Was Alltagssünden kosten

Mit diesen Bußgeldern müssen Sie rechnen | 05.09.2016

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© Kara – Fotolia.com

Schnell noch über die rote Ampel gehen – das macht jeder Mal. Wer sich erwischen lässt, dem droht ein Bußgeld. Was die Alltagssünden kosten, erfahren Sie hier.

Was im Allgemeinen als Kavaliersdelikt gilt, kostet Sie im falschen Moment ein Bußgeld. Besonders im Ausland gilt teilweise ein eigentümlicher Bußgeldkatalog. Sparen Sie lieber Ihr Geld und vermeiden Sie Ordnungswidrigkeiten.

Der Umwelt zuliebe ein Bußgeld vermeiden

Der Gang zum nächsten Mülleimer lohnt sich: Wer seine Zigarette oder den Kaugummi auf die Straße wirft, zahlt in Hessen zwischen 10 und 20 Euro. Den Kühlschrank unsachgemäß zum Beispiel auf der Straße zu entsorgen, kostet bis zu 300 Euro. Gerade bei Elektrogeräten wissen nicht alle über das richtige Entsorgen Bescheid. Die Bundesregierung erklärt auf ihrer Website, wie Sie welchen Müll am besten loswerden. Das schont Ihren Geldbeutel – und die Umwelt.

Den Mittelfinger zeigen – es droht ein saftiges Bußgeld

Moment! Bevor Sie Dampf ablassen, schauen Sie sich um, wer Sie hört. Beleidigungen im Straßenverkehr zählen als Straftat. Bei einer Anzeige fällt ein Bußgeld an. „Du blödes Schwein“ kostet im Zweifelsfall 475 Euro, den Mittelfinger zeigen bis zu 4.000 Euro. Vermeiden Sie solche Ordnungswidrigkeiten und investieren Sie Ihr Geld stattdessen in einen Boxsack oder in einen Yogakurs, um sich zu entspannen.

Zu Fuß oder per Rad droht ebenfalls ein Bußgeld

Wer glaubt, als Fußgänger oder Fahrradfahrer von den Verkehrsregeln ausgenommen zu sein, der irrt: Fünf Euro kostet es, eine rote Ampel per Fuß zu überqueren – das Doppelte, wenn Sie dabei einen Unfall verursachen. Fahrradfahrer müssen tiefer in die Tasche greifen: Eine Fahrt über eine rote Ampel kostet mindestens 45 Euro und zieht einen Punkt in Flensburg nach sich. Sind andere Verkehrsteilnehmer gefährdet oder gar in einen Unfall verwickelt, erhöht sich das Bußgeld auf bis zu 120 Euro.

Bußgeld fürs Pinkeln?

Halten Sie durch! Wer sich in der Öffentlichkeit erleichtert, erregt öffentliches Ärgernis und begeht eine Straftat. Viele Städte und Kommunen sagen Wildpinklern den Kampf an und fordern hohe Bußgelder. Im Durchschnitt sind 35 bis 75 Euro fällig, teils ist es mehr. Wildpinkler in München zahlen durchschnittlich um die 100 Euro, in Köln ist es das Doppelte.

Bußgeld im Urlaub vermeiden

Ein Foto im Einkaufszentrum schießen oder seinen Strandplatz mit einem Handtuch reservieren – im Ausland gelten zum Teil kuriose Verbote. Besonders in Singapur drohen hohe Bußgelder, wenn Sie beispielsweise Müll achtlos fallen lassen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln essen. In Italien gilt seit kurzem das Verbot, seinen Platz am Strand mit dem Handtuch zu reservieren – andernfalls drohen bis zu 200 Euro Bußgeld.

Je nachdem wer Sie anzeigt und welches Delikt Sie begangen haben, können die Kosten unerwartet steigen. Die Bußgelder variieren außerdem je nach Bundesland oder Stadt. Die Angaben können eine Prüfung des individuellen Falls nicht ersetzen.

Aktualisiert am: 05.09.2016

Autor: ING-DiBa


Ihre Meinung

Kommentare (27)


Kommentare

wuliwup

09.12.2018

An Italiens Küsten sah ich zumindest bisher noch niemanden mit dem Badetuch schwimmen gehen. In Saudi Arabien mag das hingegen unbenommen Vorteile bringen.


