Kursschwankungen an den Märkten

Das sollten Sie über Volatilität wissen! | 05.12.2018

Paar beim Onlineshopping

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„Die Börse ist keine Einbahnstraße.“ – dieser oft zitierte Spruch bewahrheitete sich 2018 einmal mehr. Nachdem der DAX in den vergangenen 5 Jahren trotz zwischenzeitlicher Kursrückgänge im jeweiligen Gesamtjahr einen Wertzuwachs erzielte, könnte 2018 bei der Wertentwicklung ein Minus zu Buche stehen. Andere Indizes, wie Dow Jones oder NASDAQ 100 haben sich 2018 bislang zwar besser geschlagen als der DAX. Allerdings zeigten sie, ebenso wie ihr deutsches Pendant, teilweise starke Kursschwankungen im Jahresverlauf.

Volatilität als Risikokennzahl

Die Volatilität, so der Fachbegriff, ist eine mathematische Größe (Standardabweichung), mit der die Intensität der Kursschwankungen eines Wertpapiers oder Index innerhalb eines bestimmten Zeitraums erfasst wird. Sie wird in Prozent angegeben und dient als Maß für das Risiko einer Kapitalanlage. Je höher die Volatilität, desto risikoreicher ist ein Investment.

Historische …

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten, die historische und die implizite Volatilität. Wie die Bezeichnung bereits vermuten lässt, beruht die historische Volatilität auf Kursentwicklungen der Vergangenheit und trifft eine Aussage darüber, wie stark die Kurse eines Wertpapiers z. B. in den vergangenen 30 Tagen schwankten. Der Zeitraum kann dabei beliebig verändert werden. So ist es auch möglich, die Volatilität für den Zeitraum eines Jahres (ca. 250 Handelstage) zu ermitteln. Angaben zur historischen Volatilität eines Wertpapiers finden sich in den gängigen Finanzportalen im Internet oder auch in den jeweiligen Aktienporträts auf www.ing.de. Allerdings lässt sich mit der historischen Volatilität nur eine Aussage über die vergangene Entwicklung treffen. Sie ist daher kein Indikator für die künftig zu erwartenden Kursschwankungen.

und implizite Volatilität unterscheiden

Auskunft über die von den Marktteilnehmern erwarteten künftigen Kursschwankungen gibt die sogenannte implizite Volatilität. Diese leitet sich aus den Preisen der am Terminmarkt gehandelten Optionen auf die jeweilige Aktie oder den jeweiligen Index ab. Als Gradmesser für die implizite Volatilität am deutschen Aktienmarkt dient beispielsweise der VDAX-NEW. Der von der Deutschen Börse und Goldman Sachs entwickelte Volatilitätsindex gibt in Prozentpunkten an, welche Volatilität in den kommenden 30 Tagen für den DAX am Terminmarkt erwartet wird. Mit Hilfe des VDAX-NEW lassen sich Rückschlüsse über die aktuelle Verfassung des Marktes ziehen. Vereinfacht gesagt sprechen niedrige Werte für eine ruhige Lage. Steigt der VDAX-NEW hingegen deutlich an, kann dies ein Zeichen für erhöhte Nervosität, Angst oder gar Panik unter den Marktteilnehmern sein.

Für Anleger kann es im Hinblick auf die persönliche Risikobereitschaft von Nutzen sein, vor einer Handelsentscheidung einen Blick auf die Volatilität zu werfen. Wer Kursschwankungen beispielsweise nur in einem begrenzten Maße aushalten kann, für den ist es in Zeiten erhöhter Volatilität eine denkbare Alternative, mit einem neuen Investment eine Beruhigung der Märkte abzuwarten. Andernfalls könnten erhöhte Kursausschläge zu übereilten und irrationalen Handelsentscheidungen verleiten. Auch beim Setzen von Stoppkursen, mit denen mögliche Verluste begrenzt werden sollen, ist es sinnvoll, die Volatilität zu berücksichtigen. So bietet es sich an, einem Investment in Marktphasen mit erhöhten Schwankungen etwas mehr Bewegungsspielraum zu lassen und dafür die Positionsgröße (Betrag des investierten Kapitals) zu reduzieren.

Autor: ING-DiBa AG


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