Studentenjobs

Nebenjob, BAföG und Co. │31.08.2018

Studentenjobs

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Kaum ein Student kann sich das Studium oder das Leben darum herum ohne einen Nebenjob finanzieren. Etwa 68% der Studenten arbeiten daher neben dem Studium. Dabei geht es vor allem darum, den eigenen Lebensunterhalt zu finanzieren oder sich etwas leisten zu können – die Berufserfahrung steht meist eher an zweiter Stelle.

Und ein Studentenjob kann sich lohnen, denn bei 41% der Studierenden liegt der durchschnittliche monatliche Verdienst zwischen 250 und 500 Euro.

Die Rahmenbedingungen: Nebenjob und BAföG

Als Student mit BAföG-Anspruch einen Nebenjob zu haben, ist generell erlaubt. Allerdings hängt der BAföG-Anspruch vom Einkommen des Studenten ab und kann sich mit einem Nebenjob verringern.

Für das Einkommen neben dem BAföG gibt es einen Freibetrag. Beim BAföG-Höchstsatz beträgt dieser etwa 5.400 Euro im Jahr. Das sind ca. 450 Euro im Monat. Für das BAföG-Amt ist die monatliche Rate aber nicht entscheidend – der Freibetrag darf beliebig im gesamten Zeitraum, auf den das BAföG berechnet wird, verdient werden. Allerdings muss man beachten, dass auch Urlaubs- und Weihnachtsgeld in diese Berechnung einfließen, sofern dieses gezahlt wird. Für selbstständige Arbeit gilt eine andere Regelung – hier liegt der Freibetrag etwas niedriger.

Hat der Student mehrere Nebenjobs, werden die Einkünfte dieser zusammengerechnet. Alles, was schließlich über dem Freibetrag liegt, wird auf 12 Monate aufgeteilt und vom BAföG abgezogen.

Ein Beispiel:
Verdient der Student im Anrechnungsjahr 6.000 Euro, sind das 600 Euro mehr als der Freibetrag. Aufgeteilt auf 12 Monate sind das somit monatlich 50 Euro weniger, die der Student vom Amt erhält.

Auf das Kindergeld wirkt sich ein Studentenjob übrigens nicht aus. Erst ab einem Verdienst von über 9.000 Euro pro Jahr oder mehr als 20 Stunden Arbeitszeit die Woche verliert man den Anspruch darauf.

Diese Möglichkeiten für Studentenjobs gibt es

Als Student hat man verschiedene Möglichkeiten, um Geld zu verdienen. Entweder lässt man sich in einem Unternehmen anstellen oder man arbeitet selbstständig. Hier finden Sie eine Auflistung der häufigsten Anstellungsarten:

1. Minijob
Nimmt der Student bei einem Unternehmen einen Minijob an, muss er vom Arbeitgeber bei der Minijob-Zentrale angemeldet werden. Er hat dann die gleichen Rechte wie alle Arbeitnehmer – dazu zählen v.a. Urlaub und die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Und auch der Mindestlohn von 8,84 Euro pro Stunde ist bindend.

Bezeichnend für einen Minijob ist der maximale monatliche Verdienst von 450 Euro pro Monat. Dafür gilt keine Sozialversicherungspflicht. In der Regel ist der Arbeitgeber für die Zahlung der Lohnsteuer, Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag verantwortlich. Für den Minijob kann entweder ein monatlicher Lohn vereinbart werden – dann ist die Stundenzahl aufgrund des Mindestlohns natürlich begrenzt – oder ein fester Stundenlohn.

Versicherungstechnisch gilt Folgendes: Der Arbeitgeber zahlt in die Rentenversicherung ein. Bleibt der Verdienst bei bis zu 450 Euro monatlich, kann der Student weiterhin in der Familienversicherung mitversichert bleiben. Geht der Verdienst darüber hinaus, muss er sich selbst versichern.

