EZB-Entscheidung: Strategien in der Niedrigzinsphase

Fünf Tipps, wie Verbraucher ihr Geld trotz der niedrigen Zinsen clever anlegen können | 01.08.2013

EZB Entscheidung


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Viele Experten hatten es bereits vermutet und sahen sich nach der heutigen Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank (EZB) bestätigt: Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, verkündete, dass der EZB-Leitzins unverändert bei 0,5 Prozent bleibt. Damit bewegt sich der Leitzins weiterhin auf einem historisch niedrigen Niveau.

Chefvolkswirt der ING-DiBa: "Erhöhung des EZB-Leitzinses nicht in Sicht."

Eine zeitnahe Erhöhung scheint in weiter Ferne. Dies sieht auch Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING-DiBa, so: "Trotz der leichten Verbesserung der Konjunkturindikatoren gibt der Zustand im Euroraum noch kein Anlass zur Entspannung. Da auf absehbare Zeit die Gefahren einer erneuten Rezession im Euroraum immer noch größer sind, als die einer aufkommenden Inflation, wird die EZB in den nächsten 12-18 Monaten die Zinsen voraussichtlich nicht erhöhen." Sparer in Deutschland haben es damit weiterhin nicht einfach. Denn die meisten Banken und Sparkassen orientieren sich bei der Höhe ihrer Zinsen an dem Leitzins der EZB. Viele Institute zahlen ihren Kunden aktuell schon gar keine Zinsen mehr auf ihr Erspartes.

Fünf Tipps, wie Verbraucher ihr Geld trotz der niedrigen Zinsen clever anlegen können:

  1. Kredite tilgen. Jeder Nachteil hat meistens auch einen Vorteil. In Niedrigzinsphasen ist es am schlausten, bestehende Kredite zu tilgen. Diese Möglichkeit bietet Verbrauchern die beste Rendite, denn für Sparanlagen gibt es fast immer geringere Zinserträge, als für Kredite gezahlt werden müssen. Vor allem nach Abzug von Steuern. Schließlich wird auf ersparte Darlehenszinsen keine Abgeltungssteuer erhoben.
  2. Tagesgeld für Notfälle. Auf dem Tagesgeldkonto sollte eine Summe in Höhe von zwei bis drei Monatsgehältern geparkt werden. So müssen für unvorhergesehene Ausgaben, wie für eine neue Waschmaschine oder die Reparatur eines Autos, nicht das Girokonto überzogen und teure Überziehungszinsen gezahlt werden.
  3. Der richtige Mix macht's. Wer weiß schon, was morgen kommt. Daher sollte das Geld besser vielfältig angelegt werden. Ein bisschen was auf das Sparkonto, ein paar Aktien und wenn es viel Geld ist, in Immobilien investieren. Wenn man unsicher ist, wie lange wie viel Geld angelegt werden soll, kann das Geld aufgeteilt und mit unterschiedlichen Laufzeiten angelegt werden. Am besten in einer Spanne von ein bis fünf Jahren. So bekommt der Anleger in jedem Jahr etwas Geld zurück. Eine ausgewogene Mischung tut auch dem Wertpapierdepot gut. Viele Anleger verfahren hier nach der Regel "Aktienquote = 100 minus Alter". In jungen Jahren lassen sich nämlich Verluste durch Aktien leichter wieder aufholen. Je breiter der Anleger sein Erspartes verteilt, desto besser ist er gegen die Schwankungen an den Börsen gewappnet.
  4. Zinshopping, mehr Stress als alles andere. Egal, wie oft zu einer Bank gewechselt wird, die ein wenig mehr Zinsen zahlt – aktuell bringt das wenig. Alle paar Wochen ein neues Sparkonto zu eröffnen, heißt in der Regel auch, das Postident-Verfahren zu durchlaufen und einen neuen Freistellungsauftrag zu erteilen. Viel Aufwand also. Auch sein Geld für einen längeren Zeitraum anzulegen, muss nicht unbedingt die beste Entscheidung sein. Längere Anlagezeiträume bringen zwar meist etwas höhere Renditen, aber die Unterschiede zum Tagesgeld sind derzeit nicht sehr groß. Bei mehrjährigen Anlagen mit einem festen Zins kommt man meistens auch nicht an einen Teil des Geldes vorzeitig heran. Eine Alternative sind Stufenzinsanlagen mit vorzeitiger Ausstiegsmöglichkeit.
  5. Keine Rendite ohne Risiko. Das Ersparte zu verwalten, ist und bleibt eine schwierige Sache. Neben der Wahl des passenden Anbieters müssen Anleger auch ihre Investments im Blick behalten. Bewährt hat es sich, bei Wertpapieren Gewinn- und Verlustmarken zu setzen. Anleger entscheiden, ab welchem Kurswert sie die Papiere wieder verkaufen möchten. Das gilt für Verlust und Gewinn. Bei den meisten Direktbanken können solche Limits gesetzt werden. In der Regel fallen dafür keine Gebühren an.

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