Hochwasserschaden von der Steuer absetzen

Tipps zum Steuersparen | 16.07.2013

Hochwasser


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Egal ob es um den Flachbildschirm, um Kleidung oder um Möbel geht, das Hochwasser hat das Hab und Gut von vielen Menschen in Deutschland vernichtet. Für sie gibt es wenigstens einen kleinen Trost – von ungewohnter Seite: Das Finanzamt gewährt ihnen vielfältige Steuerhilfen.

Einkauf: Wer verlorenen Hausrat wieder anschaffen muss, kann die Ausgaben als außergewöhnliche Belastung absetzen. Doch Vorsicht: Dies gilt nur für "existenzielle Sachen", nicht etwa für die Außenanlage eines Gartens, das Auto oder das Wochenendhaus. Außerdem dürfen die Schäden nicht schon von einer Versicherung ersetzt worden sein.

Eigenanteil: Das Finanzamt zieht von der angegebenen außergewöhnlichen Belastung stets den zumutbaren Eigenanteil ab, der sich nach der Höhe des Einkommens und der Zahl der Familienmitglieder richtet. Ledige mit einem Jahreseinkommen von 40.000 Euro müssen zum Beispiel nach Angaben des Bunds der Steuerzahler etwa 2.400 Euro selbst zahlen.

Selbstbehalt: Trägt eine Versicherung den Hochwasserschaden, kann der Geschädigte den Selbstbehalt, also den in den Policen häufig festgeschriebenen eigenen finanziellen Anteil, steuerlich geltend machen. Das gilt auch für den Betrag, den der Geschädigte selbst zahlen muss, weil die Versicherung nur bis zu einer bestimmten Schadenssumme die Kosten übernimmt.

Sonderabschreibung: Vermieter können Kosten für die Beseitigung von Flutschäden an Häusern als sofort abziehbare Erhaltungsaufwendungen in der Steuererklärung angeben. Die Obergrenze beläuft sich dabei auf 45.000 Euro. Für den Wiederaufbau zerstörter Gebäude gilt laut dem Eigentümerverband Haus +amp; Grund: Diese Aufwendungen können Vermieter in den ersten 3 Jahren zu jeweils 10% abschreiben. Maximal sind bei dieser Sonderabschreibung 200.000 Euro pro Jahr möglich. Was darüber hinausgeht, lässt sich in den Folgejahren mit 2% jährlich abschreiben.

Stundung: Hochwasseropfer können Steuerschulden zinslos stunden. Einzige Voraussetzung: Sie müssen bis zum 30. September 2013 einen entsprechenden Antrag stellen.


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