Bio, Spam und Superfood

Was Frosta, Emmi und Co. auf den Tisch bringen, kann auch Anlegern schmecken | 01.06.2018

BÖRSE ONLINE

Eine Analyse von BÖRSE ONLINE,
Martin Hintze | Werbemitteilung

„Also jetzt mal ehrlich!“ Kennen Sie Frosta? Klar, die Tiefkühlkost der Hamburger landet bei so manchem auf dem Teller. Und vielleicht hat auch der eine oder andere den eingangs zitierten Werbespruch des Lebensmittel-Herstellers im Ohr. Aber die Aktie? Dabei ist Frosta – neben Iglo – mittlerweile einer der Großen im wachsenden Markt für Tiefkühlkost. 2017 hat der Umsatz in Deutschland um 3,9 Prozent auf 14,3 Milliarden Euro zugelegt. Frosta schneidet sich mit 501 Millionen Euro (2016: 466 Millionen Euro) ein ordentliches Stück davon ab. Auch 2018 dürfte erfolgreich verlaufen; in den ersten zwei Monaten des Jahres wuchs der Umsatz um 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Eines der Erfolgsrezepte des 1905 gegründeten Konzerns: sein vollständiger Verzicht auf Zusatzstoffe und Herkunftsangaben der Zutaten auf den Verpackungen. Hinnerk Ehlers, Frosta-Vertriebsvorstand: „Die Verbraucher honorieren das immer mehr.“ Kein Wunder, dass die Aktie gut handelbar ist und eine sehr ordentliche Performance hingelegt hat. So hat sie sich fast doppelt so gut entwickelt wie der Vergleichsindex SDax.

Online im Trend

Ohnehin sind die meisten Lebensmittel-Aktien langfristig durchaus attraktive Investments. Denn es gilt die alte Regel: Gegessen wird immer – unabhängig von konjunkturellen Schwankungen. Die Weltbevölkerung wächst, auch die durchschnittlichen Einkommen ziehen an. Ganz so einfach ist es natürlich nicht, selbst Food-Spezialisten können in eine Krise rutschen. Aber nicht umsonst taucht eine ganze Reihe von Lebensmittel-Aktien immer wieder auf den Einkaufslisten der Investorenlegenden auf, zuletzt etwa die Campbell Soup Company, die angeblich für Warren Buffett interessant wurde.

Dabei blicken Anleger beim Thema „Lebensmittel“ zunächst vor allem auf die Giganten der Branche, allen voran die Schweizer Nestlé. Mehr Bewegung bieten die Unternehmen der zweiten und dritten Reihe, die zudem häufig schneller darin sind, aktuelle Trends umzusetzen oder ohnehin hochspezialisiert agieren. Dazu zählt Frosta mit dem Schwerpunkt „gesunde Tiefkühlkost“. Aber auch sonst legen viele Firmen ihren Fokus auf temporäre oder anhaltende Entwicklungen. So greifen zum Beispiel deutsche Verbraucher immer häufiger nicht nur zu Bioprodukten, sondern auch zu sogenanntem Superfood, etwa Chia, Quinoa und Amaranth. Auch der Online-Verkauf gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Wahrer Dividendenkönig

Dass aber auch traditionelle Unternehmen erfolgreich am Markt bestehen können, beweist die 1891 gegründete Hormel Foods. Hormel verkauft unter anderem Frühstücksfleisch, das als Namensgeber für unerwünschte E-Mail-Werbung herhalten musste: Spam. Damit verdient Hormel Foods so gut, dass die Firma aus Austin im US-Bundesstaat Minnesota regelmäßig Gewinnanteile an ihre Aktionäre ausschüttet: seit dem Börsengang 1928, in den vergangenen 52 Jahren jährlich steigend, zum 360. Mal in ununterbrochener Folge als Quartalsdividende.

Da Hormel seine Geschäfte zu 95 Prozent in den USA betreibt, ist der Konzern, der es mittlerweile auf eine Marktkapitalisierung von knapp 18 Milliarden US-Dollar bringt, bei deutschen Anlegern nicht allzu bekannt. Die Risiken für das Unternehmen liegen auf der Hand: Währungsschwankungen, eine deutliche Fokussierung auf den Heimatmarkt sowie die Abhängigkeit von proteinhaltigen Nahrungsmitteln, allen voran Truthahn- und Schweinefleisch. Probleme könnten Hormel entstehen, wenn die Futtermittelpreise anziehen. Außerdem muss sich das Management etwas überlegen, um die steigende Nachfrage nach gesunden Lebensmitteln zu bedienen. Allerdings kauft Hormel in diesem Bereich bereits kleinere Firmen auf und positioniert sich damit besser. Potenzial bieten ausländische Märkte.

