Steigende Inflation

Was bedeutet das für Geldbörse und Erspartes? │23.01.2019

Winterdienst

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Die Verbraucherpreise in Deutschland steigen weiter und auch die Nullzinspolitik der EZB hält an. Wie wirken sich die hohe Inflation und die anhaltende Zinsflaute auf Kaufkraft und Sparanlagen von Verbrauchern aus? Und mit welchen Entwicklungen ist 2019 zu rechnen?

Angeheizt von teils drastisch gestiegenen Energiepreisen, etwa für Benzin und Heizöl, hält sich die Inflationsrate in Deutschland hartnäckig auf einem sehr hohen Niveau. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes Destatis lagen die Verbraucherpreise im November 2018 um 2,3% über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im Oktober hat die Teuerung mit 2,5% sogar den höchsten Wert seit September 2008 – dem Jahr der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise – erreicht.

Hohe Inflationsrate = Verringerte Kaufkraft

Maßgeblich beeinflusst wird die Inflationsrate in Deutschland weiterhin durch den Preisanstieg bei Energieprodukten. Die Energiepreise lagen im November 2018 um 9,3% höher als im November 2017, seit März 2018 verstärkt sich der Preisanstieg bei Energie kontinuierlich.

Und was bedeutet das nun für Verbraucher? „Wenn mehr an den Zapfsäulen zu bezahlen ist, fehlt dieses für andere Anschaffungen“, sagt GfK-Forscher Rolf Bürkl. Dasselbe gilt bei steigenden Nahrungsmittelpreisen. Kurzum: Eine hohe Inflation knabbert an der Kaufkraft und dämpft so die Stimmung der Verbraucher, wie die Konsumforscher der Nürnberger GfK erläutern.

Magische 2-Prozent-Marke: nicht zu niedrige und nicht zu hohe Inflation

Die Inflationsrate ist ein wichtiger Gradmesser für die Geldpolitik der Währungshüter der Europäischen Zentralbank (EZB). Sie beobachten deren Auswirkungen sehr genau. Das Ziel der EZB? Die Teuerungsrate im gesamten Euroraum mittelfristig bei knapp unter 2% und vor allem die Preise stabil halten.

Denn nicht nur zu hohe, sondern auch dauerhaft niedrige und in großem Stil sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher dazu verleiten, Investitionen aufzuschieben. Das wiederum könnte die Entwicklung der Wirtschaft bremsen. Aus diesem Grund versuchte die EZB seit Frühjahr 2015 die ihrer Ansicht nach zu geringe Teuerung in den 19 Euroländern anzuheben, und so der Wirtschaft auf die Sprünge zu helfen. Um dieses Ziel zu erreichen, kauften die Währungshüter im großen Stil Anleihen von Eurostaaten und Unternehmen – auf diese Weise pumpte die EZB monatlich Milliardenbeträge in den Markt.

Die Inflationsrate zog dadurch in den vergangenen Jahren tatsächlich an und auch die Wirtschaft läuft im Euroraum deutlich besser. Im November 2018 schwächte sich die Inflationsrate im Euroraum nach Angaben des Europäischen Statistikamtes Eurostat sogar auf den Optimalwert von 1,9% ab – im Oktober betrug der Wert noch 2,2%. Aber: Die Teuerung ohne die schwankungsanfälligen Energie- und Lebensmittelpreise betrug lediglich 1,1%. Die EZB bleibt daher zögerlich und verweist auf die weiterhin relativ schwache Kerninflation, die als Indikator dafür gilt, ob die Preissteigerung nachhaltig genug ist.

Harte Geduldsprobe für Sparer

Zwar haben die Währungshüter aufgrund der aktuellen Entwicklung im Euroraum die Anleihekäufe Ende 2018 gestoppt, ihre lockere Geldpolitik wollen sie jedoch fortsetzen. Zum Hintergrund: Seit März 2016 hält die EZB die Leitzinsen im Euroraum auf dem Rekordtief von 0% und hat erklärt, dies bis „mindestens über den Sommer 2019“ beizubehalten. Auf ein Ende der Niedrigzinsen müssen Sparer also noch warten.

