Was steckt dahinter?

Sharing Economy – so geht Teilen heute | 05.06.2019

Wie funktioniert Sharing Economy?

Mein Haus, mein Auto, mein Garten – ist den Deutschen ihr Eigentum heilig? Teilen, nein danke? Laut aktuellen Studien entwickelt sich das Teilen von Wohnungen, Autos, Werkzeug und Co. zu einem Trend – nicht nur hierzulande. Was steckt genau hinter der „Sharing Economy“? Und was wird am liebsten geteilt?

So funktioniert das moderne Teilen

Kennen Sie diese Situation? Sie brauchen einen Gegenstand für einen bestimmten Zweck, zum Beispiel eine Bohrmaschine, nutzen diese aber danach nur noch selten oder gar nicht mehr. Genau für diese Fälle schafft die Sharing Economy die Möglichkeit, dass Dinge regelmäßige Verwendung finden. Dabei steht die gemeinschaftliche Nutzung von Gegenständen und Dienstleistungen im Mittelpunkt. Die Sharing Economy verspricht mehr Nachhaltigkeit durch das effizientere Nutzen von Ressourcen. Geteilt werden vor allem Wohnungen, Häuser und Autos, die Eigentümer Fremden für einen bestimmten Zeitraum überlassen.

Ursprünglich waren die Ansätze sozial motiviert und unentgeltlich, nun entwickeln sie sich zunehmend zu renditeorientierten Geschäftsmodellen. Die Basis für diese neue Art des Handels sind Online-Plattformen, die meist nur durch Registrierung nutzbar sind. Vertrauen untereinander wird durch gegenseitige Kommentar- und Bewertungsfunktionen geschaffen.

Wie verbreitet ist die Sharing Economy?

Laut einer Studie aus dem Jahr 2018 nutzen 39% der Deutschen Sharing Economy-Angebote, vor allem im Bereich Media und Entertainment, Unterkunftssuche und beim Kauf von Gebrauchsgütern. Von diesen 39% sind über die Hälfte der Nutzer männlich und zwischen 18 und 39 Jahren alt. Insgesamt werden Sharing Economy Angebote hauptsächlich von jungen Leuten und vor allem in Ballungszentren genutzt.

Ein Blick auf Europa zeigt, dass ein zentraler Anreiz für das Teilen offensichtlich die Kostenersparnis ist: In Ländern mit einem geringeren Durchschnittseinkommen werden Angebote der Sharing Economy häufiger genutzt als in solchen mit höheren Einkünften. Eine Prognose zeigt, dass die Akzeptanz bis zum Jahr 2025 kontinuierlich steigen wird.

Woher kommt der Trend zum Teilen?

Ausleihen und Teilen ist keine Neuheit – schon immer tauschten Menschen Gebrauchsgüter untereinander aus. Sicherlich haben Sie auch schon einmal Gegenstände mit ihren Nachbarn geteilt. Der Unterschied liegt darin, dass die Vernetzung heutzutage immer intensiver wird. Durch die Nutzung von Apps und sozialen Netzwerken wird das Teilen nicht mehr nur in der Nachbarschaft, sondern mit jeder beliebigen Person möglich. Und es funktioniert auch ganz einfach: Registrieren und schon kann das Teilen losgehen.

Sharing Dienste werden hauptsächlich über Online Plattformen gebucht. Die Wahl des Endgerätes spielt eine wichtige Rolle, wenn es um die Art des Sharing Angebots geht. Vor allem bei der Buchung von Autos ist die Nutzung von Apps ganz vorne mit dabei, wohingegen die Buchung von anderen Sharing-Angeboten, hauptsächlich über Webseiten, und somit nicht von mobilen Endgeräten, erfolgt. Nur 21% buchten ihre Unterkünfte in den letzten zwölf Monaten über mobile Endgeräte.

Teilen die Deutschen wirklich gerne Autos?

Vor allem bei Fahrzeugen gibt es viele gewerbliche Anbieter, die Autos in Form von „Free Floating“ Angeboten zur Verfügung stellen. Das „Free Floating“ ist eine dynamische Form des Teilens. Dabei muss das geliehene Auto nicht mehr zum ursprünglichen Parkplatz zurück gebracht, sondern kann an einem frei wählbaren Ort abgestellt werden.