Montmirail

29.04.2017

Ich habe schon lange keinen Polizisten mehr auf der Straße gesehen. Und wegen dieser typisch deutschen Probleme steigt schon lange keiner mehr aus dem Streifenwagen.


Lilli

01.12.2016

Die Blase drückt... Komisch das nur Männer das Problem haben kein WC zu finden. Habe bisher noch nie ein weibliches Wesen irgendwo in der Stadt an einer Hauswand oder an einer Laterne hocken sehen. Auch nicht in unserer Hofeinfahrt, wo sich mit schöner Regelmässigkeit irgendwelche Typen an unserer Hauswand erleichtern. Gerade 500 Meter weiter aus einer Gaststätte gekommen.... Man sollte die Wand mit Weidezaun bestücken. Denn die Kamera schreckt nicht ab.


F.Bak

21.09.2016

Die Ahndung der Alltagssünden in Deutschland gillt anscheinend nur für Deutsche. Unsere <Gäste> werden verschont.
Unsere Freund und Helfer sind sehr Erfinderisch bei Ihren Ausreden warum gemeldete Alltagssünden nicht geahndet werden.


Schiedsmann

13.09.2016

Zu glufi
In den meisten Bundesländern gibt es Schiedsämter, an die man sich in solchen Fällen des fehlenden õffentlichen Interesses wenden kann. Adressen findet man bei den Amtsgerichten und Rechtämtern der Stadt. Wir haben eine positive Vergleichsquote zur Streitbeilegung in fast 2/3 der Fälle.


Konrad

12.09.2016

@Beldoni
Früher durfte einem auch hier wegen Schmierereien der Hintern versohlt werden.


Andreas

09.09.2016

Hallo "Der Wolf,
ist schon spannend, dass man die Fehler nur bei den anderen Verkehrsteilnehmern sieht. Ich z.B. sehe Autos, die auf Geh- und Radwegen parken, keinen 3m breiten Fahrstreifen übrig lassen, an Zebrastreifen nicht halten, bei Rot über die Ampel fahren, den Fahrradfahren und Füssgängern die Vorfahrt nehmen...und das ohne das diese bestraft werden. Autofahrer dürfen das.


Protest

08.09.2016

Wenn die Blase nun mal drückt und es ist keine "Öffentliche" greifbar? Hunde pinkeln an Laternenpfähle, Bäume etc. Habe schon intensiv geschädigte Objekte (z.B. Maste, welche im erdnahen Bereich so stark korrodiert sind, dass deren Standsicherheit gefährdet ist, von Bäumen ganz zu schweigen) Weitere üble Hinterlassenschaften, verursacht
durch Halter des Deutschen Lieblingshaustieres,
werden selten geahndet. Fazit: eine weitere "Spielwiese" für behördlich bevollmächtigte Knöllchenverteiler zum Wohle der leeren Kommunalkassen.


Der Wolf

07.09.2016

Radfahrer dürfen: Bei Rot über die Straße, generell auf dem Fußweg fahren, auch wenn es daneben einen nagelneuen Radweg gibt, die Vorfahrt erzwingen, an der stehenden Straßenbahn vorbeifahren, auch wenn Leute ein- und aussteigen und vieles andere mehr. Das kostet sie keine müde Mark, sondern nur ein Lächeln. In Leipzig, Berlin und sicher anderswo.


Soso...

06.09.2016

...Italien braucht Geld.


mountie58

06.09.2016

Bitte nicht böse sein; aber ehrlich, hat schon mal jemand einen Menschen über eine rote Ampel gehen gesehen ? Ich noch nicht. ;-)
Bei "ROT" über die Straße - ja !
Aber es ist schon wahr: Man sollte sich nicht unnötig in Gefahr bringen, und vor allen Dingen, wenn Kinder dabei sind, kein schlechtes Beispiel abgeben.


Beldoni

06.09.2016

Ergänzung zu Singapur für Graffiti wird man zu Stockhieben verurteilt


Hans-Jürgen

06.09.2016

Hallo Stephan, Hallo Birgitt!
Warum sich nicht einfach an die Verkehrsregeln halten. Dann passiert keinem etwas!!!!!