Naturkost zieht

Viel weiter in Sachen gesunde Ernährung ist Koninklijke Wessanen. Die Niederländer haben sich auf die Herstellung biologischer und vegetarischer Lebensmittel – darunter Käsesorten, Dips und Naturkost – spezialisiert. Vorstandschef Ronald Merckx geht von einem langfristigen Marktwachstum von fünf bis sieben Prozent pro Jahr aus. Analysten erwarten, dass die Gruppe, die in mehreren europäischen Ländern aktiv ist, hier überdurchschnittlich gut abschneiden kann. So ist in Studien von einem Gewinnwachstum von fast 22 Prozent die Rede.

„Genussmomente“ möchte Bell Food den Kunden bereiten. Und das seit 1869, als Samuel Bell eine erste Metzgerei in der Basler Innenstadt eröffnete. Das Angebot des Schweizer Unternehmens umfasst Fleisch, Geflügel, Wurstwaren, Meeresfrüchte und Fisch, sowie Convenience-Produkte wie Salate, Sandwiches, Fertigmenüs und Pasta. Analysten gehen davon aus, dass der Gewinn der Gesellschaft in den nächsten zwölf Monaten um 14,5 Prozent wächst. Das liegt vor allem daran, dass Bell seine Kosten im Griff hat und die Margen in den vergangenen Jahren steigern konnte. 2017 lag der Umsatz bei knapp 3,6 Milliarden Franken – fast 3,1 Milliarden Euro –, der Reingewinn legte um 5,9 Prozent auf 106,5 Millionen Franken zu. Das entspricht einer Marge von drei Prozent. Für frischen Wind könnte der Convenience-Bereich sorgen. Der wurde jüngst durch den Kauf des Nahrungsmittel-Herstellers Hügli verstärkt.

Leckere Aussichten

Ebenfalls in der Schweiz ansässig ist der Milchverarbeiter Emmi. Die Analysten der Bank Credit Suisse gaben als Kursziel jüngst die Marke von 875 Franken, gut 750 Euro, aus. Hauptattraktion bleibt laut den Börsenexperten die auf Basis der bankeigenen Schätzungen bei rund fünf Prozent liegende Free-Cashflow-Rendite. Emmi ist 1993 aus einem genossenschaftlichen Verband heraus entstanden und seit 2004 an der Schweizer Börse notiert. Das Luzerner Unternehmen erwirtschaftet etwa die Hälfte seines Umsatzes in der Schweiz. Attraktiv werden die Aktien der Gruppe durch die starke internationale Ausrichtung. Bereits 2017 hatten die starken Zielmärkte USA und Tunesien zum guten Ergebnis beigetragen. Dadurch wurde der Import- und Preisdruck in der Schweiz ausgeglichen. Konzernchef Urs Riedener stellte den Aktionären für 2018 ein Umsatzwachstum von 1,5 bis 3,0 Prozent in Aussicht, die Reingewinnmarge soll bei 4,5 bis 5,0 Prozent landen.

Durchaus leckere Aussichten also für die Lebensmittel-Spezialisten. Vor allem mit einer Fokussierung auf Wachstumssegmente dürften die Unternehmen mittel- bis langfristig jedes Depot appetitlich bereichern. Anleger sollten dabei darauf achten, dass sie sich mit Titeln aus dem Nicht-Euro-Raum neben dem allgemeinen Kursrisiko zusätzlich ein Währungsrisiko ins Portfolio holen. Doch das Potenzial der Aktien könnte dies mehr als ausgleichen. Wir wissen ja: Gegessen wird immer.

Investment-Beispiele Aktien:

Bell Food Group

ISIN

CH0315966322

Aktueller Kurs

284,61 €

KGV* (2018)

11,9

Gewinn/Aktie (2018**)

23,99 €

Dividende (2018**)

7,14 €

Dividendenrendite (2018**)

2,5 %

Emmi

ISIN

CH0012829898

Aktueller Kurs

736,53 €

KGV* (2018)

23,4

Gewinn/Aktie (2018**)

31,44 €

Dividende (2018**)

7,22 €

Dividendenrendite (2018**)

1,0 %

Frosta

ISIN

DE0006069008

Aktueller Kurs

83,00 €

KGV* (2018)

24,0

Gewinn/Aktie (2018**)

n/a

Dividende (2018**)

1,60 €

Dividendenrendite (2018**)

1,9 %

Hormel Foods

ISIN

US4404521001

Aktueller Kurs

31,06 €

KGV* (2018)

20,0

Gewinn/Aktie (2018**)

1,60 €

Dividende (2018**)

0,64 €

Dividendenrendite (2018**)

2,0 %

Koninklijke Wessanen

ISIN

NL0000395317

Aktueller Kurs

17,90 €

KGV* (2018)

33,3

Gewinn/Aktie (2018**)

0,52 €

Dividende (2018**)

0,14 €

Dividendenrendite (2018**)

0,9 %

*KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis; ** Prognose; Währungen umgerechnet in Euro; Stand: 01.06.2018

Investment-Beispiele Produkt:

KBC Equity Fund Food & Personal Products (thes.)

