Welpen zu Weihnachten?

Hunde verschenken will gut durchdacht sein | 16.12.2015

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© Gekaskr – Fotolia.com

Auch wenn die Sehnsucht nach einem Welpen als Spielgefährte groß ist: Hunde verschenken an Weihnachten ist eine folgenreiche Entscheidung. Vermeiden Sie daher Spontankäufe. Tiere benötigen auch nach den Festtagen liebevolle Pflege – und verursachen Kosten.

Hunde verschenken an Weihnachten – was ist zu klären?

Entscheiden Sie sich für einen Kauf erst, wenn Sie wissen, wer sich langfristig um das Tier kümmert. Damit der Hund auf Dauer ein gutes Zuhause hat, muss nämlich oft die ganze Familie ran. Klären Sie, bevor sie Hunde zu Weihnachten verschenken, wichtige Fragen wie: Wer kümmert sich um den Hund, wenn Sie nicht zu Hause sind, weil Sie zum Beispiel in den Urlaub fahren?

Wie viel kostet ein Hund an sich?

Schoß-, Jagd-, Wach- oder Familienhund – die Charaktere und Eigenschaften von Hunden sind fast ebenso vielfältig wie beim Menschen. Klären Sie, bevor Sie an Weihnachten Hunde verschenken, ob ein quirliger, großer, verspielter oder ein ruhiger Hund am besten zur Familie passt. Schätzungen des Verbandes des deutschen Hundewesens (VDH) zufolge kaufen die Deutschen jährlich rund 500.000 Hundewelpen, 345.000 davon sind Rassehunde. Wer beim Züchter kauft, zahlt zwischen 500 und 2.600 Euro für einen Welpen. Mischlinge sind häufig günstiger als reinrassige Welpen. Auch im Tierheim ist es möglich, Hunde zu Weihnachten zu kaufen.

Wie viel kostet ein Hund an Erstausstattung und Futter?

Für das erste Halsband, Geschirr, Körbchen, Spielzeug können Sie mit 200 bis 300 Euro rechnen. Je nach Größe und Alter des Hundes fallen für Trocken-, Dosen- oder selbst gekochtes Futter und Leckerlis bis zu 150 Euro pro Monat an. Wer Hunde verschenken will, sollte sich auch über den Kostenfaktor im Klaren sein.

Wie viel kostet ein Hund an Erziehung und Pflege?

Was viele Eltern nicht bedenken, wenn sie an Weihnachten Hunde verschenken: Aus dem tapsigen Welpen wird schnell ein ausgewachsener Vierbeiner. Damit er seinen Besitzern weiterhin Freude macht, ist es nötig, dass Sie ihn gut erziehen. Wenn Sie an einer Welpengruppe teilnehmen oder zur Hundeerziehung Einzelstunden und Weiterführungskurse besuchen, kommen zusätzlich leicht einige Hundert Euro zusammen.

Wie hoch ist die Hundesteuer?

Wer zu Weihnachten Hunde verschenken möchte, muss einkalkulieren, dass Hundesteuer an die Gemeinde anfällt. Die Steuer ist bundesweit nicht einheitlich, in Berlin fallen beispielsweise 120 Euro an, im bayerischen Rosenheim 40 Euro pro Jahr. Es kommt auf die Rasse an: Sogenannte „Listenhunde“ gelten als gefährlich. Bei ihnen fallen oft höhere Steuern an, in Hamburg beispielsweise 600 Euro im Jahr. Halter von Listenhunden müssen unter Umständen kostenpflichtige Nachweise erbringen – etwa: Sachkundenachweis, polizeiliches Führungszeugnis, Wesenstest.

Wie hoch ist die Versicherung für Hunde, welche Kosten für den Tierarzt fallen an?

Eine Haftpflichtversicherung ist zwar nicht in allen Bundesländern Pflicht. Wer beim Thema Hunde zu Weihnachten verschenken 50 bis 140 Euro pro Jahr und Tier einplant, ist auf der sicheren Seite. Rechnen Sie für den Besuch beim Tierarzt für Impfungen und Entwurmungen im Jahr mit rund 50 Euro. Verletzt sich der Hund oder erkrankt er chronisch, kommen Aufwendungen für Tabletten, Spritzen oder zusätzliche Arztbesuche hinzu – all dies sollten Sie bedenken, wenn sie Hunde verschenken.

