Anlagestrategien

Teil 3: Gehen Sie mit dem Trend!

Viele Handelsstrategien basieren auf einem trendfolgenden Ansatz. Im dritten Teil unserer Serie Anlagestrategien erfahren Sie, wie man einen Trend erkennt. Zudem stellen wir Ihnen ein einfaches Hilfsmittel vor, mit dem Sie einem Trend folgen können.

Kursverlauf mit Aufwärtstrend (jeweils höhere Hoch- und Tiefpunkte) und Abwärtstrend (jeweils niedrigere Hoch- und Tiefpunkte)

Trendfolge mit gleitenden Durchschnitten

Ein geeignetes Hilfsmittel, um einen Trend leichter zu erkennen, ist ein einfacher gleitender Durchschnitt. Dabei handelt es sich um den Mittelwert der Schlusskurse innerhalb eines bestimmten Zeitraums (arithmetisches Mittel). Der Verlauf des als Linie dargestellten gleitenden Durchschnitts gibt Aufschluss über den zugrunde liegenden Trend. So signalisiert eine steigende Linie einen Aufwärtstrend, eine fallende Linie einen Abwärtstrend. Verläuft die Linie mit geringen Schwankungen seitwärts, liegt in dem betrachteten Zeitraum kein Trend vor.

Der Zeitraum des gleitenden Durchschnitts kann frei gewählt werden. Viele Chart-Tools haben dazu bereits Voreinstellungen wie z. B. die 38-Tage-, 100-Tage- oder 200-Tage-Linie, aus denen man auswählen kann. Ebenso ist es oftmals möglich, gleitende Durchschnitte in Wochen- oder Monatscharts einzusetzen. Dazu muss im jeweiligen Chart-Tool die Periode bzw. Zeiteinheit auf Woche oder Monat eingestellt werden.
Je kürzer der Zeitraum für einen gleitenden Durchschnitt gewählt wird, desto näher folgt dieser der Kursnotierung. Dadurch werden zwar einerseits früher Handelssignale erzeugt – allerdings steigt damit auch die Häufigkeit von Fehlsignalen.

Anleger, die einen mittel- bis langfristigen Anlagehorizont besitzen, können auf die 200-Tage-Linie zurückgreifen, den wohl am häufigsten verwendeten gleitenden Durchschnitt. Aufgrund der größeren Anzahl der Schlusskurse, die in die Berechnung einfließen, reagiert die 200-Tage-Linie weniger sensibel auf Kursbewegungen und zeigt den vorherrschenden langfristigen Trend zuverlässiger an.

Einfache Handelssignale

Für eine trendfolgende Anlagestrategie lassen sich gleitende Durchschnitte als Signalgeber nutzen. Steigt z. B. der Schlusskurs einer Aktie über die 200-Tage-Linie, liegt ein Kaufsignal vor. Fällt der Schlusskurs der Aktie unter die 200-Tage-Linie, ist dies ein Verkaufssignal.
In trendlosen Phasen, in denen ein gleitender Durchschnitt nur wenige oder gar keine Veränderungen aufweist, sollten Handelssignale ignoriert werden, da der trendfolgende Indikator in solchen Phasen verstärkt Fehlsignale generiert.

Wochenchart (1 Balken = 1 Woche) mit 40-Wochen-Linie und Kauf- bzw. Verkaufssignalen

Im Verlauf eines Trends lässt sich häufig beobachten, dass die Kursnotierung während einer Konsolidierung oder Korrektur zur 200-Tage-Linie zurückkehrt. In einem Aufwärtstrend stellt der gleitende Durchschnitt dabei eine potenzielle Unterstützung dar. Nimmt das Kaufinteresse nun wieder zu und führt zu einem erneuten Anstieg der Kursnotierung, ist dies als Bestätigung des vorherrschenden Trends zu werten. Entsprechend umgekehrt stellt sich die Situation in einem Abwärtstrend dar, in dem die 200-Tage-Linie einen potenziellen Widerstand bildet.

Nimmt die Kursnotierung nach einer Rückkehrbewegung zur 200-Tage-Linie die ursprüngliche Trendrichtung wieder auf, kann der erfolgreiche Test des gleitenden Durchschnitts ebenfalls zur Eröffnung oder zum Aufstocken einer Position genutzt werden.


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