Sie wollen wissen, ob den Deutschen das „Auto teilen“ leicht fällt? Oder mehr zum Thema Car Sharing erfahren? Dann hören Sie jetzt rein in unseren aktuellen Podcast „Sharing is caring oder My Car is My Castle?“ mit unseren Ökonomen Inga Fechner und Sebastian Franke.

Warum überhaupt Teilen?

Hauptgrund für die Inanspruchnahme von Sharing Economy Angeboten ist ein geringerer Preis. Für die Hälfte aller Befragten ist das die Motivation. Ein Viertel aller Befragten begründet die Nutzung von Sharing Economy-Angeboten darin, dass sie damit die Umwelt schonen und zu Nachhaltigkeit beitragen wollen. Das wird mit großer Wahrscheinlichkeit weiter zunehmen, da Themen wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz immer wichtiger für die Gesellschaft werden. Weitere 25% nennen die persönliche Interaktion zwischen Anbieter und Nachfrager als Grund, weshalb Sie Sharing Economy in Anspruch nehmen.

Gibt es Nachteile?

Auch wenn sich durch Sharing-Angebote Geld sparen lässt, dürfen die Herausforderungen und Risiken, die die Sharing Economy mit sich bringt nicht außer Acht gelassen werden. Fast die Hälfte der Befragten befürchtet eine fehlende oder nicht ausreichend geregelte Haftung im Schadensfall. Für ein Drittel der Befragten ist das Fehlen von festgelegten Standards ein Schwachpunkt. Weitere 29% sind durch fehlende Sicherheitsregularien der Sharing Economy abgeneigt.

Zunehmend gibt es auch Proteste gegen den Sharing-Boom. Der Grund: In Großstädten, wie z.B. Berlin, steigen stetig die Mietpreise oder es sind keine Wohnungen mehr verfügbar. Aber gerade in Großstädten vermieten Eigentümer bevorzugt an Touristen statt an feste Mieter, da sie dadurch kurzfristig mehr Geld verdienen können. Das birgt Probleme für Städte und Gemeinden – der Wohnungsnot kann dadurch kein Einhalt geboten werden.

Autor: ING


Ihre Meinung

Kommentare (16)


Kommentare

Peter

21.06.2019

Ich betreibe regelmäßig Bettsharing, spart auch im Winter Heizkosten und ist gut für das Gemüt! :-)


ING

21.06.2019

Hallo Herr Meierl, leider können wir Ihnen auf diesem Weg nicht beantworten, warum es mit der Anmeldung nicht so funktioniert. Bitte wenden Sie sich dazu doch an unsere Kollegen aus der Kundenbetreuung. Unter der 069 / 34 22 24 freuen sie sich immer auf Ihren Anruf. Danke und viele Grüße, Ihr Social Media Team


Herbert MeierI

21.06.2019

+Ich mache alles Onlein. Wen ich meine Pin eingebe immer Falsch obwohl ich alles Richtig eingegeben habe
Ich habe keine Hände mit dem mann Bezahlen kann
wie geht es wieder welche Möglichkeiten gibt es.
Captcha 2yn7g


Mister X

20.06.2019

Danke für die Aufklärung. Aber wenn Sie das richtig beschreiben, dann gehören Sie doch auch zur Generation Doof? Kein besonders vorteilhaftes Prädikat. Aber Selbsterkenntnis ist ja bekanntlich der erste Schritt, nicht wahr?

Was die Unis so kritisieren scheint nicht nur auf Abiturienten zuzutreffen, sondern auch auf die Doktoranden. Anders kann ich mir nicht erklären, dass ein Dr. so viel schreibt, wo doch "nichts zu sagen (ist)". Erfahrungsgemäß ist das kein Einzelfall. Ich halte mich daher an das Sprichwort "an Apple a day keeps the doctor away".

Erstaunlich, was Sie alles über mich zu Wissen glauben. Vielleicht sollten Sie bei Ihrem Fachgebiet bleiben, anstatt derart haltlose Behauptungen aufzustellen. Mit Ihrem E-Motor tun Sie der Umwelt auch keinen Gefallen. Aber ich verstehe natürlich, dass man sich in einem SUV verschanzen muss, wenn die jungen Leute so rücksichtslos sind. Man könnte ja auch günstiger mit Bus und Bahn fahren. Aber das wäre ja wieder im Sinne der achsobösen Sharing Economy.