ISIN

BE0170241062

KAG*

Bremer Kreditbank

Anlageschwerpunkt

Aktien von Unternehmen aus der Nahrungsmittel- oder Getränkebranche weltweit

Aktueller Preis

1827,79 €

Art

Aktienfonds, thesaurierend

TER**

1,80 %

Wertentwicklung (5 Jahre)***

47,9 %

Lyxor ETF Stoxx Europe 600 Food & Beverage

ISIN

FR0010344861

KAG*

Lyxor Asset Management

Anlageschwerpunkt

Abbildung des DJ Stoxx 600 Food & Beverage, der Food- und Getränkewerte aus 600 europäischen Unternehmen enthält

Aktueller Preis

72,95 €

Art

synthetischer ETF, thesaurierend

TER**

0,30 %

Wertentwicklung (5 Jahre)***

43,1

OP Food

ISIN

DE0008486655

KAG*

Deutsche Asset Management Investment

Anlageschwerpunkt

Aktien der führenden Unternehmen der Nahrungsmittelbranche weltweit

Aktueller Preis

313,08 €

Art

Aktienfonds, ausschüttend

TER**

1,63 %

Wertentwicklung (5 Jahre)***

44,1 %

Xtrackers Stoxx Europe 600 Food & Beverage Swap UCITS ETF 1C

ISIN

LU0292105359

KAG*

Deutsche Asset Management

Anlageschwerpunkt

Abbildung des DJ Stoxx 600 Food & Beverage, der Food- und Getränkewerte aus 600 europäischen Unternehmen enthält

Aktueller Preis

118,55 €

Art

synthetischer ETF, thesaurierend

TER**

0,30 %

Wertentwicklung (5 Jahre)***

43,0 %

*KAG: Kapitalanlagegesellschaft; **TER: Total Expense Ratio / Gesamtkosten; *** Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für künftige Kurssteigerungen; Stand: 01.06.2018


Ihre Bewertung

War dieser Artikel hilfreich für Sie? Vielen Dank! Vielen Dank! Vielen Dank!


Rechtliche Hinweise

Bei den vorgenannten Informationen handelt es sich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um eine Marketingmitteilung. Diese erfüllt nicht alle gesetzlichen Anforderungen zur Förderung der Unabhängigkeit von Finanzanalysen. Darüber hinaus unterliegen die besprochenen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels im Anschluss an die Verbreitung von Finanzanalysen.

Es handelt sich um die unveränderte Weitergabe von Analysen, Trendaussagen, Marktberichten bzw. sonstigen Marktinformationen von Dritten durch die ING-DiBa AG. Für den Inhalt der wiedergegebenen Analysen und Meinungen ist ausschließlich die JDB Media GmbH (hier tätig als Redaktion für BÖRSE ONLINE), Schanzenstraße 70 in 20357 Hamburg, bzw. der angegebene Autor verantwortlich. Die Inhalte geben nicht die Meinung der ING-DiBa AG wieder, sondern des jeweiligen Autors der angegebenen Quelle. Die ING-DiBa AG übernimmt keine Gewähr für den Inhalt, die Richtigkeit, die Vollständigkeit oder die Aktualität der Informationen. Die Auswahl der Produktvorschläge zu den Analysen erfolgt durch den/die jeweils angegebenen Autor/-en. Der Autor erklärt: "Hiermit versichere ich, die vorliegenden Beiträge gewissenhaft und unter Berücksichtigung der journalistischen Sorgfaltspflicht verfasst zu haben. Außerdem erkläre ich, dass ich keines der erwähnten Wertpapiere besaß oder besitze noch einen Kauf im zeitlichen Zusammenhang mit der Veröffentlichung vornehmen werde. Ein Interessenkonflikt liegt nicht vor."
Bei dieser Werbemitteilung handelt es sich nicht um ein Angebot oder eine Empfehlung zum Kauf, Halten oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten. Die Informationen ersetzen keine fachmännische, persönliche und anlage- und anlegergerechte Beratung. Rechtlich verbindliche Informationen entnehmen Sie bitte ausschließlich den jeweiligen Wertpapierprospekten und endgültigen Bedingungen.
Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die ING-DiBa weist darauf hin, dass die besprochenen Produkte zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Bitte informieren Sie sich vor Erwerb von Finanzinstrumenten über die jeweiligen Chancen und Risiken.