Mit gravierenden Folgen: In der anhaltenden Niedrigzinsphase werfen beliebte Sparformen wie Tages- oder Festgeld, klassische Sparverträge oder Bundesanleihen kaum noch Erträge ab. EZB-Präsident Mario Draghi mahnt zwar immer wieder zu „Geduld und Beharrlichkeit“. Doch verlieren Sparer derzeit bares Geld, weil das zu Minizinsen geparkte Ersparte mittlerweile von der Inflation aufgefressen wird. Dennoch gilt: Zu sparen, ist nach Ansicht des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) für den Vermögensaufbau dennoch unumgänglich.

Fazit: Stabile Inflation bei anhaltend niedrigen Zinsen

Einen rasanten Preisanstieg müssen Verbraucher in Deutschland derzeit nicht fürchten: Die EZB erwartet für dieses Jahr im Euroraum eine Teuerung im Schnitt von 1,7%. Für Deutschland rechnen die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrem Herbstgutachten mit einer Inflation von 2,0% im Jahr 2019. Schmelzende Sparguthaben werden Sparer aller Wahrscheinlichkeit auch im kommenden Jahr begleiten. Denn, selbst wenn die EZB die Niedrigzinsphase ab Sommer 2019 beendet, steigen die Zinsen nur langsam und schrittweise.

Autor: ING


Ihre Meinung

Kommentare (41)


Kommentare

Aktionär

09.10.2019

Wer in Aktien, Aktienfonds und ETFs anlegt, von Anfang an und das mtl. mit mind. 200 Euro oder mehr hat zur Rente ein Vermögen.

Wer mittendrin noch Geld entnehmen möchte, der sollte mtl. statt Lebensversicherung, Rentenversicherung, Riester, etc. nur in Aktien, Aktienfonds und ETFs anlegen...dann mind. 5 bis 10 Positionen um Risiken weiter streuen.

Hätte ich das alles vor Jahren gewußt....was ich jetzt so verteilt habe....hätte ich das an der Börse gebündelt, dann wäre ich jetzt vermögend.


Shangri-La

03.03.2019

Goldene Regel immer denken was hat der andere davon und nicht meinen jeder Anrufer / Bankberater / An die Handnehmer will dem Anleger (Kunden) 'nur' Gutes


Inkognito

01.03.2019

Ohne Geld im Portmonnaie, kann man auch keine Investitionen wagen. Bei Niedrigohn und wenig Steigerung in Sicht, immer teuer werdenden Produkten überlegt man häufiger, ob man sich etwas leistet, oder nimmt Kredite auf, die die Überschuldung nur noch ausbauen....was ist das für nen Nonsens. Das bringt doch keinen Aufschwung....Außer für diejenigen, die das Geld haben, bringt es dem Kleinbürger, der gerne spart, um sich etwas leisten zu können, nichts. Die Verarmung wird gefördert. Die Inflation setzt dem noch das Krönchen auf. Immobilien, selbst zur Miete, sind auch in Kleinstädten schon so immens am wachsen, dass die derzeitigen Löhne alle Sektoren des Lebens, die ja Geld kosten, nicht adäquat finanzierbar sind. Das Volk spart noch mehr, aber nicht unbedingt mehr in der Bank- weil das Geld dort keinen Umsatz mehr bringt- und zwar für noch schlechtere Zeiten. Demnach bringt dieses Getue der EZB, der Politik und der Finanzgurus nichts. Und die komischen Statistiken können Sie sich sonst wohin stecken. Denn ich weiß, was ich mir vor 10 Jahren mit dem gleichen Gehalt wie jetzt leisten konnte, im Vergleich zu heute. Das betrifft jeden Bürger. Und da bringt es nicht, mit irgendwelchen kuriosen verzerrten Grafiken der Wirtschaftweisen die Gedanken verstreuen zu wollen. Es gelingt nicht mehr- es wird doch überall nur noch schöngeredet und gelogen. Und den Unmut merkt man deutlich....
Es muss sich endlich wieder etwas ändern! Mehr Lohn, sinkende Preise, und mehr Zinsen für das gespart Geld.