G+ Profi

06.09.2016

Ihr benutzt ein veraltetes GooglePlus-Logo.


Wolfgang M

05.09.2016

Die Abhandlung erscheint etwas theoretisch. Ich sehe selten "Aufpasser". Die Polizei hat kein Interesse an verwaltungsaufwändigem Kleinkram. Viele Regeln, kaum Beachtung.


Axel Zander

25.07.2016

Kleiner Einkaufsspartip:
Vor dem Einkauf essen und trinken hilft der Zurückhaltung!
Zu den Spartipps mit Anlagezinsen:
4%? wo gibt's die denn! wollen wir doch realistisch bleiben mit solchen Beispielen, besonders wenn sie mit "ING-DiBa unterzeichnet sind!


Hanna Weber

15.06.2016

Leider gibt es nicht nur in den Innenstädten sondern auch an Stränden und sonstigen Touristikplätzen viel zu wenige "benutzbare" WCs.


Rolf Kraft

14.06.2016

Sehr nützlich und informativ ohne erhobenen Zeige-finger


Stephan

25.05.2016

Ich schaue grundsätzlich ob die Grün/Blauen in Sichtweite sind. Schon immer. Ebenso nach Radarfallen, stationären Blitzern usw. Obwohl ich ein sehr defensiver Kutscher bin. Es spart Geld und Ärger


Peter

22.05.2016

Der Staat braucht das Geld seiner Bürger. Um daran zu kommen, findet er tausende von Gründen. Es können noch viel mehr werden...


Birgitt

06.05.2016

Das Bußgeld für Überwueren einer roten Ampel per Fahrrad kostet 125 Euro ohne weiteren Verkehr, zzgl. Bearbeitungsgebühr, machte vor zwei Jahren in Köln 149,50. Wäre da weitereer Verkehr gewesen (kein Unfall!), wäre die grudnstrafe fast 180 Euro gewesen. Der neue Bußgeldkatalog ist unglaubllich, aber empfehlenswert mal zu googeln! Ich schaue mich seitdem immer gut um, ob ein Polizeiauto in der Gegend ist, wenn menschenleere abgelegene Kreuzungen Rot haben und mich nicht stehen lassen müssen. Einfach zu teuer!


Elke riebeling

29.04.2016

... Aber wenn mein Hund in der Stadt Bochum in den Rinnstein pinkelt werde ich angepöbelt, überwiegend von Männern


Glufi

27.04.2016

Interessant dass der Mittelfinger nur im Straßenverkehr zählt. Mein Nachbar zeigt ihn meiner Frau mehrmals täglich und hat sie sogar schon eine Fo..... geschimpft. Auf eine Anzeige dahingehend erfährt man dann dass hier kein "Öffentliches Interesse" besteht, also nichts passiert.
So kann sich also so ein Asi benehmen wie er will.


Biesler

26.04.2016

Die Diba kümmert sich wirklich um jeden Sch..ß


MH

26.04.2016

@Mande
Die App gibt es unter Android tatsächlich. Sie heißt Toiletten Scout.


KB

25.04.2016

@Mande:
Exakt so ist es. Man kann ja verstehen, dass nicht an jeder Ecke...
Aber: Auch wenn es anders eingeplant war(im Regionalzug oft "Toilette unbenutzbar", und am kleinen Zielbahnhof auch keine vorhanden), fehlen dann die legalen Möglichkeiten. Und ersatzweise gibt es "Deine Freunde und Helfer" zum Abkassieren.
In einer perfiden Weise dient dann die bewusst in Kauf genommene Notsituation zur Abzocke.


Mande

25.04.2016

Wenn Sie mal müssen - Halten Sie durch!
Das ist leichter gesagt als getan.
Viele von der Prostata geplagte Männer sind immer auf Ausschau:" Wo ist das nächste Klo?"
Die Dichte öffentlicher Klo`s entspricht mittlerweile der von öffentlichen Fernsprechern.
Vielleicht gibt es mal eine App, wohin wenns drückt!