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Mehr als einfache Zockerei | 05.12.2019

Rezession vor der Tür?

© Poike - istock.com

Die Begeisterung für Videospiele ist ungebrochen, wie die diesjährige Gamescom in Köln einmal mehr unter Beweis gestellt hat. Fünf Tage lang haben in diesem Sommer 1.150 Aussteller den rund 376.000 Besuchern der weltweit größten Messe für Computer- und Videospiele die neuesten Entwicklungen präsentiert. Pünktlich vor Weihnachten bringen die Hersteller in diesen Wochen eine ganz Reihe von Spielen und Zubehör auf den Markt. Sage und schreibe 138 Milliarden US-Dollar nahm die Games-Branche laut G.Research im vergangenen Jahr ein – mehr als dreimal so viel wie im gleichen Zeitraum an allen Kinokassen rund um den Globus bezahlt wurde. Branchentreffen wie die Gamescom ziehen aber nicht nur Zocker in ihren Bann. Im Rahmen der Events finden auch Händler, Publisher, Entwickler und Marketingexperten zueinander. Der bloße Verkauf von Konsolen und Spielen ist nur noch ein Teil einer mittlerweile riesigen Industrie. Neben den Spieleanbietern selbst profitieren vom Spiele-Hype etwa Halbleiterunternehmen, deren Chips eine realistische und hochauflösende Darstellung erst ermöglichen. Streaming-Anbieter setzen auf den neuesten Trend des Cloud Gamings, bei dem Nutzer unabhängig von Zeit und Ort neuen Highscores hinterherjagen können. 

Bei immer mehr Turnieren und Großveranstaltungen können sich die besten Gamer untereinander messen und um stetig steigende Preisgelder streiten. Für die beliebtesten Games wurden in den vergangenen Jahren eigene Ligen mit Profi-Teams aufgebaut. In Deutschland noch weitestgehend belächelt, wächst eSports weltweit rasant. Zwischen 2016 und 2021 dürften nach Einschätzung der Branchenexperten von Newzoo die Umsätze des Segments jährlich um 27 Prozent zulegen und im übernächsten Jahr 1,65 Milliarden US-Dollar erreichen. Bereits in diesem Jahr sollen die Erlöse erstmals bei über einer Milliarde US-Dollar liegen. Sponsoring macht dabei den Löwenanteil der Umsätze aus. Fast Food-Riese McDonalds etwa intensiviert sein Sponsoring im eSports-Sektor und hat dafür sogar die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Fußballbund aufgegeben.

Für Firmen und große Konzerne ist es äußerst spannend, eine riesige Zuschauerbase im Rahmen eines coolen eSports-Events zu erreichen. Auch hierzu liefert G.Research beeindruckende Zahlen: Schauten sich 2016 noch rund 281 Millionen Menschen weltweit alle Arten von eSports an, dürften es im vergangenen Jahr bereits 380 Millionen gewesen sein. 2021 soll die Zahl auf 600 Millionen Menschen weltweit explodieren, von denen gut die Hälfte aus Asien kommt. Kein Wunder, dass eSports deshalb auch Teil der Asienspiele im Jahr 2022 wird.

Einen Termin sollten sich Gamer übrigens schon dick im Kalender anstreichen: Mitte Juli des kommenden Jahres findet in der Veltins-Arena in Gelsenkirchen ein eSports-Event der Superlative statt. Im Rahmen der dreitätigen Veranstaltung „Global Masters – The eSports Celebration“ messen sich in der Heimspielstätte des Fußball-Bundesligisten Schalke 04 die besten Teams der Welt in Disziplinen wie „Counter-Strike: Global Offensive“, „PlayerUnknown’s Battlegrounds“ (PUBG) und „Rainbow Six: Siege“. Von bis zu 3,5 Millionen Euro Preisgeld ist die Rede, das Rahmenprogramm werden internationale Topstars aus Musik, Film, Sport, Showbiz und Influencern bilden. Star-DJ Robin Schulz wird eigens eine „Event-Hymne“ produzieren.

Autor: ING-DiBa AG


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