ING

25.02.2019

Hallo Roswitha, wir bieten unseren Kunden einen marktgerechten und reellen Zinssatz an. Wir prüfen kontinuierlich alle Voraussetzungen, um unseren Kunden einen fairen Zinssatz anzubieten. Wird der Leitzinssatz durch die EZB verändert, wird die ING anhand der Situation des Gesamtmarktes überprüfen, ob Anpassungen vorgenommen werden. Jedoch ist der EZB-Leitzins nur ein Element unter mehreren. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Michael BB

24.02.2019

Es ist schon sehr enttäuschend, dass sich sichere Geldanlagen nicht lohnen. Für Leute mit kleinen Vermögen, welches die Altersvorsorge darstellt, gibt es jedoch wenig Alternativen. Aktien und Fonds unterliegen einem zu Hohen Risiko, der Immobilienmarkt ist mittlerweile völlig bekloppt was die Preisvorstellungen angeht.

Sollen jedoch die Zinsen steigen, was früher oder später wohl auch passieren muss, dann werden sich viele Häuslebauer noch arg wundern bzw. in Schwierigkeiten kommen. Nämlich die, welche auf Grund der ach so niedrigen Zinsen gerne mal ein bisschen mehr Kredit aufgenommen haben. In Verbindung mit der Inflationsrate, den im Verhältnis dazu geringer ansteigenden Löhnen und einem plötzlichen Zinsanstieg wird die Blase dann platzen.


Wolfgang

24.02.2019

Das prikäre ist doch, daß die Zinsen unterhalb der Inflationsrate liegen.
Die Ersparnisse des Kleinen Mannes werden immer weniger, während der Staat damit seine Schulden finanziert !!!


Roswitha Kilb

23.02.2019

Warum heben Sie die Zinsen für ein Extra-Konto nicht an?


Randolf

23.02.2019

Verbrecher regieren uns. Enteigner und selbst die Taschen Vollmacher. Frust gegen die Bande, aber machtlos, weil selbst kein Verbrecher. Wähle nur noch blau.


Wilfried und Angelika

22.02.2019

Meine Großeltern lebten in den 50-iger Jahren auf dem Lande. Als ich dort zu Besuch war, wurde gerade die Küche renoviert. Ich bekam riesengroße Augen. Die Tapeten wurden abgezogen und dahinter erschien eine dicke Schicht von Geldscheinen. 100 Reichsmark, 200, 500, 1000, 10.000, 100.000, ja, sogar Millionen und Milliarden Reichsmark in Geldscheinen. - Ich fragte meine Oma, ob wir nun reich seien. Sie lachte und erklärte mir alles über die „große Inflation“ nach dem Ersten Weltkrieg. - Das Geld hatte quasi keinen Wert und diente nur zu Isolierungszwecken!!! - Wenn mein Opa den Wochenlohn ausgezahlt bekam, gingen die zwei sofort los, um das Geld auszugeben, weil es am kommenden Tag nur maximal die Hälfte wert war!!!

Meine Großeltern und alle anderen Menschen wurden so um ihr Hab- und Gut gebracht. Der Staat hat´s einfach nicht mehr gebracht….
Nach dem zweiten Weltkrieg war das dann noch einmal so, aber nicht so schlimm.

Heute ist´s zwar auch nicht so schlimm. – Aber auch ich habe 23 Jahre lang, abgesehen von meiner Ausbildungszeit, immer sehr hohe bis Höchstbeiträge in die Gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt. Daraus erhalte ich heute eine Monatsrente in Höhe von 726,53 Euro inklusiv 52,26Euro Zuschuss zur Krankenversicherung. Für die AOK muss ich dann monatlich aber 191,27 Euro Krankenversicherungsbeitrag abführen, sodass mir und meiner Frau nur 535,26 Euro übrigbleiben. Dazu kommt noch eine monatliche Betriebsrente von 144,81Euro.

Nach meiner 23-jährigen, rentenpflichtigen Zeit, war ich bis zum Rentenalter selbständig und habe private Anlagen gemacht, in Form von 150.000 DM Lebensversicherungen (das war damals mal richtig viel Geld) und Abbezahlung meines Wohnhauses. Dafür haben wir jeden Monat einen hohen Betrag hingelegt. Und dann waren ja auch noch drei Kinder… Und gelebt haben wir auch noch.

Wir hatten gedacht, dass wir mit meiner Altersrente, unserem Hauseigentum, plus der Verzinsung unserer Anlagen später (also jetzt) einmal gut rundkommen könnten. Aber das war wohl nichts.

