Teure Kinderbetreuung?

So können Sie Kinderbetreuungskosten von der Steuer absetzen | 27.07.2015

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Auf Eltern, die ihre Kinder betreuen lassen, kommen mitunter hohe Kosten zu. Viele greifen auch auf familiäre Unterstützung zurück. Springen beispielsweise die Großeltern entgeltlich ein, können Sie diese Kinderbetreuungskosten sogar von der Steuer absetzen. 

Wann können Sie Kinderbetreuungskosten von der Steuer absetzen?

Um die Kinderbetreuungskosten von der Steuer absetzen zu können, gibt das Finanzamt Einschränkungen vor, wie beispielsweise:

  • Das Kind muss in Ihrem Haushalt leben
  • Ihr Kind darf das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Die Altersgrenze entfällt, wenn das Kind an einem Handicap leidet, das eingetreten ist, bevor es das 25. Lebensjahr vollendet hat und es nicht für sich selbst sorgen kann.

Erfüllt Ihr Kind diese Voraussetzungen, können Sie Kinderbetreuungskosten von der Steuer absetzen und die Aufwendungen als Sonderausgaben in der Steuererklärung angeben. Bis zu zwei Drittel der Kosten sind abzugsfähig. Maximal können Sie 4.000 Euro jährlich pro Kind steuermindernd geltend machen.

Welche Betreuungskosten steuerlich absetzbar sind

In der Steuererklärung angeben können Sie unter anderem die Kosten für Kindergärten, Kitas, Horte, Kinderheime, Krippen sowie Kosten für Tagesmütter und Ganztagspflegestellen. Wenn Sie Kinderpfleger, Erzieher und sonstige Hilfen beschäftigen, die ihre Kinder betreuen, können Sie diese Aufwendungen ebenfalls steuermindernd ansetzen. Auch die Aufsicht von Kindern bei den Hausaufgaben ist abzugsfähig und Sie können die Kosten in der Steuererklärung auflisten. Nicht absetzen können Sie beispielsweise Nachhilfeunterricht, Sport- und Musikunterricht.

Kinderbetreuung durch Großeltern: Können Sie die Kosten absetzen?

Wenn Verwandte, z.B. die Großeltern, Ihr Kind entgeltlich betreuen, können Sie diese Kinderbetreuungskosten von der Steuer absetzen. Hierfür sind klare und eindeutige Vereinbarungen wichtig, die Sie in derselben Weise mit einem fremden Dritten abschließen würden, unter anderem in Bezug auf die Höhe der Vergütung.

Das Finanzamt verlangt womöglich Zahlungsnachweise

Um Kinderbetreuungskosten von der Steuer absetzen zu können, ist der Erhalt einer Kostenrechnung und das Überweisen der Vergütung auf ein Konto des Leistungserbringers (z.B. der Kita) eine weitere Vorbedingung des Finanzamts. Der Begriff „Rechnung“ ist hierbei nicht im engen Wortsinn zu verstehen. Einer Kostenrechnung steht z.B. ein schriftlicher Arbeitsvertrag, aus dem sich die Höhe der Vergütung ergibt, gleich. Aus diesem Grund sollten Sie Rechnungen und Überweisungsbelege immer aufbewahren, da das Finanzamt Zahlungsnachweise verlangen kann, die Sie dann vorlegen müssen. Barzahlungen (wie z.B. für Au-pairs) erkennte das Finanzamt daher unter anderem nicht an. Um die Kinderbetreuungskosten von der Steuer absetzen zu können ist es deshalb ratsam, es im schriftlichen Au-pair- Vertrag ersichtlich zu machen, dass ein Teil der Vergütung auf die Kinderbetreuung entfällt.

Kita-Streik: Bekommen Sie die umsonst bezahlten Gebühren zurück?

Für viele Eltern ist es ein großer finanzieller und organisatorischer Aufwand, wenn die Kita streikt. Sie müssen womöglich kostenpflichtigen Betreuungsersatz finden und zahlen in dieser Zeit weiter Gebühren für die Kita. Viele Städte und Gemeinden sehen eine Kostenerstattung für die Kinderbetreuung bei einem Streik nicht vor, weil die Elternbeiträge lediglich einen Teil der Kosten für das Finanzieren von Kindertagesstätten abdecken. Eine gesetzliche Pflicht zur Rückerstattung der Gebühren haben sie also nicht. Erkundigen Sie sich deshalb bei Ihrer jeweiligen Kommune, ob diese wenigstens einen Teil der Gebühren erstattet, und fordern Sie Ihre zu viel gezahlten Beiträge zurück. Möglicherweise denken die Träger der Kindertagesstätten über eine Rückerstattung nach und beugen sich dem öffentlichen Druck.

Wir freuen uns, wenn dieser Artikel zum Thema Steuern hilfreich für Sie war. Wichtig: Es handelt sich hierbei um allgemeine Tipps und diese Information kann eine Prüfung des Einzelfalls nicht ersetzen. Haben Sie dazu Fragen? Dann wenden Sie sich einfach an Ihren Steuerberater oder Ihr zuständiges Finanzamt.

Autor: ING


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