Teurer Immobilienmarkt

Hier liegen Verbraucher mit ihrem Gespür für Immobilienpreise richtig | 27.09.2019

Immobilienstudie

Die Lage auf dem Wohnungsmarkt ist angespannt. Lange Schlangen bei Wohnungsbesichtigungen und teure Miet- und Kaufpreise ärgern die europäischen Verbraucher.

Steigende Immobilienpreise, knapper Wohnraum: Die aktuelle Situation auf dem Wohnungsmarkt ist angespannt und hat eine neue öffentliche Debatte um Kaufpreise und Mieten ausgelöst. In ganz Europa sind Verbraucher unzufrieden und sehen das eigene Land auf dem falschen Weg in der Wohnungspolitik. Doch was verursacht die größten Schwierigkeiten auf dem Immobilienmarkt? Und was hilft wirklich gegen den Frust?

Wohnungsmarkt: Teuer und überfüllt

Vor allem steigende Immobilienpreise für Wohneigentum und Miete machen den europäischen Verbrauchern zu schaffen. Die Mehrheit der Deutschen, Polen, Briten, und Österreicher empfindet den heimischen Immobilienmarkt als teuer. Dabei sind allerdings die absoluten Preise im europäischen Vergleich nicht ausschlaggebend. Wichtig für die Verbraucher ist, wie sich die Preise gemessen am eigenen Einkommen entwickeln. In Tschechien empfinden beispielsweise knapp zwei Drittel der Befragten den Immobilienmarkt als teuer, weil sie im Schnitt 11,2 Brutto-Jahresgehälter für eine neue Immobilie aufwenden müssen. Der Durchschnittspreis für ein neues Wohngebäude liegt allerdings deutlich unter den Preisen für eine vergleichbare Immobilie in Deutschland, Frankreich und Großbritannien.
 
Doch nicht nur die hohen Immobilienpreise führen zur Unzufriedenheit europäischer Verbraucher. Der knappe Wohnraum führt dazu, dass Verbraucher ihren Immobilienmarkt als „überfüllt“ wahrnehmen, unabhängig davon, ob sie Mieter sind oder Eigentümer werden wollen. Hier stimmt die subjektive Wahrnehmung der Verbraucher mit den objektiven Daten zum Wohnungsbestand überein. In Polen, Großbritannien und den Niederlanden empfinden beispielsweise mehr als ein Viertel der Befragten den Immobilienmarkt als „überfüllt“. In diesen Ländern kommen besonders viele Menschen auf eine Wohnung.

Die Lösung? Bauen, Bauen, Bauen

Die „ING International Survey“ zeigt, dass Verbraucher mit der Wohnungspolitik besonders unzufrieden sind, wo ausweislich des „Deloitte Property Index“ wenig getan wird, um den Immobilienmarkt zu entspannen. Für die Politik heißt das vor allem eines: bauen, bauen, bauen. Denn je mehr Wohneinheiten fertig gestellt werden, desto zufriedener sind die Verbraucher mit dem heimischen Immobilienmarkt.
 
Gut zu wissen: Hier gehts zur gesamten ING-Studie.

Autor: ING


Ihre Meinung

Kommentare (14)


Kommentare

Thomas

18.10.2019

Ich sehe die Hauptursache der Preisexplosionen verschiedener Geldanlagen (Gold, Aktien, Immobilien) vor allem in der Negativzinspolitik und der daraus resultierenden Flucht aus dem Geld.

Ich habe mir 2 Wohnungen gekauft und genieße einerseits den Luxus, dass der Steuerzahler die Zinsen zahlt und die Inflation meine Schulden auffrisst.

Die Kehrseite ist, wenn ich einen neuen Mieter suchen muss: Ich bekomme hunderte von Anfragen, davon zu 90% solche, wo der Mieter offensichtlich nicht zahlen kann (ich rede von 495 warm). Ein Teil der Wohnungsnot scheint mir daher zu rühren, dass einfach immer mehr Menschen von ihrem Lohn nicht leben können.

