Tipps zum Carsharing

Für wen lohnt sich Carsharing wirklich? | 24.02.2014

Teilen liegt im Trend: Bis zu einer Million Autofahrer nutzen in Deutschland Carsharing-Angebote. Doch für wen lohnt sich die Alternative zum eigenen Wagen wirklich? Und worauf muss ich bei der Auswahl eines Anbieters achten?

Tipps zum Carsharing

© Kurhan/Fotolia.com

Steht oft mehr, als er fährt: der eigene Pkw

Die Idee klingt überzeugend: Warum fürs eigene Auto zahlen, wenn es die meiste Zeit in der Garage oder vor dem Haus steht? Bis zu 23 Stunden, so wird allgemein angenommen, steht ein privater Wagen ungenutzt pro Tag. Carsharing kann da eine Alternative sein. Insbesondere für jene, die nur gelegentlich einen Pkw brauchen, bei der Fahrzeugwahl flexibel sein möchten und häufig kurze Strecken zurücklegen. Das lohnt sich nach Berechnungen der Stiftung Warentest gemeinsam mit dem ADAC (Finanztest, 3/2012) auch finanziell. Demnach verursacht ein eigener Kleinwagen bei 5.000 gefahrenen Kilometern pro Jahr Kosten von rund 200 Euro pro Monat (inkl. Wertverlust). Für einen vergleichbaren Carsharing-Wagen muss man hingegen mit knapp 140 Euro kalkulieren.
Anbieter wie Car2Go, Flinkster oder DriveNow gibt es mittlerweile in vielen deutschen Großstädten. Buchen ist ganz einfach: Nachdem man sich registriert hat, kann man per Internet oder telefonisch einen Wagen reservieren. Für einen Termin in der Zukunft oder um sofort loszufahren.

Buchen und abholen ist ganz einfach

Bei der Abholung gibt es aktuell zwei Modelle:

  • Einige Anbieter haben feste Stationen, an denen die Autos stehen, deshalb spricht man hier von "stationsbasiertem Carsharing". Die Fahrzeuge müssen dort abgeholt und nach Fahrtende auch wieder abgestellt werden. Der Vorteil: Das nächste freie Fahrzeug muss nicht gesucht werden und bei Rückkehr steht ein reservierter Parkplatz zur Verfügung. Das kann gerade in Großstädten Gold wert sein.
  • Beim sogenannten "freien Carsharing" parken die Autos dagegen in einem festgelegten Gebiet einfach am Straßenrand. Online, z.B. per Smartphone App erfährt man, wo in der Nähe gerade ein Pkw verfügbar ist. Nach der Benutzung kann der Wagen an einem beliebigen Ort wieder abgestellt werden. Das ist praktisch, da man so im Zweifel direkt vor der eigenen Haustür parken kann.

Gestartet werden die Teilzeit-Autos meist mit einer Chipkarte, die man nach der Registrierung direkt vom Anbieter bekommt. Einige Unternehmen arbeiten auch mit einem kleinen Tresor in Parkplatznähe. Darin befinden sich die Autoschlüssel. Zugang garantiert eine PIN, wie bei der EC-Karte.

Die Kosten variieren stark

Die Kosten variieren beim Carsharing sehr stark. In der Regel wird nach der Dauer der Nutzung und der gefahrenen Kilometerzahl abgerechnet, der Sprit ist normalerweise inklusive. Müssen Sie tanken, übernimmt der Anbieter in der Regel die Kosten. Einige Unternehmen verlangen eine Aufnahmegebühr, andere einen monatlichen Beitrag, manche auch beides. "Oft gibt es Sonderkonditionen für Abo-Kunden des ÖPNV, BahnCard-Inhaber, Firmen, Studenten oder auch Wochenendspecials", erklärt Martin Klug von der Verbraucherzentrale NRW.

Tipps, die Sie kennen, Fragen, die Sie sich bei der Anbieterwahl stellen sollten:

  • Können Sie rund um die Uhr die Autos buchen und stornieren?
    Wer telefonisch bucht, sollte prüfen, ob die Buchungszentrale Tag und Nacht erreichbar ist.
  • Wie viele Standorte gibt es in meiner unmittelbaren Umgebung? Stehen dort die Wagen, die ich benötige?
  • Welcher Service wird bei einer eventuellen Panne angeboten, welche Selbstbeteiligung fällt an?
    Viele Anbieter bieten zusätzliche Versicherungspakete für einen kleinen jährlichen Beitrag an. Die Pakete reduzieren die Selbstbeteiligung meist so stark, dass sie sich im Fall der Fälle schnell rechnen.
  • Haben Sie genau hingesehen?
    Ähnlich wie beim klassischen Mietwagen gilt auch beim Carsharing: Vor dem Start sollten Sie das Fahrzeug immer kurz auf Schäden untersuchen und das Bordbuch überprüfen. Ist ein Schaden nicht gemeldet, sollten Sie das vor Fahrtantritt übernehmen.
  • Sie teilen am liebsten mit Freunden?
    Wenn Sie sich nicht an ein Unternehmen binden und lieber mit Freunden und Kollegen einen gemeinsamen Wagen teilen möchten, sind klare Absprachen empfehlenswert. Musterverträge, die Organisations- und Versicherungsfragen regeln, gibt es u. a. beim Verkehrsclub Deutschland.
  • Und was passiert mit meinem Sommerurlaub?
    Finanztest (3/2012) empfiehlt für mehrtägige oder sehr weite Fahrten klassische Mietwagen als oft günstigere Alternative. Geschickt kombiniert können diese beiden Modelle den eigenen Wagen ersetzen. Und dabei Geldbeutel und Umwelt schonen.

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