Stahl: Dauerbrenner für Anleger

Warum sich jetzt interessante Einstiegschancen bieten könnten | 04.05.2017

BÖRSE ONLINE

Eine Analyse von BÖRSE ONLINE,
Martin Hintze | Werbemitteilung

„Eine gesunde Stahlindustrie ist entscheidend für unsere Wirtschaft und Produktionsbasis, doch unsere Stahlindustrie steht unter Beschuss durch ausländische Produzenten, die ihre Exporte verschleudern und subventionieren lassen.“ So markig erklärte US-Handelsminister Wilbur Ross, warum es neue Handelsgesetze und gegebenenfalls auch rückwirkend erhobene Zölle auf ausländischen Stahl geben könne. Nur wenige Tage später gab die Europäische Kommission bekannt, sie habe die Einfuhrgebühren für warmgewalzten Flachstahl aus China angehoben. Damit sollten europäische Hersteller vor den Dumping-Preisen der Produzenten aus dem Reich der Mitte geschützt werden.
Es geht also rund für die Traditionsindustrie. Damit nicht genug zeigt sich die Branche im Umbruch. ThyssenKrupp etwa, lange Zeit das deutsche Vorzeigeunternehmen dieses Sektors, will die Stahlsparte umfassend restrukturieren; im Gespräch stehen die mögliche Ausgliederung in ein Gemeinschaftsunternehmen mit einem Wettbewerber sowie der Abbau zahlreicher Arbeitsplätze.

Viel interessanter sind derzeit jedoch die Unternehmen, die weiter auf den Grundstoff setzen. In Deutschland ist das vor allem Salzgitter. Der Konzern musste zuletzt eine bittere Pille aus den USA schlucken und einen satten Strafzoll von 23 Prozent zahlen. Immerhin: Am Gesamtgeschäft, das weltweit fast zwölf Millionen Tonnen umfasst, macht der Handel mit den USA nur sechs Prozent aus. Andererseits dürfte Salzgitter auch von der Entspannung am europäischen Markt profitieren. Tatsächlich ist die Stimmung gut: Im laufenden Geschäftsjahr rechnet Salzgitter mit einem Umsatzsprung auf etwa neun Milliarden Euro. 2016 waren die Erlöse aufgrund von Belastungen aus dem Stahlmarkt auf 7,9 Milliarden Euro abgerutscht. Das neue Vorsteuerergebnis könnte sich nach Angaben des Managements 2017 sogar fast verdoppeln – Salzgitter rechnet mit 100 bis 150 Millionen Euro (2016: 53 Millionen Euro).

Interessante EU-Unternehmen

Die Situation für den österreichischen Salzgitter-Konkurrenten Voestalpine ist ebenfalls nicht schlecht. Beobachter gehen davon aus, dass die Linzer ihre Margen in diesem Jahr verbessern können – einerseits aufgrund steigender Preise, andererseits aber auch durch niedrigere Produktionskosten. Da zudem die Nachfrage weiter – wenn auch langsamer als zuletzt – anziehen sollte, sind auch die mittel- bis langfristigen Aussichten durchaus erfreulich. Anleger können mit den Titeln der Linzer auf kontinuierlich steigende Dividenden spekulieren.
Einer der Gewinner der aktuellen politischen Großwetterlage könnte der Stahlhändler Klöckner & Co. werden. Zwar haben die Börsianer den Ausblick aufs Geschäftsjahr 2017 teils recht enttäuscht aufgenommen. Aber: Die Analysten der Investmentbanken beurteilen die Aussichten fast durchweg optimistischer als noch im vergangenen Jahr – als die Ergebnisse letztlich über den Konsensschätzungen gelegen hatten. Die meisten Experten beziehen sich dabei auf das Bestreben der Behörden, die Einfuhren aus China zu begrenzen.

Global aktiv

Ist Arcelor Mittal mehr Bergbau-Riese oder mehr Stahlkocher? Fest steht: Mit Blick auf das Hartmetall ist der in Luxemburg ansässige Konzern die weltweite Nummer eins. Doch die Bergbau-Sparte hilft dem Stahlbereich, denn über die Hälfte des in den Hütten benötigten Eisenerzes sowie rund zehn Prozent der verfeuerten Kohle kommen aus eigenem Abbau. Analysten sehen diese Rückwärtsintegration und den resultierenden Kostenvorteil zu den großen Stärken des Giganten mit rund 200.000 Mitarbeitern. Mit Arcelor-Mittal-Aktien setzen Anleger zudem auf steigende Stahlpreise und auf eine Konsolidierung im europäischen Stahlmarkt.
Doch es lohnt sich auch, sich außerhalb Europas umzusehen. Klar, dass US Steel vom härteren Kurs der Trump-Regierung profitiert. Einer der zusätzlichen Umsatzbringer: Laut Analysten wird die Zahl der Förderanlagen für Öl und Gas in den USA in diesem Jahr von 510 auf 889 steigen. Dabei wird jede Menge Stahl verbaut – den nicht zuletzt US Steel liefert. Investoren sollten jedoch beim Kauf berücksichtigen, dass sie sich auf diesem Wege ein Währungsrisiko ins Depot holen – und gute Nerven haben, denn nach einem unerwartet deutlichen Quartalsverlust gaben die Aktien des Stahlkochers innerhalb eines Tages um 26,5 Prozent nach. Risikofreudige Anleger erkennen darin Einstiegschancen.

Langfristig gute Aussichten

Investment-Beispiele:

Arcelor Mittal

ISIN

LU0323134006

Aktueller Kurs

7,15 €

KGV* (2017)

9,1

Gewinn/Aktie (2017**)

0,80 €

Dividende (2017**)

0,10 €

Dividendenrendite (2017**)

1,4 %

Klöckner & Co.

ISIN

DE000KC01000

Aktueller Kurs

10,29 €

KGV* (2017)

18,7

Gewinn/Aktie (2017**)

0,56 €

Dividende (2017**)

0,20 €

Dividendenrendite (2017**)

1,9 %

Salzgitter

ISIN

DE0006202005

Aktueller Kurs

31,02 €

KGV* (2017)

14,9

Gewinn/Aktie (2017**)

2,13 €

Dividende (2017**)

0,33 €

Dividendenrendite (2017**)

1,1 %

Tata Steel***

ISIN

US87656Y4061

Aktueller Kurs

6,13 €

KGV* (2017)

26,5

Gewinn/Aktie (2017**)

0,24 €

Dividende (2017**)

0,12 €

Dividendenrendite (2017**)

1,8 %

US Steel

ISIN

US9129091081

Aktueller Kurs

21,37 €

KGV* (2017)

7,6

Gewinn/Aktie (2017**)

2,73 €

Dividende (2017**)

0,18 €

Dividendenrendite (2017**)

0,9 %

Voestalpine

ISIN

AT0000937503

Aktueller Kurs

37,91 €

KGV* (2017)

11,2

Gewinn/Aktie (2017**)

3,36 €

Dividende (2017**)

1,11 €

Dividendenrendite (2017**)

3,0 %

*KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis; ** Prognose; ***ADR (Bezugsrechte); Währungen umgerechnet in Euro; Stand: 28.04.2017


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