Hinzu kommen die immensen Risiken, die sich aus absurden Mieterschutzgesetzen ergeben. Ich habe nichts dagegen, Mieter zu schützen, bin selbst einer. Aber wer mal versucht hat, einen Mietnomaden loszuwerden, weiß, wem der "Mieterschutz" am meisten hilft, nämlich den großen Immobilienfirmen, die sich eine eigene Rechts- und Inkassoabteilung und einen eigenen Schlüsseldienst leisten können. Im Moment sind meine Mieter friedlich, Gott sei Dank.

Gilt nur noch Daumen drücken, dass die Preise nicht so weit fallen, dass der Beleihungsgrad und damit die Zinsen hoch gehen. Dann ist die Finanzierung nämlich ganz schnell durcheinander.

Ich bin kein Spekulant, der an explodierenden Preisen verdienen will. Mir ist am liebsten eine Stabilität nach oben wie nach unten. Von daher kann "Bauen bauen bauen", wo keiner den tatsächlichen Bedarf kennt, durchaus fatale Lenkungseffekte haben.

Wie gesagt, den Euro wieder halbwegs stabil zu kriegen und der Unterschicht ein lebenswertes Auskommen ermöglichen, wären für mich die wichtigsten ersten Schritte.


Markus

17.10.2019

Solange die Kommunen ihr Bauland an den Höchstbietenden Bauunternehmer abgeben und sich dann wundern, dass die Verkaufspreise hoch sind wird sich nichts ändern.
Quoten zu Sozialwohnungen bringen da auch wenig, weil alle anderen Käufer das mitzählen müssen.
Dazu kommt die gigantische Grunderwerbsteuer, die in vielen Bundesländern auch noch erhöht wurde.
Dann noch die Umweltauflagen, die die Preise nach oben treiben und zuletzt noch der Zuzug von neuen Mitbürgern in die Städte.


Gotti

10.10.2019

Gustav hat recht-es geht nicht um sinnlose Kaufpreise
und Mieten,sondern wieder um einen regulierten und
effektiven geförderten Wohnungsbau.Keine Nutz-
flächenverschwendung, weniger Versiegelungen.
Förderungen für Diejenigen, die eine hohe Sozialrendite
erbringen.Ab 1993 nach Abriß eines 1960-er Wohn-
blocks (Altschuldenhilfegesetz)sollte es losgehen-
bis heute keine Chance. Nur Debatten und ergebnis-
lose Programme seit 2014.
Es sollte :
-Die 3. Säule GESTÄRKT werden(genossenschafliches
Wohnen)
-es gibt ein unerfülltes 10 Punkte Programm
-es sollten vefassungsrechtliche Änderungen
(zur möglichen Förderung der Wohnungsgenossen-
schaften und auch der langjährigen Mitglieder zum
Wohnungsneubau-Mehrgenerationenbau vorgenommen werden.
Letztlich die "Förderalismusreform" wieder in den
Verantwortungsbereich der Bundesregierung bringen.


Abeler Paul

09.10.2019

Vor 10 Jahren hatten wir noch ca. 3 Millionen Sozialwohnungen. Die Städte und Gemeinden haben davon 2 Millionen Wohnungen an Investoren verkauft. Jetzt haben sie auf einmal ein Problem, zu wenig Wohnraum für sozial schwache Leute. Ein Problem, was sie ja selbst so gewollt haben und dadurch ja erst zum Problem geführt haben. Jetzt schreien schon die Ersten nach Enteignung usw. Die Unzufriedenheit in der Bevölkerung hat dadurch radikal zugenommen. Wenn ich obdachlos wäre, würde ich auch protestieren. Man braucht sich dann über gewaltbereite abgehängte Menschen ja wohl nicht mehr groß zu wundern. Im Brüsseler Handelsausgleichstopf hat das deutsche Volk mittlerweile ein Guthaben von 1,2 Billionen Euro. Bei den Südländern ist das Minus bei 1,2 Billionen. Dieses Geld lässt sich nicht mehr ausgleichen, weil wir einfach zuviel Wachstum für den Export generieren und zu wenig importieren. Mit 1,2 Billionen Euro könnten wir 12.000 Stück Leverkusener Brücken zu je 100 Millionen Euro bauen. Soviel kostet nämlich diese eine Brücke.