@spantax: Das finde ich nicht. Meine Vorredner sehen in der Sharing Economy die jüngste Ausartung der "psychisch auffällig(en) (ohne Erziehung)". Da wird man ja wohl noch dagegenwettern dürfen ;)


spantax...

20.06.2019

Bohh- was für ein themenfremdes blabla...


@Mister X von Dr. Böning

19.06.2019

Da ist nichts zu sagen. Wirtschaftlich und im Finanzwesen haben Sie NULL Ahnung. Und vom Geschreibe her sind Sie eher etwas xxxx.
Und mit Sicherheit sind Sie so ein Influencer, Apple abhängiger etc. Typ.
SUV´s sind schon Hybrid oder mit E-Motor, also verpesten eher Sie mit Ihrem BMW, Mercedes, Audi und sonstige Sportlichen Autos die Umwelt durch sinnloses rumgefahre von Disco zu Disco und einfach mal so in eine andere Stadt oder auch Vollgas über die Autobahn und zurück. Reinster Rohstoff Verbrauch (Reifen, Benzin, etc.), gefährliche Fahrweise ohne Rücksicht auf ältere und langsamere.
Zu Ihren Posts ist nichts zu sagen, einfach "unterirdischer Müll".


@Mister X

19.06.2019

Sie demonstrieren präzise genau das, was seit einigen Jahren deutsche UNI bei Abiturienten bemängeln: primitives Denkvermögen und die extreme Unfähigkeit Texte zu verstehen.
https://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Nicht-studierfaehig-Professoren-entsetzt-ueber-Bildung-vieler-Studenten-id38310187.html
Die Realität sieht wie folgt aus:
Die Eltern der Generation X gehören zu der von Bonner und Weis so treffend beschriebene Generation Doof. Und deren Eltern sind die 68er.
Das Problem begann mit den 68ern und deren Erziehungsmethoden.


Mister X

16.06.2019

Offensichtlich hat das "Kiddy" einen Nerv getroffen ;)
Da das Interesse an meinen Fahrgewohnheiten so groß ist: Ich nehme Bus und Bahn. Denn Sharing ist Caring ;)

"Generation Doof" wurde von Mitgliedern ebenjener Generation geschrieben. Entweder handelt es sich um ein Werk großartiger Reflexion oder um Satire. (Wo auf meinen Text eingegangen wurde, habe ich nun aber tatsächlich nicht analysieren können).

Von wem hätte die Generation X eigentlich den Umgang mit Geld lernen sollen. Vermutlich doch von der Vorgängergeneration. Welche war das nochmal? Ah, Baby-Boomer. Das erklärt alles ;)

Merke: Selbstständig denken bedeutet moderne Medien ablehnen, Jugendliche diskreditieren, und keinesfalls bei sich selbst die Schuld suchen. Da muss ich mein Leben gehörig umkrempeln um auch dazugehören zu dürfen ;)


@ Mister X

14.06.2019

In den TOP10 nur SUV? Nun ja: seit der Existenz der von Bonner und Weis so treffend beschriebenen "Generation Doof "ist es ja bekannt, dass diese Generation und die nachfolgende Generation X (auch bekannt als extrem selbst bewusste Generation Superdoof) nicht mehr die Fähigkeit besitzen den Inhalt von Texten zu verstehen oder gar komplex zu denken. Dazu kommt die explodierende Verschuldung insbesondere der angeblich so auf die Zukunft bedachten Generation X. Kein Wunder, dass die Alten unter den Politikern inzwischen sogar die Einführung des Unterrichtsfaches "Umgang mit Geld" gut gemeint fordern. Wobei ich für das Unterrichtsfach "wie lerne ich selbständig denken" plädiere, wo doch die superdoofe Generation X die extrem primitiven Ansichten von Influencern und Youtube-Selbstdarstellern für die ultimative Weisheiten hält und auch sonst konsequent jedem neusten ultimativen Werbedreck massenhaft hinterher rennt.


Jan

14.06.2019

Ich kann es mir nicht erklären weshalb hier bei diesem Thema soviel "Stunk" in den Kommentaren entstehen kann.