2. Werkstudent
Als Werkstudent gilt der Student als Teilzeit-Mitarbeiter und hat somit die gleichen Rechte wie alle Arbeitnehmer – dazu zählen v.a. Urlaub und die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Und auch der Mindestlohn von 8,84 Euro pro Stunde ist bindend.

Der Verdienst ist meist besser als in Minijobs. Als Werkstudent sind je nach Branche um 1.000 Euro pro Monat realistisch. Und der Student hat außerdem meist die Möglichkeit, wertvolle Praxiserfahrung zu sammeln, wenn er in einem Bereich arbeitet, der zu seinem Studium passt.

Für einen Werkstudenten-Job ist es Pflicht, zum Zeitpunkt der Anstellung an einer Universität immatrikuliert zu sein. Für die Kranken- und Pflegeversicherung gilt weiterhin der Studentenstatus als Maßstab und eine Arbeitslosenversicherung braucht man nicht – nur in die Rentenversicherung wird eingezahlt. Für Werkstudenten gilt eine Begrenzung von 20 Arbeitsstunden pro Woche. Denn liegt die Stundenzahl darüber, wird davon ausgegangen, dass das Studium nicht mehr im Vordergrund steht, und der Studentenstatus geht verloren.

In einem Angestelltenverhältnis ist das Einkommen grundsätzlich steuerpflichtig. Bleibt das Einkommen des Studenten unter dem Grundfreibetrag von 9.000 Euro (VZ 2018), kann sich die Abgabe einer Steuererklärung lohnen, wenn der Student abzugsfähige Kosten hat.

3. Kurzfristige Beschäftigung
Wenn der Student nur in den Semesterferien jobbt, gibt es aufgrund des BAföG keine Begrenzung für Lohn oder wöchentliche Arbeitszeit. Man ist nicht sozialversicherungspflichtig. Allerdings unterliegen die Einkünfte der Steuerpflicht. Es gibt zwei Möglichkeiten der Versteuerung: die individuelle Besteuerung auf Basis der Lohnsteuerklasse oder eine pauschale Lohnsteuer von 25% (beinhaltet weder Kirchensteuer noch Solidaritätszuschlag). Die Abgabe einer Einkommensteuererklärung kann sich lohnen.

Als kurzfristige Beschäftigung gilt es, wenn der Student nicht länger als 3 Monate oder 70 Kalendertage am Stück angestellt ist.

4. Selbstständige Arbeit
Als Selbstständiger arbeitet man auf Honorarbasis. Der Student muss für seine erbrachten Leistungen eine Rechnung stellen und sich um deren umsatzsteuerliche Behandlung kümmern. Außerdem muss er eine Einkommensteuererklärung abgeben. Es gelten keine Arbeitnehmerrechte. Dafür kann er seine Zeit noch freier einteilen und die Aufgaben annehmen, die ihm Spaß machen.

Da es bei der selbstständigen Arbeit noch einige Dinge mehr zu beachten gibt, sollten Sie sich hierzu am besten separat informieren.

Und was sind die beliebtesten Nebenjobs bei Studenten?

Die Klassiker unter den Studentenjobs sind ungeschlagen: Kellnern, Promotion-Jobs und Nachhilfe. Aber auch kaufmännische Aufgaben sowie Tätigkeiten im Einzelhandel werden häufig angenommen.

Aber wussten Sie, dass man sich als Student z.B. auch als Sargträger ein paar Groschen dazu verdienen kann?

Zunehmend zeigt sich auch die Digitalisierung bei den Studentenjobs. Denn Bewerber für Webseiten-Tests oder Ähnliches gewinnen an Bedeutung. Sicher kann aber auch eine Tätigkeit als Flugbegleiter oder Testkäufer spannend sein.

Autor: Linda Ruppel


Ihre Meinung

Kommentare (1)


Kommentare

Jana Bartrow

03.09.2018

Super solch Informationen von der Bank zu erfahren.
Danke