Machdadrausnix

08.10.2019

Ich kann


Immobilienblasen

06.10.2019

Blase in New York schon geplatzt....
Preise der Immobilien sind um 12% gefallen. Investoren halten sich schon zurück.

München ist nicht mehr weit davon...

Warum muss überall so übertrieben werden und so einseitig?

Da gehen die Immobilienpreise hoch bis alles kracht. Dann gehen die Aktien hoch bis es crasht. Dann schießen Gold und Silber durch die Decke bis alles crasht. usw. usw.

Wie wäre es mal mit manierlicher Anlage Mentalität? Jeder könnte gewinnen, nicht nur die reichen!

Aber nein.....

Alle setzen immer zuletzt auf das zu Tode galoppierende Pferd, dann ist es so weit und danach verkriechen sie sich auf das Tagesgeld und Sparbuch und verlieren durch Minus Zinsen und Inflation noch mehr.

Aufwachen!!! Ihr müsst immer mit 1,8 bis 2,8 Prozent Inflation rechnen.
Also bleiben auf lange Sicht nur Aktien. Aktien haben Substanz - allerdings sollte man gut verteilen.
z.B. habe ich 24 Positionen, davon sind gerade 12 Positionen im Minus. Trotzdem wenn ich alles verkaufen würde, habe ich immer gut Dividende eingesackt und einen guten Gewinn.


Verklickt?

02.10.2019

8% sind mit dem Wohnungsmarkt sehr zufrieden und 13% zufrieden?
Entweder haben die sich sauber verklickt oder aber sind Vermieter! Kapitalanleger!

Kann ich mir gar nicht anders vorstellen....

N-TV:
München ist überbewertet, 9.000 Euro pro qm, Warnung vor einer Blase.

Mahlzeit!


jogi

30.09.2019

@ Heiner
du meinst also, die Ideen aus der linken Mottenkiste helfen Mietern preiswertere Wohnungen zu finden? Wer soll denn den Mietern die Wohnungen finanzieren, wenn kein Vermieter, sie selber? Wie wäre es stattdessen, wenn München mal ein paar Tausend Bauplätze für ca. 25000 neue Wohnungen ausweisen würde, zB einen neuen Stadtteil, oder die S-Bahnlinien weiter ins Umland baut? Meine Erfahrung lautet: sobald eine S-Bahnlinie auch nur genehmigt ist, steigen schon die Preise in den neu angebundenen Orten. Der gegenteilige Effekt tritt ein, wenn neue Stadtteile entstehen. Sobald die Planung vor allem (gegen die grünen - hier antisozial agierenden - Besitzstandswahrer!) auch durchgesetzt wird, sinken die Preise. Da das aber wohl nicht eintreten wird, steigen die Preise weiter. So funktioniert der Markt, was eigtl. jeder weiß, oder?


Gustav

30.09.2019

Der Staat sollte selber genug Wohnungen halten um die Preise unten zu halten. Der Fehler war die Sozialwohnungen überhaupt in die privaten Hände zu geben. Wenn der Staat kein Geld für Renovierungen hat, dann sollte er denen, die zu viel Geld haben eine Steuererleichterung geben, wenn Sie die staatlichen Wohnungen renovieren. Das wäre genau so, als ob er Geld bezahlen würde. Denn ob ich Geld zahle oder nicht einnehme, dass eingenommen werden sollte ist ein und das selbe.
Reine Investoren sollten nicht mehr kaufen dürfen!
In Deutschland dürften nur je ein Haus bzw. eine Wohnung pro Person gehalten werden dürfen (als Eigentümer).
Dann hätten wir nicht so viel Wohnungsknappheit, da diese nicht Massenhaft gekauft werden könnten und mit Gewinn wieder verkauft ohne zu renovieren (Wohnungsbaugesellschaften / Investmentgesellschaften).


