Taschengeld –
ja oder nein?

Wie viel ist sinnvoll für welche Altersgruppe? | 16.10.2015

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26,35 Euro im Monat. So viel Taschengeld bekommen Kinder von ihren Eltern in Deutschland durchschnittlich. Eine Umfrage des Bankenverbands ergab, dass 56% der 14- bis 17-Jährigen bis 30 Euro Taschengeld erhalten. Ein Viertel kann über 30 bis 50 Euro verfügen und 18% dürfen 50 Euro im Monat ausgeben.
Egal, wie hoch der Betrag ist – mit eigenem Geld wird Kindern ganz schnell klar: Alles, was da verlockend im Regal liegt, ist nicht umsonst.

Taschengeld ist wichtig

Bei der Frage, wie viel Taschengeld Kinder bekommen, geht es nicht nur um bare Münzen, sondern auch darum, etwas zu lernen: Nämlich Geld managen, sparen und Wünsche einteilen. Rechnen übt sich damit übrigens ganz leicht. Hier ein paar Tipps damit der Lerneffekt in Sachen Taschengeld möglichst hoch ist:

  • Vereinbaren Sie ganz genau, wann das Taschengeld regelmäßig kommt und was das Kind davon alles kaufen muss. Wenn bei älteren Kindern Schulhefte oder die Monatskarte mit drin sind, sollten Sie großzügiger sein.
  • Benutzen Sie das Taschengeld nie als Druckmittel, sondern zahlen Sie immer pünktlich und unaufgefordert. Kinder können das Geld zuverlässig einplanen und sich für größere Wünsche Sparziele setzen.
  • Lassen Sie Ihr Kind auch mal selbst eine Kaufentscheidung treffen. Dadurch kann sich ein richtiges Gefühl für Konsum und den Umgang mit eigenem Geld entwickeln. Aus eigenen Fehlern lernt es sich am besten, deshalb können auch Fehlkäufe wichtig sein. Ihr Kind kann über eigene Entscheidungen nachdenken, diese bewerten und es beim nächsten Mal besser machen.
  • An der Kasse zu stehen und mit eigenem Geld selbst zu bezahlen und später ein eigenes Konto zu haben, ist außerdem richtig gut fürs Selbstbewusstsein.
  • Das Taschengeld wächst mit und erhöht sich jährlich etwas. Auf diese Weise übernimmt das Kind Jahr für Jahr mehr finanzielle Verantwortung.

Wie viel Taschengeld für welche Altersgruppe?

Ganz klar: Wie viel Taschengeld Ihr Kind bekommt, entscheiden Sie natürlich am Ende selbst. Jugendämter schlagen vor, dass es im Alter von vier oder fünf Jahren losgehen kann. Spätestens, wenn Ihr Kind in die Schule kommt. Fangen Sie am besten klein an – mit einem Betrag von 50 Cent pro Woche. Bis zum Alter von neun Jahren können Sie pro Jahr dann um 50 Cent das Taschengeld erhöhen. Da in diesem Alter noch kein Gefühl für größere Beträge und längere Zeiträume besteht, empfiehlt es sich, das Geld erst mal wöchentlich auszahlen.

Mit zehn Jahren können Kinder etwas mehr Verantwortung tragen und sorgfältiger planen. Sie können nun das Taschengeld auf monatliche Zahlungen umstellen: Um die 13 Euro können es sein. Erhöhen Sie um zwei Euro pro Jahr. Ab 13 dürfen es jährlich rund fünf Euro mehr sein.

Endlich volljährig – wie viel Taschengeld nun?

Falls Ihr Kind noch nichts verdient, können Sie ihm ab 18 Jahren 60 bis 70 Euro an Taschengeld zahlen. Sobald mit dem ersten richtigen Job regelmäßige Einkünfte fließen, braucht Ihr Nachwuchs kein Taschengeld mehr.

Zu guter Letzt: Eins können junge Menschen beim Umgang mit dem lieben Geld nicht früh genug lernen: Die wirklich spannenden Momente im Leben gibt es nicht zu kaufen.

Weitere Informationen zur Frage, wie viel Taschengeld angemessen ist, und eine Taschengeldtabelle bekommen Sie bei allen Jugendämtern.

Autor: ING-DiBa


Ihre Meinung

Kommentare (3)


Kommentare

Lasse

25.06.2019

Schon doof wenn manche leute alles ,aber auch wirklich alles in den ... geschoben bekommen und trotzdem 70 euro wöchentlich bekommen und man selbst dann mit 20 euro/Monat geradeso auskommt (essen gehen wünsche einkaufen) und man eher geld verliert als plus macht.
Insgesamt sollte man vielleicht etwas mehr nachdenken bevor man soetwas plant und nicht einfach zu sagen 20/Monat (die nichtmal regelmäßig gezahlt werden!)
Und keine regeln oderso aufzustellen.


Beatrice

16.11.2018

Einfach mal im Internet googeln nach Taschengeld.
Es gibt viele, auch aktuelle Tabellen in denen man nachsehen kann was Experten raten.
Man kann dann immer noch etwas dazu geben...aber man sollte die Kinder, Jugendlichen nicht an zu viel Geld gewöhnen.
Die werden sonst später blöd schauen, wenn sie miese Schufa haben, sich nichts leisten können - obwohl sie genug Geld zur Verfügung hätten.

Es muss halt nicht immer ein BMW, Audi, Mercedes oder so gefahren werden. Auch ein Skoda, Honda, Toyota, etc. tun es.
Und man muss auch nicht immer ein Smartphone über 200 Euro haben - Preise von 600 bis 2.100 Euro für ein Smartphone sind schon pervers. Das bekommen andere in einem - IN EINEM - Monat als Rente oder Gehalt.


Busch Hermann

08.04.2016

Bis zu meinem 14. Lebensjahr erhielt ich Taschengeld nur, wenn ich gute Noten heimbrachte. Für jedes sehr gut erhielt ich von meinem Vater 50 Pfennige, für jedes gut nur 20 Pfennige. Dieses Geld kam in die Sparkasse, die nur von der örtlichen Sparkasse geöffnet werden konnte. Vom Sparbuch durfte ich ab und zu einen kleinen Betrag als Taschengeld abholen, wenn ich Schulhefte oder auch mal Briefmarken kaufen wollte.

Mit 14 Jahren war ich Flüchtling im eigenen
Vaterland, in dem täglich die Sirenen heulten. Der Vater (Finanzbeamter) wurde noch mit 51 Jahren an die Front geschickt (Volkssturm). Da meine Mutter zunächst vom Finanzamt nichts bekam, konnte ich die Handedlsschule nicht mehr weiterbesuchen und suchtge mir eine Lehrstelle. Ausbildungsberuf: Grosshandelskaufmann. Der Lehrvertrag wurde von der IHK abgeändert. 1. Lehrjahr RM 25,00/Monat
(statt 30,00), 2. Lahrjahr RM 35,00 (statt 40,00), 3. Lehrjahr RM 45,00 (statt 50,00).

Meine UR-Enkelin bekommt heute im 1. Lehrjahr bereits 700 EURO/Monat.

So haben sich die Zeiten seit 1945 geändert!!!