Depotabsicherung

Urlaubszeit – keine Auszeit für Ihr Depot | 11.07.2017

Ein Punkt, den jeder Anleger auf der Urlaubscheckliste haben sollte, ist die Absicherung des Depots. Verschiedene Limit-Arten erleichtern diese Aufgabe ungemein. Wir stellen die 3 Varianten vor, mit denen Sie sich gegen unliebsame Überraschungen absichern und Ihr Geld auch während des Urlaubs für sich arbeiten lassen können.
 

Der Sommer ist da, der Urlaub nah. Die bevorstehende Ferienzeit ist für viele Menschen die schönste Zeit des Jahres. Zeit, ein wenig abzuschalten und dem Easy Way of Life zu frönen. Um die Urlaubsfreuden ganz unbeschwert genießen zu können, müssen im Vorfeld einige Vorbereitungen getroffen werden. Während sich der freundliche Nachbar gern um die Blumen oder die Post kümmert, sollten Sie beim Thema Geldanlage selbst aktiv werden und Ihr Depot urlaubsfest machen.

Die einfachste Möglichkeit Wertpapiere im Depot gegen unliebsame Überraschungen in Form von sinkenden Kursnotierungen entgegenzuwirken, ist ein Stop Loss mit oder ohne Limit. Hierzu geben Sie bei der Erteilung einer Verkaufsorder eine Kursschwelle an. Erreicht die Kursnotierung diese Kursschwelle, wird die Verkaufsorder bei einem Stop Loss ohne Limit zum nächstmöglichen Kurs ausgeführt. Dieser kann unter Umständen aber auch deutlich unter der angegebenen Kursschwelle liegen.

Eine Alternative bietet ein Stop Loss mit Limit. Mit dem Limit legen Sie fest, zu welchem Kurs die Wertpapiere mindestens verkauft werden sollen. Allerdings besteht hierbei die Gefahr, dass der Verkaufsauftrag nach dem Erreichen der Stop-Schwelle nicht ausgeführt werden kann, falls die nachfolgenden Kurse alle unterhalb des Limits liegen. In diesem Fall verleiben die Wertpapiere im Depot und laufen Gefahr weiter an Wert einzubüßen – ein Szenario, das mit dem Stop Loss eigentlich verhindert werden sollte.

Zwei in einem: das Kombilimit

Befinden sich im Depot Wertpapiere, die sich seit dem Kauf gut entwickelt und an Wert hinzugewonnen haben, können Sie zu einem Kombilimit – auch "One-Cancels-the-Other" oder kurz OCO genannt – greifen. Denkbar ist z.B. die Kombination einer limitierten Verkaufsorder mit einem Stop Loss. Als Limit der Verkaufsorder wählen Sie das Kursziel, dass Sie sich für das Wertpapier gesetzt haben. Die Stop-Loss-Schwelle wiederum dient der Absicherung bereits aufgelaufener Gewinne oder der Verlustbegrenzung bei Wertpapieren, bei denen es seit dem Kauf noch keine größeren Kurssteigerungen gab.

Ein Beispiel: Sie haben eine Aktie unmittelbar nach dem Ausbruch am oberen Ende einer Dreiecksformation zu 82,50 Euro gekauft. Bei einer Dreiecksformation handelt es sich um eine potenzielle Trendfortsetzungsformation in Gestalt eines Dreiecks, die sich öfters während einer Konsolidierung bildet. Trendfortsetzung bedeutet in diesem Zusammenhang, dass bei einem Ausbruch in Richtung der vorangegangenen Trendbewegung eine Fortsetzung dieser Trendbewegung erwartet werden kann. Zur Bestätigung einer vorangegangenen Aufwärtsbewegung muss die Kursnotierung somit über die obere Dreiecksbegrenzung ausbrechen, zur Bestätigung einer vorangegangenen Abwärtsbewegung ist folglich ein Ausbruch unter die untere Dreiecksbegrenzung erforderlich. In unserem Beispiel liegt das aus der Breite der Dreiecksformation ableitbare Kursziel liegt bei 101,50 Euro, einen Stopp zur Verlustbegrenzung wollen Sie bei 73,50 Euro platzieren. Dementsprechend können Sie im Rahmen einer Verkaufsorder mit Kombilimit als Limit für die Verkaufsorder 101,50 Euro wählen, als Limit für das Stop Loss 73,50 Euro. Entwickelt sich die Aktie wie erwartet und erreicht das Kursziel bei 101,50 Euro, wird die Verkaufsorder aktiviert und der Gewinn gesichert. Zugleich wird das Stop Loss bei 73,50 Euro gestrichen. Sollte sich der Ausbruch aus dem Dreieck im Nachhinein als Fehlausbruch erweisen und der Aktienkurs fallen, wird bei Erreichen der Stop-Loss-Schwelle von 73,50 Euro die Verkaufsorder aktiviert und der Verlust begrenzt. Gleichzeitig wird das Verkaufslimit bei 101,50 Euro gestrichen.

