Strom kaufen – aber günstig!

Wer zum günstigeren Anbieter wechselt, spart Geld – wenn er den Vertrag kennt

20150113_Stromanbieter


© contrastwerkstatt/Fotolia.com

Geld sparen ist ein guter Vorsatz für das neue Jahr. Ein Wechsel des Stromtarifs kann die Haushaltskasse entlasten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie den günstigsten Anbieter finden können und was Sie beim Wechsel beachten sollten.

Verbraucherzentrale empfiehlt regelmäßige Vergleiche

Deutsche zahlen im EU-Vergleich mit am meisten für privaten Strom. Die durchschnittlichen Ausgaben für Strom in einem 4-Personen-Haushalt liegen bei etwa 1.500 Euro pro Jahr, elektrische Warmwasserbereitung eingerechnet. Doch obwohl es im deutschen Strommarkt mehr Tarife und Anbieter gibt als je zuvor, scheuen viele Verbraucher den Wechsel. Ein Fünftel fürchtet den Aufwand. Viele haben Angst, sich im Vertragsdschungel unseriöser Lieferanten zu verfangen. Dabei kann ein 4-Personen-Haushalt mit einem Durchschnittsverbrauch von 5.000 kWh pro Jahr je nach Wohnort bis zu 500 Euro sparen. "Generell raten wir Verbrauchern, mindestens einmal im Jahr die Angebote der Energieanbieter zu prüfen und gegebenenfalls zu wechseln", so Jürgen Schröder, Energierechtsjurist der Verbraucherzentrale NRW. Auch die Anfrage nach günstigeren Tarifen beim eigenen Anbieter sei sinnvoll.

Wo finde ich den geeigneten Anbieter?

Sie haben verschiedene Möglichkeiten, Stromtarife im Hinblick auf persönliche Kriterien, wie z.B. Jahresverbrauch, Personenzahl im Haushalt oder gewünschte Vertragslaufzeit zu vergleichen. Online-Portale wie z.B. Verivox machen die Vielzahl der Angebote transparent und erleichtern die Auswahl des günstigsten Anbieters. Auch Verbraucherzentralen beraten vor Ort individuell anhand eigener, unabhängiger Bewertungstools. Auch der Bund der Energieverbraucher bietet einen Vergleichsservice per Post an. Grundsätzlich gilt: Vorsicht bei Anbietern mit langen Bindefristen und Vorauskasse. So wird der Wechsel erschwert und bei Anbieterinsolvenz droht Geldverlust. Achtung auch bei Strompaketen mit fester Abnahmemenge: Der Minderverbrauch wird nicht vergütet, der Mehrverbrauch kann dagegen teuer werden.

Kann Öko-Strom eine Alternative sein?

Anders als bei der Stromerzeugung aus fossilen Quellen wie Öl, Gas, Kohle oder Kernenergie wird Öko-Strom aus erneuerbaren Energiequellen (Wasser, Wind. Sonne etc.) erzeugt. Öko-Stromtarife können preisgünstiger sein als normale Tarife, müssen sie aber nicht: Besonders strenge Öko-Zertifikate können auch für einen Aufpreis – für Investitionen in die Schaffung erneuerbarer Energiequellen – sorgen.

Wann kann ich kündigen?

Kündigen können Sie jederzeit bei Ablauf des Vertrages. Vor Ablauf ist es nur in Ausnahmefällen zulässig, wie z.B. durch das Sonderkündigungsrecht bei Preisänderungen. Leiten Sie erst die Kündigung ein, wenn ein neuer Anbieter gefunden ist. Dieser übernimmt in der Regel auch die Vertragskündigung beim alten Anbieter. Kündigen Sie selbst, sollte dies stets schriftlich und per Einschreiben erfolgen.

Ist die Stromlieferung beim Wechsel gesichert?

Jeder zweite Verbraucher fürchtet sich davor, bei Verzögerungen des Wechsels oder bei Pleite des Anbieters ohne Strom dazustehen. "Diese Angst ist unbegründet", so Schröder: "In diesen Fällen liefert der Grundversorger weiter."


Ihre Meinung

Kommentare (0)