Wertpapier-Sparpläne

Mit dem Cost-Average-Effekt Vermögen aufbauen | 21.01.2014

© ING-DiBa

Was ist der Cost-Average-Effekt?

Ins Deutsche übersetzt bedeutet Cost-Average-Effekt Durchschnittskosteneffekt. Aber was ist der Cost-Average-Effekt genau? Die dahinterliegende Idee ist bestechend: Entscheidet sich ein Geldanleger gegen ein hohes Einmalinvestment in ein Wertpapier und wählt den Weg der regelmäßigen Anlage gleichbleibender Beträge, glättet der Cost-Average-Effekt die Einstandskurse im Falle hoher Kursschwankungen.

Welcher Mechanismus steckt dahinter? Im Grunde ein ganz einfacher: Investieren Anleger immer den gleichen Betrag an der Börse, führt das auf der einen Seite zum Kauf weniger Anteile in Phasen hoher Kursstände, auf der anderen Seite zum Kauf vieler Anteile in Phasen niedriger Kursstände. Mit Sparplänen wie dem Durchschnittskosteneffekt investieren Anleger also automatisch antizyklisch – eine Strategie, die einige Anlageexperten empfehlen. Letztlich zahlt der Investor dank des Sparplans das Mittel der Kursstände und macht nicht jede Berg- und Talfahrt eines Wertpapiers mit.

Der Cost-Average-Effekt am Beispiel der Aktie Telekom

Geldanleger, die vom Cost-Average-Effekt profitieren möchten, sollten prüfen, ob ein Sparplan für sie in Frage kommen könnte. Damit geben sie ihrer Bank den Auftrag, zu einem fest definierten Zeitpunkt (zum Beispiel monatlich) für einen festgelegten Betrag Anteile eines Fonds, von ETFs, Zertifikaten oder Aktien zu erwerben.

Das ist nicht nur bequem, sondern kann sich insbesondere bei stark schwankenden Titeln auch lohnen, wie das Beispiel der Telekom-Aktie zeigt. Wer am 03.09.2012 Aktien des Unternehmens kaufte, konnte sich nach einem Jahr, Ende August 2013, über ein kleines Plus von 2,5% freuen. Dank des Cost-Average-Effekts hätte sich ein Sparplan auf Basis der Telekom-Aktie im identischen Zeitraum mit einem Plus von 9,4% deutlich positiver entwickelt. Der Investor in diesem Beispiel führte den Sparplan von September 2012 bis August 2013 jeweils zum 1. eines Monats aus.

Vorsicht: An der Börse entwickeln sich manche Kurse so, dass die Rendite eines Einmalinvestments die des Durchschnittskosteneffekts übertrifft. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn der Kurs einer Aktie im Betrachtungszeitraum kontinuierlich steigt. Ein abschließendes Urteil, ob ein Investor mit einer Einmalanlage oder mit einer regelmäßigen Anlage die höhere Rendite erzielt, lässt sich nur rückblickend fällen.

Wertpapier-Sparpläne für die Altersvorsorge sind eine Überlegung wert

Mit Blick auf die aktuelle Situation an den Märkten glauben einige Experten, dass eine schrittweise Investition dem großen Einmalinvestment vorzuziehen ist. Der deutsche Aktienindex kann sich sehen lassen: In den vergangenen vier Jahren verzeichnete der DAX ein jährliches Plus von durchschnittlich 12,2%. Ob das in den nächsten Jahren vergleichbar weitergeht, weiß allerdings niemand. Kommt es zu einer Korrektur, brauchen Investoren, die jetzt groß einsteigen, starke Nerven – oder im Zweifel viel Geduld. Sanfter gelingt der Einstieg mittels Sparplan. Durch den monatlichen Kauf und den Cost-Average-Effekt verringert sich die Gefahr, mit dem gesamten Kapital zu Höchstkursen einzusteigen. Das ist insbesondere für Investoren wichtig, die Wertpapiere als Baustein ihrer Altersvorsorge einplanen. Dann bieten sich Sparpläne auf Basis von Fonds, ETFs, Zertifikaten oder Aktien besonders an, weil sie Altersvorsorger in unruhigen Börsenzeiten ruhiger schlafen lassen.

Wichtig zu wissen:

Egal für welche Strategie sich ein Anleger entscheidet – bei allen Anlagen in Wertpapieren trägt er die damit einhergehenden Risiken. Das ist bei Fonds-, ETF-, Zertifikate- und Aktienanlagen z. B. das Kursverlustrisiko. Zudem sollte ein Anleger immer bedenken, dass Wertentwicklungen der Vergangenheit kein verlässlicher Indikator für zukünftige Werteentwicklungen sind. 

Autor: ING-DiBa


Ihre Meinung

Kommentare (3)


Kommentare

Tg

02.09.2016

Der Cost Average Effekt existiert aus meiner Sicht nicht. Einzig ausschlaggebend ist der Kursverlauf. Der bestimmt ob Einzelanlage oder Sparplän günstiger ist. Sparpläne reduzieren zumindest in der Anfangsphase das Risiko.


ING-DiBa

17.11.2015

Hallo Js, rein prozentual gesehen haben Sie sicherlich Recht. Dafür entfällt bei Aktien-, ETF- und Zertifkate-Sparplänen die Mindestprovision. Bei der regelmäßigen Anlage in Fonds wird, wie bei der Einmalanlage auch, nur ggf. der Ausgabeaufschlag berechnet. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Js

17.11.2015

Leider ist die Anlage in Sparplänen meist mit höheren Provisionen für die Banken verbunden, als die Einmalanlage, siehe Diba. Das lässt den beschriebenen Effekt um ca. 2% schrumpfen. Auch das gehört hier gesagt!