Wir haben das Geld bei der örtlichen Sparkasse in, so wurde es uns gesagt, sicheren Wertpapieren (keine Aktien) bei der West-LB (Westdeutsche Landesbank) und in sicheren Devisen (Island Kronen) angelegt. Die Verzinsung sollte 9 Prozent und 7 Prozent betragen. – Das konnte ja nur gut laufen, so dachten wir. – Im Jahre 2008 nach dem sogenannten „Bankcrash“ wussten wir es besser. Von unserem Geld war nicht einmal 50 Prozent übrig.

Seitdem haben wir das restliche Guthaben in Tagesgeld angelegt (z.Zt. 0,4 %), weil wir einfach kein Vertrauen mehr zu Bankgeschäften haben und auch nicht mehr risikobereit sind. Dafür fühlen wir uns jetzt schon wieder betrogen, weil die tatsächliche Inflation (nicht die gelobhudelte) so hoch ist, dass in den vergangenen 10 Jahren die Kaufkraft des Euro in etwa schon wieder halbiert wurde.

Für unsere Lebensarbeit und das ersparte daraus, fühlen wir uns nur betrogen! – Deswegen unsere Empfehlung: Verlasst euch nicht auf den Staat und nicht auf die Versprechen der Banken. Verlasst euch nur auf euch selbst. Es gibt keine Sicherheit. Es gibt nur Glück oder keines. – Und das persönliche Glück und die eigene Zufriedenheit sind ohnehin das Wichtigste und allein mit Geld nicht zu bezahlen. Kapital kann nur maximal etwas beruhigen, solange man sich darauf verlassen kann und wann kann man das schon. – Es sei denn, man hat soviel davon wie z.B. Mr. Trump o.ä.


Joachim

22.02.2019

Draghi muß weg.


Hans Göring

22.02.2019

Das Gebaren verstehe ich als Konsens von Politik und Finanzwirtschaft, Vermögen der breiten Bevölkerung weiter nach oben zu verlagern. Dies schafft weiterhin politische Unzufriedenheit mit den etablierten Parteien und gefährdet letztendlich unsere Demokratie durch schleichende Enteignung der Massen. Der Bürger kann sich dieser Zwangsenteignung, im Gegensatz zu Konzernen, nicht entziehen. Bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen dies doch noch verstehen und in Taten umsetzen bevor es zu spät ist. Wer nichts mehr zu verlieren hat, wird radikalisiert. Die Geschichtsbücher liefern ausreichend Beispiele.


Konrad Nickel

22.02.2019

Dragi und seine Ja-Sager müssen weg, sie bescheißen die kleinen Sparer


Wolfgang

22.02.2019

Das prikäre ist doch, daß die Zinsen unterhalb der Inflationsrate liegen.
Die Ersparnisse des Kleinen Mannes werden immer weniger, während der Staat damit seine Schulden finanziert !!!


Manfred und Ursula Wyrich

22.02.2019

Es wäre gut wenn Sie die Zinsen für unsere 6 Extra-Konten
anheben würden.


Dagmar

22.02.2019

Ich bin ganz sicher, dass an unseren Spareinlagen verdient wird! Es sind nur nicht wir! Denn auch die Geldverwalter arbeiten nicht umsonst.
Was wir kleinen Sparer aber tun können, ist investieren. Ich habe in meine persönlichen Energieanlagen investiert und zum Beispiel damit meine Stromkosten um 3/4 gesenkt und den Gasverbrauch um die Hälfte.


Joachim

22.02.2019

Die EU und die EZB sind der Untergang Deutschlands. Gerade wir Deutschen profitieren gerade nicht vom Euro , im Gegenteil. Wir zahlen die Zeche für alle anderen, mehrfach. Dazu kommt noch die Vergemeinschaftung der Schulden. Wir hängen schon so tief drin in dem Euro-Sumpf, aber das war gerade die Absicht dieser Eurokraten von Junker, Macron, Merkel u. co. Wären wir mal bei der DM geblieben, dann ginge es den Deutschen wesentlich besser und wir wären noch Herr im eigenen Haus !


J.R.