Wie viel Zeit und Aufmerksamkeit braucht ein Hund?

Ein Haustier bereitet Eltern und Kindern viel Freude, verlangt aber viel Aufmerksamkeit. Denken Sie also nicht nur ans Geld oder an den süßen Hundeblick, wenn Sie sich dafür entscheiden, Hunde zu Weihnachten zu verschenken. Damit das Tier sich pudelwohl fühlt, braucht es jahrelange Liebe und Pflege – Tag für Tag. Wenn Sie bereit sind, viel Zeit und Fürsorge zu investieren, steht einer wunderbaren Freundschaft mit vielen schönen Momenten nichts mehr im Weg.

Autor: ING-DiBa


Ihre Meinung

Kommentare (12)


Kommentare

Yavas Deniz

20.12.2015

Bitte keine lebenden Geschenke zu Weihnachten!!!


Default

19.12.2015

Würden Sie mir zu einem Papagei raten?

Oder einem Pinguin?

Und wie ist es mit seriösem online-banking?


Bethula

17.12.2015

Super,daß sich ING DIBA sogar für Haustiere einsetzt.Es ist nicht übertrieben, was ein Haustier kostet; entweder man macht es gern, oder gar nicht. Empfehlung: wenn Tier, dann bitte aus dem Tierheim- sie sind soooooooo dankbar!!


Ingrid

17.12.2015

Jede Art von Tier kann kein Weihnachtsgeschenk sein!
Tierhalter haben Verantwortung für das Wohl und die artgerechte Haltung ihrer Tiere, ob es nun ein Wellensittich oder ein Pferd ist. So z. B. kommt bei vielen Tieren die Haltung nur paarweise in Frage, da das Tier sonst leidet und vereinsamt. Z. B. müssen es bei Wellensittichen mindestens zwei, eher mehr in einer Voliere, sein. Einzelhaltung ist Tierquälerei. Also bei jeder Art von Tier gut überlegen und informieren.


Udo

17.12.2015

Tiere sollten nur dann als Weihnachtsgeschenk in den Sack kommen, wenn die gesamte Familie dahinter steht.
Als Überraschungsgeschenk daher völlig Ungeeignet!


Hans Jürgen Mantell

17.12.2015

Ich finde es Super das man sich von Ihrer Seite so toll kümmert und die Leute auf solche Sachen aufmerksam macht. Wir haben selber 2 Hunde , einen eigenen und einen in Pflege und ich kann dem nur zustimmen, was Sie schreiben. Es ist viel Verantwortung die man übernimmt und auch immer eine Finanzielle Frage. Aber vor allem ist es ein Lebewesen der Hund , der viel Zeit, Geduld und Fürsorge braucht, Aber es ist auch eine Bereicherung für die Familie, wenn man das alles aufbringt.
mit freundlichen Grüßen

Hans Jürgen Mantell


ING-DiBa

17.12.2015

Hallo zusammen, vielen Dank für Ihre Hinweise. Wir haben das korrigiert. Viele Grüße und eine schöne Weihnachtszeit, Ihr Social Media Team


Daniel

17.12.2015

"Eine Haftpflichtversicherung wird zwar nicht in allen Bundesländern verlangt, sollte aber mit etwa 50 bis 140 Euro pro Monat eingeplant werden."

Das ist aber eine teure Versicherung... Eine Hundehaftpflcihtversicherung kostet 50 EUR im JAHR!


Mathias Gärtner

16.12.2015

...na ja...die Kosten sind sehr hoch gegriffen...von der Haftpflicht pro Monat!...mal abgesehen...


Andreas Kayßer

16.12.2015

Ich weiss nicht, wo die Haftpflichtsumme pro Monat für den Hund bezahlt werden müssen, bei uns kostet es 78 € im Jahr. Wahrscheinlich Schreibfehler. Ansonsten korrekt und richtig berechnet.


