewähr, dass Sie damit tatsächlich Ihr Vermögen mehren können. Bedenken Sie, dass trotz aller Aussichten auf Erfolg immer auch das Risiko für Verluste besteht – bis hin zu Totalverlusten.

Anlagestrategie regelmäßig auf den Prüfstand stellen

Wenn Sie sich für eine Anlagestrategie entscheiden, sollten Sie sie regelmäßig auf den Prüfstand stellen. Bringt sie den erwarteten Erfolg oder sind Änderungen nötig? Unter Umständen müssen Sie auch die ein oder andere Anlage abstoßen, sollte sie über einen längeren Zeitraum hinweg weit hinter Ihren (realistischen) Erwartungen liegen.

Vor dem Anlegen eigene finanzielle Lebenssituation klären

Bevor Sie sich für eine Anlagestrategie entscheiden, sollten Sie für sich folgende Punkte klären:

  • Wie viel Geld möchte ich anlegen?
  • Wie lange kann ich auf diese Summe verzichten?
  • Welche Ziele verfolge ich mit der Geldanlage?
  • Welche Renditeerwartungen und welche Risikobereitschaft habe ich?

Risiken richtig streuen

Wichtig ist, dass Sie als Anleger keinesfalls auf Aktien eines einzigen Unternehmens setzen. Sonst besteht die Gefahr, dass Sie bei Kursverlusten Ihr gesamtes investiertes Geld auf einmal verlieren. Je breiter Sie Ihr Vermögen streuen, desto besser. Wer nur auf ein Pferd setzt, verpasst womöglich anderswo Gewinne.

Die richtige Mischung beim Geldanlegen ist wichtig

Der richtige Mix kann darüber entscheiden, ob Sie Ihr Geld möglicherweise erfolgreich investieren. Ein Teil geht in Aktien, ein weiterer in ETFs (Exchange Traded Funds = über die Börse gehandelte Fonds) und ein weiterer Teil landet zum Beispiel auf ein Festgeldkonto. Wer beim Geldanlegen die richtige Mischung hat, kann womöglich Verluste in einem Bereich mit Gewinnen anderswo ausgleichen.

Autor: ING


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