21.02.2019

EURO-Geld eignet sich nicht mehr als Wertaufbewahrungsmittel,
nur noch Zahlungsmittel.
Die tatsächliche Inflation (Geldenwertung) erkennt man an den jährlichen Preissteigerungen im öffentlichen Nahverkehr nicht aus irgendwelchen manipulierten Statistiken.
Zinssteigerungen im EURO-Raum werden wir nicht mehr erleben!
z.B. 2 % Zinsen auf Staatsanleihen, welches EURO-Land könnte die Zinslasten auf deren Staatsschulden bezahlen ? keines. Naja, vielleicht Deutschland und Luxemburg. :-)


Bodo Haring

21.02.2019

Die deutsche Bundesbank hat bestätigt, dass die Immobilienpreise sich von 2010 bis 2017 um 60 Prozent erhöht haben. 2018 um weitere x x Prozent. Ihr Bericht erfasst nur die offizielle Seite und geht nicht kritisch genug mit der Realität um. Oder woher kommen die steigenden Mietpreise ?
Mit freundlichen Grüßen
BPH


Brigitte

21.02.2019

Die 0 Zinspolitik und Strafzinsen fuer Guthaben, sind wohl mit weitem Abstand das Duemmste was sich Waehrungs-chaoten einfallen liessen. Wer hat eigentlich Interesse an so was geistesgestoertem?


Gunther Stang

21.02.2019

Die von der EZB angegebene Höhe der Inflationsrate halte ich für zu niedrig und nicht realistisch. Die tatsächliche Höhe der Inflation bewegt sich insgesamt auf wesentlich höherem Niveau. Dies soll natürlich dem mündigen Wähler/Bürger vorenthalten werden. Daher sinken auch schon seit Jahren die verfügbaren Nettoeinkommen der durchschnittlich verdienenden bzw. im Niedriglohn verdienenden Menschen. Nur versucht die Politik diese Entwicklung natürlich zu verschleiern.


Heidi

20.02.2019

Das mit den niedrigen Steuern auf Zinserträge ist ja ganz gut und schön. Aber ich hätte doch gern bei früheren 4% Zinsen bei einem Festgeld von z.B. 50.000 EUR selbst bei nur einem geringen Freibetrag von 800 EUR diese 800 EUR und würde auch gern auf den Rest meine Steuern bezahlen, als den Zustand jetzt, bei dem ich mit nur 0,1% Zinsen nur 50 EUR bekomme. Wo ist da der Vorteil?


Johann

04.02.2019

@Lutz, Sebastian
Kümmern ist gut und schön, wenn man keine Arbeit hat, Zeitarbeiter ist oder wenig verdient.
Es stimmt...Geld kommt immer nur zu Geld.....


notting

02.02.2019

Wenn man sich mal bei FMH & Co. umschaut, findet man selbst abseits von Vermittlern, Einlagensicherung über finanziell unsichere Länder, zeitl. begrenzten (Neukunden-)Aktionen
- Tagesgeld mit >=0,5% (auch ohne Mindestanlage von 5kEUR oder so wo's bei einem Kontostand der darunter liegt garkeine Zinsen gibt).
- Zuwachssparen mit 1kEUR Mindestanlage und 2kEUR/Kalendermonat ohne Kündigungsfrist abrufbar (kein Tippfehler, d.h. wenn man clever ist, kommt man ohne Kündigungsfrist an sein gesamtes Geld) mit fast 0,7% (wird im Vertrag über die gesamte Laufzeit garantiert!) wenn man die 6 Jahre durchhält . Allerdings bei steigenden Tagesgeld-Zinsen die jetzt schon fast auf dem Niveau sind allerdings nicht mehr so interessant, da wie auch früher bei der IngDiba mit geringeren Zinsen begonnen wird.
- Nochmal etwas höhere Zinsen bei >=2jährigem Festgeld, manchmal sogar bei 1jährigem (Stichwort zu erwartende Zinssteigerungen).

Solange die Zinsen _und_ die Inflation niedrig sind hat man ja den Vorteil, dass man mehr Vermögen haben kann bevor man auf die Zinsen Steuern zahlen muss _und_ man hat vermögenstechn. kaum Nachteile durch die Inflation. Bzw. es steht da was von einem Inflationswert ohne Energiekosten (z. B. die Spritpreise sind IMHO schon wieder rel. günstig) von 1,1%. Sprich wenn man dann eben z. B. 0,5% Zinsen steuerfrei bekommt, liegt die "persönl." Inflation nur bei 0,6%.
Bzw. andererseits gab's IIRC schon Zeiten mit tollen Zinsen, aber noch höherer Inflation...

notting

PS: Aktuell ist der Sparer-Pauschbetrag 801EUR bei Ledigen. Entspr. bei 0,5% Zinsen quasi Geldanlagen von 160,2kEUR. Sprich der kleine Sparer zahlt aktuell so gut wie keine Steuern auf Zinsen, wenn er seinen Freibetrag nutzt.