"Sharing Economy" hin oder her... wenn ich einen Tapeziertisch, eine Bohrmaschine oder Hilfe beim streichen benötige (weil leider beim Thema Streichen unbegabt...) frage ich meinen Nachbarn. Im Gegenzug bin ich auch gern für ihn da wenn ich ich ihm helfen kann.

So what?

Persönlich lebe ich - Achtung, Modewort! - "Minimalistisch". Und fühle mich seit dem Verkauf und der Schenkung einiger Unnützer Dinge (DVDs,ungelesene Bücher, Nippes...) deutlich freier.

Aber jeder wie er mag.
Aber keinesfalls ein Grund zu stänkern... könnte oft so einfach sein. :)


@Mister X

13.06.2019

Deinem Kommentar nach bist du eher Kiddy X statt ein Mister X.

Und Ihr Kiddys von 18 bis 35 wollt immer nur BMW, Audi, Mercedes - alles hoch motorisiert und Gas wie blöde geben. Das verbraucht natürlich kein Benzin / Diesel und schadet der Umwelt ja viel weniger. HA HA HA


Mister X

12.06.2019

Immer wieder amüsant, wie hier in den Kommentaren scheinbar täglich die Welt untergeht. Selbstverständlich sind dafür die jungen Leute mit ihren Smartphones schuld.

Die über 45jährigen sind dagegen ein Vorbild und kaufen lieber ein schönes großes Auto (in den Top 10 sind nur SUVs), mit dem sich die Umwelt vergasen lässt. Vielleicht gibt es ja doch einen Grund, warum die Jugend scheinbar so gerne im Jetzt lebt?

Ich für meinen Teil (um die 30), nutze eine altbewährte Form der Sharing Economy: Büchereien (ein weltweites Angebot für kleines Geld). Schließlich gilt: Sharing is caring ;)


@Karl

06.06.2019

Ein herrliches Plädoyer! Vielen Dank dafür.


Karl

06.06.2019

@Dieter
Da gebe ich dir recht. Es gibt keine Erziehung mehr. Der Wert des Geldes wird nicht mehr geschätzt. Nur noch Egoisten und größtenteils Gewalttäter - dies wird dann mit psychisch auffällig abgetan.
Am schlimmsten ist die totale Abhängigkeit der Jugend von Facebook, Instagram, Amazon, Apple, .... jeder muss das haben und nutzen.
Einen Teil kann man ja verwenden, für Kommunikation usw. allerdings werden Verabredungen jetzt nicht mehr von Tag zu Tag oder Stunde zu Stunde geändert oder abgesagt, sondern im Minuten- Sekundentakt.
In der Arbeitswelt kann man kaum noch planen, weil der Angestellte 3 bis 5 Stunden vor der Arbeit eine WhatsApp schickt - bin krank.
Und es gibt jetzt zu viele Kommunikationswege: Telefon, Fax, Post, Email, WhatsApp, Twitter, Facebook, .....
Musst schon alles haben um nicht mal was zu verpassen, weil trotzdem nicht jeder alles hat. Das ist Stress pur.

Es muss gegen gelenkt werden:
Bargeld behalten - 500er wieder her!!!!
Es reicht Telefon (Mobil + Festnetz) - deshalb Festnetz, weil Mobil oft mit abbrüchen, keine Funkzelle vorhanden, ausfällt etc. -, Fax, Email, Post und SMS.
Und man sollte sich wieder per Telefon verabreden und Termine / Verabredungen auch einhalten.


Komisch

05.06.2019

Früher nannte man das Nachbarschaftshilfe. Ist das dasselbe? Oder muss ich schon wieder einen neuen Begriff lernen?


Dieter

05.06.2019

Habe im TV eine Beitrag zu den drastischen Auswirkungen dieser Geschäfts- und Lebensart auf die Wohn-und Geschäftswelt in Florenz und anderen historischen Orten Italiens gesehen. Auch bei diesen Dingen zeigt die Generation unter 45 und unter 25 ihre absolute und totale Unfähigkeit die umfassenden und komplexen Auswirkungen dieser total Profit orientierten Lebensart zu begreifen und zu vermeiden. Nun ja - kostenlose Nachbarschaftshilfe wird also durch knallharte Profitmaximierung und totalen Egoismus ersetzt.