"German Angst" – was dem Wohntraum im Weg steht

Die Ängste der Deutschen, wenn es um die Wunschimmobilie geht | 14.05.2014

2014-05-14 | Wohnängste | Teaser

84% der Deutschen sehen ihren Wohntraum am ehesten in den eigenen vier Wänden verwirklicht. Gleichzeitig wohnen aber 60% zur Miete, wie eine Studie des Vermittlers privater Baufianzierungen Interhyp ergab. Was sind die Sorgen und Ängste der deutschen Mieter?

Obwohl so viele Deutsche von einer eigenen Immobilie träumen, glauben 52% nicht an die Verwirklichung ihres Traumes. In der bevölkerungsrepräsentativen "Wohnträume der Deutschen 2013"-Studie hat das IMWF Institut für Management und Wirtschaftsforschung im Auftrag von Interhyp 1.769 Bundesbürger auch nach ihren Ängsten befragt.

Angst Nr. 1: Finanzierung und Kaufpreis

Das größte Problem wird in der Finanzierung und den hohen Kaufpreisen, verbunden mit einer starken Nachfrage, gesehen: Über 50% der Befragten erwarten, dass es bei der Realisierung des Wohntraums hier zu Problemen kommen könnte. Dabei deckt die Studie auch regionale Unterschiede auf. Vor allem die Befragten der Mainmetropole Frankfurt haben Angst vor unkalkulierbaren Auswirkungen auf ihre Finanzen. 92% gehen davon aus, dass nicht erwartete Zusatzkosten die Kalkulation durcheinanderbringen, 73% fürchten sich vor teuren Verzögerungen bei der Fertigstellung. Im Gegensatz dazu sind die Münchner gelassener. Unkalkulierbare Baunebenkosten rauben nur 60% der Befragten an der Isar den Schlaf, auch die Zusatzkosten sind in der Hauptstadt Bayerns weniger gefürchtet: 84% rechnen mit finanziellen Zusatzbelastungen.

Angst Nr. 2: Das passende Objekt wird nicht angeboten

38% bzw. 33% der Befragten sorgt sich, dass sie das passende Haus oder Grundstück bzw. generell das passende Objekt gar nicht erst finden. Über die Hintergründe der Angst kann nur spekuliert werden. Eine Rolle spielt sicher die Tatsache, dass der Erwerb einer Immobilie für viele eine der wichtigsten Lebensentscheidungen ist, die gut überlegt sein will. Und die den Käufer im Zweifel für eine längere Zeit an einen Ort bindet. Eine Tatsache, die laut der Interhyp-Studie 31% der Befragten Sorgenfalten auf die Stirn treibt.

Angst Nr. 3: Scheitern an der Bauvorschrift und Zeitmangel

Wer über den Kauf einer Immobilie nachdenkt, muss sich zwangsläufig fragen, ob er neben dem finanziellen Engagement auch bereit ist, einen großen Teil seiner Zeit zu investieren. Viele Entscheidungen sind zu treffen, und mit dem Kauf ist in der Regel nicht alles erledigt. Renovierungen wollen geplant und beaufsichtigt oder gleich selbst durchgeführt werden. Wer lediglich ein Grundstück erwirbt und seine neue Bleibe aus dem Nichts hochziehen lässt, muss noch mal mehr Zeit einplanen. Das schreckt 25% der Befragten. 30% vermuten, dass die deutschen Bauvorschriften den einen oder anderen Bautraum platzen lassen. Viele fürchten, dass nicht alle persönlichen Wünsche realisierbar sind, wenn alle Bauvorschriften umgesetzt werden.

Angst trifft Realität: 9 von 10 Deutschen sind glücklich mit ihrer Entscheidung

Ist der ganze Stress rund um Erwerb und Umzug erst einmal vorbei, sind 9 von 10 Eigentümern froh darüber, eine Immobilie erworben zu haben. Nur wenige (4%), die den Schritt gewagt haben, berichten von negativen Ereignissen beim Erwerb der Immobilie. Zum Beispiel zählt nur 1% der befragten Immobilienbesitzer Handwerksfehler zu den Erinnerungen ihres Immobilienerwerbs. Schaut man sich zudem an, wovor die Deutschen wenig Angst haben, deutet alles auf ein romantisches Happy End hin: Nur 14% befürchten, dass unterschiedliche Vorstellungen eine Einigung mit dem Partner erschweren. 38% halten das im Gegenzug für sehr unwahrscheinlich.


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