Lutz

31.01.2019

Der Meinung von Sebastian kann ich nur zustimmen.Man muß sich nur kümmern.
Der Artikel der Diba ist auch sehr lehrreich.Danke für die Information


Sebastian

29.01.2019

Das große Problem in Deutschland ist doch die mangelnde Finanzbildung gepaart mit vernünftigen, staatlich geförderten Anlagemöglichkeiten.
Heutzutage ist eine Geldanlage in Aktien bzw Fonds auch mit kleinen Beträgen möglich, zum Teil ab 25€/50€ pro Monat/Quartal etc.
Wozu gibt es denn eine BundesBANK? Ein kostenloses Depot, ein entsprechendes Sparplan-Modell (z.B. ETF-Portfolio mit von mir aus 3-5 möglichen Risikoklassen) und einer festen jährlichen Gebühr für entsprechende Kosten, z.B. 1% der Sparrate.
Aufwendungen dafür sind als Vorsorgeaufwendungen absetzbar (§10 EStG), Ausschüttungen KÖNNEN auf ein seperates Verrechnungskonto verbucht werden (abzgl. Kapitalertragssteuer wenn Pauschbetrag ausgeschöpft), quasi als kleines "passives Einkommen") oder steuerfrei reinvestiert werden.
Sparbeiträge gehen direkt vom Brutto ab und können gestaffelt werden (ab 50€ bis zu Summe X).
Staatliche Förderung für den erstmaligen Abschluss gerne 200€ und ab einer gewissen Summe ist eine steuerfreie Teilentnahme bis zu 25% möglich (falls man doch mal was Größeres anschaffen will/muss).

Es könnte alles so einfach sein, nur werden von den Herren UND Frauen da oben die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Stattdessen gibt es noch Riester und fast ganz Deutschland denkt wohl noch Aktien seien was böses.
Und in der Schule gibt es auch kein Fach was Finanzbildung vermittelt (glaube ich zumindest).

So obliegt es immer noch jedem selbst, sich um seine Geldanlage zu kümmern. Nur mit dem Deutschen liebstes Kind, dem Sparbuch, ist es nicht mehr getan...


Markus

29.01.2019

@Tom1963

Stimmt, schwindender Verpackungsinhalt und oder gleichzeitige Preiserhöhung.

Aber wir sind selber schuld, wir müssen diese Produkte nicht kaufen...können zur Konkurrenz oder Alternativen kaufen.
Allerdings muss man dann hier oder da Abstriche machen bzw. auf was verzichten und wer macht das schon?

Darum hakt es doch an so viele Stellen bei uns. Besonders die viel verdienen oder reich sind, legen doch einfach nur das Geld hin. Die haben es ja.

Und sieh doch mal das mit dem Tempoverbot auf der Autobahn, alle Länder haben es, nur wir nicht und warum?
Weil die deutschen ein Volk der freiheitsliebenden und Raser sind.

Somit wirst du einen Verzicht bei "Schwindelverpackungen" nicht eindämmen können. Weil keiner verzichten möchte.


Hubert

29.01.2019

@Elmar

Er hat recht, was die Inkludierung der Südlichen Länder: Polen, Tschechien, Italien, Spanien, etc. in die Eurozone angeht.
Griechenland hat uns einiges gekostet, Italien ist kurz davor voll Pleite zu gehen und wir sollen wieder zahlen.

Die südlichen Länder bauen doch nur auf die Hilfe der Nordländer.....
Noch schlimmer wäre es wenn wir die Türkei rein genommen hätten.

Man sieht doch jetzt schon das jeder "da unten" sein eigenes Süppchen kocht und Geld ausgibt, dass er gar nicht hat. Wir können es uns ja leisten, aber auch das finde ich nicht richtig.

Wenn wir alle zusammen arbeiten würden...dann hätte jeder was davon.