Bekannt

30.09.2019

Zitat: Für die Politik heißt das vor allem eines: bauen, bauen, bauen.

FALSCH. Für die Politik muss es heißen: Grenzen dicht. Keine Wirtschaftsflüchtlige und kein Familiennachzug mehr. Die Situation auf dem Wohnungsmarkt ist jetzt schon nicht auszuhalten, ich will nicht wissen, was noch kommt. Was die Regierung macht ist purer Wahnsinn.


Heiner

28.09.2019

1998 am Stadtrand vom Münchener Osten (gleich in der Stadt), super Ort. Für umgerechnet 200.000 Euro einen 70,05qm Neubau inkl. einen TG Stellplatz gekauft.
Laut Makler 2017 oder 2018 - 395.000 Euro Wert, Verkauf für 420.000 Euro zum anbieten.
Mittlerweile 2019 würde ich persönlich nicht unter 500.000 bis 600.000 Euro verkaufen - dass ist die Wohnung zur Zeit wert.
Alles günstig gelegen, umfangreiche Infrastruktur (Bus, S-Bahn vor der Türe, U-Bahn ca. 3 bis 5 km weiter - auch gut zu Fuß erreichbar im Notfall). Schulen jeder Art, Kindergärten, Restaurants, Ärzte, Apotheken, ... alles da.

Irre Preise:

7.500,00 bis 9.300,00 Euro der qm
Appartments für ca. 650,00 bis 800,00 Euro, Zwei Zi. für ca. 900,00 bis 1.300,00 Euro.

Schuld sind zwar auch viele Zuzüge vom Land bzw. Ausland - aber am meisten Schuld sind die Finanzinvestoren / Kapitalanleger / Investmentfonds besonders aus dem Ausland, die Deutschland als Goldgrube entdeckt haben - kaufen ohne Renovierung, weiter verkaufen, etc. und immer für ein paar Hunderttausend, Millionen mehr.
Das kaufen von Wohnungen sollte Investmentfonds verboten gehören - es sei denn, dass unter Auflagen nach dem Kauf erst einmal umfangreich renoviert werden muss und dass nicht auf die Mieter umgelegt werden darf und kein Mensch sollte mehr als ein Haus oder zwei Wohnungen als Eigentümer haben dürfen. Außer für nahe stehende angehörige -> Sprich: Für sich und seine Frau bzw. wenn sie getrennt sind, für sein oder seine Kind/er.
Dann würden die Preise schnell wieder fallen.


Dieter 2

27.09.2019

Hier sind die Immo-Preise in den letzten 10 Jahren um 100 bis 150% gestiegen. Wir haben 2009 eine damals 27 Jahre alte Wohnung in einem Gebäude mit 12 Wohnungen für 65 000 Euro gekauft und diese ohne zwischenzeitliche relevante Instandhaltungskosten 2018 für satte 150 000 Euro verkauft.


jogi

27.09.2019

Hier, 15-20 km Luftlinie von Düsseldorf Zentrum (Kö) entfernt, kostet der qm Neubau im 6 Parteien-Haus ca. 3000 €, ein Kaufpreis/Nettomietpreis-Faktor von unter 25. Das liegt im langjährigen Durchschnitt hier zwar hoch, aber im Verhältnis zu den Finanzierungskosten immer noch sehr niedrig.


Norbert

27.09.2019

Zufrieden?
Preise für Immobilienkäufe 7.500 Euro bis 9.300 Euro den Quadratmeter.
Mietpreise die astronomisch sind.
Hier ist einiges in totale Schieflage geraten!!!