Ingolf Zander

16.12.2015

Als ich las, dass der Kommentator gar keinen Hund hat, war mir die Fehlerquote bei den Darstellungen dann doch relativ erklärlich!
Richtig und wichtig, ein Hund ist kein Spielzeug und da stimme ich ihm zu:) Aber....
Nur Hunde, die ein echtes Problem haben, machen über Monate in die Wohnung! Es kann sein, dass er Stoffwechsel- oder psychische Probleme hat, oder einfach falsch erzogen wird.
Ein Hund wird zudem ab dem ersten Tag erzogen, eben damit er relativ sicher durch die Pubertät kommt, die sich i.d. Regel (je nach Rassezugehörigkeit) ab dem sechsten Monat einstellt!
Leider vergessen allzu Viele diesen Grundsatz beim Anblick eines soooo süßen Welpen!

Und ganz wichtig: Die Erziehung oder Ausbildung durchzieht das ganze Leben des Hundes, bis die Motivation zum Lernen nicht mehr gegeben ist! Eine Beziehung muss man zunächst Herstellen und dann pflegen, damit eine lebenslange Partnerschaft beibehalten werden kann - ähnlich wie in einer Ehe!

Ich empfehle Neulingen immer erst einmal eine Patenschaft oder Übernahme eines "Tierheim-Rentners", der keine so großen Ansprüche mehr stellt wie ein Welpe oder Junghund und auch vom erwartbaren Zeitfenster des Zusammenlebens überschaubar bleibt, damit man erahnen kann, was Hundehaltung ausmacht!


Andre Hackmann

16.12.2015

Die Frage ist nicht wie viel ein Hund kostet - die Frage vielmehr, ob man genug Zeit im Budget hat, um sich um das neue Familienmitglied (!) zu kümmern. Ein Hund ist keine Playstation oder ein Buch oder sonst ein Gegenstand, sondern ein lebendes Wesen mit Charakter - wer das nicht glaubt, sollte sich auf gar keinen Fall einen Hund anschaffen.

Aus diesem Grund habe ich keinen Hund - denn ich habe keine Zeit für ihn. Außerdem sollte jeder bedenken, der sich mit dem Hund auch die Verantwortung für das Geschöpf einkauft, was es bedeutet, gerade einen Welpen aufzuzuziehen:
> die ersten 2-3 Monate macht der überall hin und man rennt mit dem Wischeimer hinterher, um das entsprechend zu reinigen (Zwingerhund: Diejenigen, die sowas machen, gehören Standrechtlich erschossen! (sinngemäß))
> bei einer Hündig kommt bei ihrer Läufigkeit noch hinzu, dass sie immer Blutflecken verliert - dauert ca. 3 Wochen. Entweder rennt man mit dem Wischer hinterher oder aber kauft ihr eine Läufigkeitshose (eine Art Vorlage), die aber nicht sehr angenehm richt.
> Ab dem ca. 8 Monat beginnt die Ausbildung des Hundes, es sei denn, der soll nicht parieren - diese dauert ca. 1 Jahr und kann i. d. R. nur von dem "Boss" des Rudels durchgeführt werden - der Boss ist in der Regel nicht das Kind.
> Zwischendurch beginnt die sog. "Flegelphase" - da benimmt sich jeder (!) junge Hund wei ein Rüpel und testet seine Grenzen - uns hat er damals den Treppenteppich demontiert, einige Gardinen ausgeankert und ein paar andere Sachen - das wusste er auch direkt, dass das nicht in unserem Sinne war - er kam schon mit eingekniffenen Schwanz angeschlichen.
> Erziehung heißt nicht: an der Leine (er-)ziehen oder draufkloppen (auch Hundeschläger gehören wie Kinderschläger m. E. angeklagt, denn der Hund vertraut seinem Menschen BLIND bis in den Tod!).
> Wer die Stubenreinheit, die Erziehung, die Flegelzeit hinter sich hat, weiß erst, wen er als neues Familienmitglied zuhause hat - und das er einen echten Freund auf 4 Pfoten hat.

Fazit: Wer also glaubt "ich kauf' meinem Kind ein Hund damit Verantwortung lernt (kauft dem besser ein Kaninchen) und damit wir mal (!) rauskommen (Fahr lieber Rad oder geh' joggen), der hat gar nichts aber auch überhaupt nichts von Hundehaltung verstanden.
Man hält sich keinen Hund - man lebt mit ihm zusammen. Gehalten werden Kaninchen, Schafe und Vögel - Katzen halten sich die Menschen! :-)