Die EZB hat mit dem Niedrigzins alles kaputt gemacht, man muss nur sehen aus welchem Land Draghi kommt.

Versicherungen waren mal Versicherungen, Bausparen, etc. etc. es geht gar nichts mehr für den kleinen Mann. Die reichen werden nur immer reicher.....


Klaus

29.01.2019

@Elmar G.

Da muss ich dir widersprechen.

Mit Gold habe ich mir die Finger verbrannt. Und Gold kann man nicht so schnell bzw. überall kaufen bzw. verkaufen - somit also nicht fungibel genug.

Besser legt man sein Geld in Aktien an! Aktien sind Sachwerte / Sondervermögen -> Firmen sind immer was wert!

Nahrung (Nestle, Unilever, etc.) und Haushalt (Leifheit, Johnson&Johnson, etc.) oder Turbinen, Züge, Medizintechnik, Sehhilfen (Siemens, Siemens Healthineers, Fielmann, etc.) braucht man immer, die Firmen wird es immer geben.

Wenn man kein Geld mehr hat dann fallen eher Aktien wie Facebook, Amazon, Apple, etc. die "Nebenprodukte" sind, welche man nicht zum leben braucht.


HInsch

28.01.2019

Sanierung der Schulden durch Enteignung der Sparer und Rentenvorsorger,Die Inflation ist doch viel höher, schaut auf sichere Anlagen. Gold steigt, Aktien sind in den letzten Jahren drastisch gestiegen,Konjunktur gibt nach bald sind alle Zinsen im Minus,das ist die nächste Möglichkeit für die EZB.


Andrea Brodersen

28.01.2019

Sehr geehrte Damen und Herren,

schön, dass die EZB dafür sorgt, dass die Wirtschaftskraft weiter steigt.

Bedacht sollte jedoch auch werden, dass immer mehr Menschen, die nichts "mehr" haben um zu sparen oder jemals hatten, unter den steigenden Preisen sehr belastet werden.

Nicht nur die Lebensmittelpreise, Öl- und Benzinpreise steigen, sondern auch u.a. Mietpreise, Abgaben etc.

Großunternehmer werden stetig reicher, diejenigen, die nicht dazu gehören immer ärmer. Die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer.

Und das ist offensichtlich auch so gewollt.

Aber Geld ist nicht alles.

Wer auf Kosten anderer lebt und sich wirtschaftlich an der Arbeitskraft "Kleiner Leute" bereichert, der leidet in Wirklichkeit an einer großen inneren Armut und kann die Schönheit des Lebens nicht (mehr) erfassen.

Sozial nicht nicht das was Arbeit schafft, sondern dass was das Leben aller fördert!

Denn nicht die Kaufkraft zählt letztendlich, sondern das Wohl aller Menschen!

Wir können Geld nicht essen und nicht trinken, es ist unverdaulich.

Was nutzt es, wenn das Wasser nicht mehr zu trinken, die Luft nicht mehr zu atmen und die Früchte der Erde mit Giften angereichert uns nicht mehr nähren können?

Wir sollten lieber so bald als möglich, das Geld für gute Zwecke nutzen.

Um auch den nachkommenden Generationen noch eine lebenswerte Zukunft ermöglichen zu können.

In diesem Sinne bitte ich Sie zu wirken, denn nur ein baldiges Umdenken, kann die drohende Katastrophe abwenden helfen.

Mit freundlichen Grüßen und guten Wünschen für ALLE

Andrea Brodersen


Elmar G.

28.01.2019

Die Rettungsversuche jener Länder die nicht EURO-reif sind und nur durch Manipulationen zum Eurokreis eingemeindet wurden werden
scheitern.
Die EZB hat Sparer enteignet und ihr Pulver verschossen
Wie schon in anderen Kommentaren zu lesen wird es einen fulminaten
Crash in den nächsten 2 Jahren geben.
Einziger Ausweg ist Gold in physischer Form !


