Arbeiten im Rentenalter

Steuertipps: Wie Sie Ihr Arbeitszimmer absetzen können

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Sie wollen als Rentner in der eigenen Wohnung arbeiten? Dann können Sie Ihr häusliches Arbeitszimmer in der Steuererklärung angeben und als Werbungskosten oder Betriebsausgaben steuerlich absetzen – wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

Wie können Sie Ihr Arbeitszimmer absetzen?

Die Aufwendungen können Sie als Arbeitnehmer oder Selbstständige in voller Höhe in ihrer Steuererklärung als Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben angeben und steuerlich absetzen, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bildet. Andernfalls können Sie höchstens 1.250 Euro jährlich steuermindernd geltend machen, sofern Ihnen kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Hierbei berücksichtigt das Finanzamt allerdings nur Einkünfte, die ausschließlich für die berufliche Tätigkeit eingehen. Renten- oder Pensionszahlungen sind also ausgeschlossen.

Bei Einkünften anderer Art, wenn Sie z.B. vermieten oder verpachten oder Kapitalvermögen besitzen, könnte das Arbeitszimmer womöglich nicht mehr im Fokus der beruflichen Tätigkeit stehen. Bei Ausübung der Arbeit sowohl im Arbeitszimmer als auch auswärts ist entscheidend, wo der inhaltliche Schwerpunkt liegt. Die obersten Finanzbehörden entschieden beispielsweise im Falle eines Dozenten, dass der Schwerpunkt seiner Lehrtätigkeit am Ort der Lehrveranstaltung liegt, auch wenn der Dozent sein Arbeitszimmer nur verwendet, um die Veranstaltungen vorzubereiten.

Steuertipp: Nebenkosten fürs Arbeitszimmer absetzen

Absetzen lassen sich neben der Miete für den Arbeitsplatz, bzw. Gebäudeabschreibung, wenn Rentner Wohneigentum nutzen, auch Nebenkosten – z.B. Wasser- und Energiekosten, Reparaturkosten und Kreditzinsen. Sofern die Aufwendungen auf das gesamte Gebäude entfallen, müssen Sie die anfallenden Kosten für das Arbeitszimmer im Verhältnis der Fläche des Arbeitszimmers zur Gesamtwohnfläche (einschließlich des Arbeitszimmers) ermitteln. Ein vom Bundesfinanzhof (BFH) vorgegebener sogenannter Flächenschlüssel gibt Auskunft darüber, welche Flächen genau mit einzubeziehen sind.

Das Arbeitszimmer absetzen trotz privaten Gebrauchs

Wie häufig Steuerpflichtige den Raum privat nutzen ist maßgeblich dafür, ob sie das häusliche Arbeitszimmer absetzen können. Nur einen privaten Gebrauch von weniger als 10% akzeptiert das Finanzamt. Ansonsten erkennt es das Arbeitszimmer bisher als solches nicht an. Allerdings läuft derzeit ein Verfahren, das der Bundesfinanzhof noch 2015 entscheiden will. Das kann dazu führen, dass Steuerpflichtige, die ihr Arbeitszimmer auch privat nutzen, das Zimmer steuerlich absetzen können.

Das Finanzamt erkennt die anteiligen Kosten oftmals zunächst nicht an. In dem Fall können Sie Einspruch eingelegen und auf das ausstehende Verfahren (Az. GrS 1/14) verweisen.

Wir freuen uns, wenn dieser Artikel zum Thema Steuern hilfreich für Sie war.
Wichtig: Es handelt sich hierbei um allgemeine Tipps und kann eine Prüfung des Einzelfalls nicht ersetzen. Haben Sie dazu Fragen? Dann wenden Sie sich einfach an Ihren Steuerberater oder Ihr zuständiges Finanzamt.


Autor: ING-DiBa


Ihre Meinung

Kommentare (1)


Kommentare

Werner B.

23.01.2017

Lesenswert, ich habe ein Arbeitszimmer wegen Photovoltaikgewerbe. Neu war mir das bis zu 10% private Mitbenutzung möglich sind ohne das der Zuschuss verloren geht. Einige private Arbeiten werden ja dann doch im Arbeitszimmer mit gemacht.