Bernhard

28.01.2019

Seit dem 10. März 2016 hat sich an den derzeitigen Zinsen in der Eurozone nichts mehr getan. Die EZB hat seit März 2015 bis Ende vorigen Jahres Anleihen von Staaten und Unternehmen im Wert von 2,6 Billionen Euro erworben. Die Inflation/Kerninflation hat in der Zeit deutlich angezogen wie jeder sieht. Der Wert von knapp zwei Prozent ist nur knapp verfehlt. Und an den Zinsen tut sich seit knapp drei Jahren nichts. Ich glaube jedoch, dass in diesem Jahr eine Wende kommt bzw. an der Zinsschraube gedreht wird. Nur glaube ich nicht ins positive. Dazu trübt sich das Weltwirtschaftsklima zu sehr ein. Selbst für Deutschland wird das Wirtschaftswachstum ständig nach unten korrigiert. Für die erneute Auflage eines Anleihekaufprogrammes der EZB liegen die Hürden zu hoch. Außerdem ist der Markt wie leer gekauft. Was bleibt der EZB noch übrig. Außerdem wird der Draghi bis zum 24. Oktober 2019 (EZB Ratssitzung) mit Sicherheit keine Zinserhöhung
verkünden. Eher wird der sich einen Zacken aus der Krone brechen. Und am 31. Oktober 2019 heißte es dann "Arrivederci Draghi". Folglich sollte man sich den Termin 12. Dezember 2019 mal dick in den Kalender eintragen. Frühestens dann rechne ich mit einer Trendwende bei den Zinsen nach oben. Alles andere übersteigt meine Vorstellungskraft.


Achim

27.01.2019

Die EZB betreibt Geldvernichtung auf Kosten der Kleinsparer.
An der Schuldensprirale wird weiter gedreht und in naher Zukunft kommt der Chrash, wenn die Staats- Bankschulden nicht mehr bedient werden.


Netzwerk01

27.01.2019

Das ist doch auch stadtlich so gewohlt . Der Finanzminister weiß nicht mehr wohin mit dem Steuerüberfluß ! Und die Sparer gucken ins Kaminrohr ! Lönnte man ja zum Ausgleich , die Merwertsteuer wieder auf 15% senken , da hätte jeder was vom großen Kuchen !


tom1963

26.01.2019

die größte Inflation ist für mich als Verbraucher :
"Immer mehr schwindender Verpackungsinhalt bei gleichem Preis"da hat eine richtiger Wettbewerb der Hersteller begonnen.
tom


Henry Ford

26.01.2019

Die Giralgeldschöpfung ist das große Problem. Jeder der einen Kredit aufnimmt fördert dies, auch wenn er sein Smartphone z.B. bei MM oder Möbel mit 0% finanziert. Diese Leute brauchen sich hinterher nicht wundern das alles teurer wird, selber Schuld.


Aquamaler

25.01.2019

da fehlt ganz eindeutig die Antwortmöglichkeit "ich bin davon überzeugt, dass das ganze System in naher Zukunft crasht"


Martin

24.01.2019

Draghi ist wie Trump und Erdogan.
Die Weltgemeinschaft nur entzweien und der Wirtschaft schädigen und dann immer sagen die anderen sind schuld.

So können die armen nicht sparen oder zu Geld kommen. Nur die Reichen werden Reicher.


Sonja

24.01.2019

Inflation?
Mein Geld wird weniger und wir deutsche sind wegen dem sch*** Draghi die gear***....also die Sparer, aber besonders die deutschen.

Zum Glück gibt es die ING, Aktien und andere Anlagen.

Wobei die ING mehr Kunden hätte, wenn Sie nur 3,50 Euro Oderprovision verlangen würde...die Konkurrenz ist pro Trade bei 3,95 Euro.


Markus

23.01.2019

Nichts geht über Anlagen in Aktien und Immobiliencrowdinvest.
Zwar mit Risiko...aber besser als nichts.
Hauptsache gut verteilen und nicht alles auf eine Karte.


Olli

23.01.2019

Die Maßnahmnen der EZB sind im Moment viel zu drastisch. Den Unternehmen geht es derzeit, auch wegen dem hohen Geldumlauf, sehr gut. Wenn sich das jetzt mittelfristig ändert hat die EZB kaum noch Werkzeuge um auf die Konjunktur Einfluss zu nehmen.

Im Privaten finde ich sehr Schade das die Lohnentwicklung in Deutschland nicht mit den Gewinnen der Unternehmen Schritt gehalten hat. In den letzten 5 Jahren wären in fast allen Branchen mind. 5% mehr Geld p.a. angebracht gewesen. Diese Rücklagen hätten in der bevorstehenden Rezession gutgetan.