Quelle: Tradesignal online

Dynamische Gewinnsicherung

Bei Wertpapieren, die das angestrebte Renditeziel bereits erreicht haben, können Gewinnmitnahmen erwogen werden, denn von Gewinnmitnahmen ist bekanntermaßen noch niemand arm geworden. Doch wie besagt eine andere Börsenregel: „Gewinne laufen lassen.“ Genau nach dieser Devise funktioniert ein Trailing Stop. Dabei handelt es sich um einen dynamischen Stop Loss, der in einem festgelegten Abstand der Kursnotierung folgt. Steigt die Kursnotierung weiter an, wird der Stop Loss automatisch nach oben angepasst. Der bei Ordererteilung festgelegte absolute Abstand zwischen der Stop-Loss-Schwelle und der Kursnotierung bleibt dabei immer gleich. Fällt der Kurs um diesen Abstand, wird der Stop Loss aktiv und die betreffenden Wertpapiere werden automatisch verkauft.

Haben Sie beispielsweise Aktien zu 150 Euro gekauft und der Kurs notiert aktuell bei 160 Euro, können Sie eine Verkaufsorder mit einem dynamischem Stop Loss von 155,00 Euro erteilen. Der Abstand zum Stop Loss beträgt in diesem Fall also 5,00 Euro. Sollten die Aktien nach Ordererteilung plötzlich fallen und 155,00 Euro erreichen, werden die Aktien bestens verkauft und ein Großteil des Gewinns wird realisiert. Steigen die Aktien stattdessen weiter auf 165,00 Euro, wird der Stop Loss automatisch auf 160,00 Euro erhöht (165,00 - 5,00 = 160,00). Entwickelt sich die Aktie anschließend seitwärts, bleibt der Stop Loss unverändert bei 160,00 Euro. Erst bei einem weiteren Anstieg über 165,00 Euro wird der Stop Loss erneut nachgezogen. Die Anpassungen des Stop Loss erfolgen solange bis das Stop Loss ausgelöst wird oder Sie die Order streichen.

Quelle: Tradesignal online

Angedachte Wertpapierkäufe automatisieren

Sollte es während des Urlaubs an der Börse zu einer Phase mit schwächeren Kursnotierungen kommen, muss es jedoch nicht nur darum gehen, möglich Gewinne zu sichern. Eine solche Phase kann zugleich eine interessante Chance zum Einstieg darstellen. Ärgerlich, wenn eine solche Chance verpasst würde. Also dann lieber auch im Urlaub regelmäßig die Märkte checken und gegebenenfalls aktiv werden? Das muss nicht sein. Entsprechende Limits nehmen Ihnen auch hier Arbeit ab, damit Sie während Ihres Urlaubs tatsächlich abschalten können.

Wollen Sie eine Aktie zu einem niedrigeren als den aktuellen Kurs kaufen, zugleich aber sichergehen, dass Sie dabei sind, sollte die Kursnotierung ohne weitere Rücksetzer anfangen Fahrt aufzunehmen, können Sie mit dem schon erwähnten Kombilimit eine limitierte Kauforder mit einem Start Buy kombinieren. Erreicht die Aktie ihr Kauflimit, wird die Kauforder automatisch aktiviert und das Start Buy gestrichen. Beginnt die Aktie nach Ordererteilung dagegen zu steigen und erreicht das Start-Buy-Limit, wird zum nächstmöglichen Kurs gekauft und die limitierte Kauforder gestrichen.

Schnäppchenjäger, die bei einem Wert auf ihrer Watchlist zunächst noch mit weiter fallenden Kursnotierungen rechnen und einen möglichst günstigen Einstieg in das Wertpapier suchen, können zu einem Trailing Stop greifen, in diesem Fall zu einem dynamischen Start Buy (SB dynamisch). Dazu wird bei der Erteilung einer Kauforder in der Ordermaske die Option SB dynamisch ausgewählt und die gewünschte Start-Buy-Schwelle (Wert oberhalb der aktuellen Kursnotierung) eingegeben. Fällt der Kurs des Wertpapiers wie erwartet, folgt die Start-Buy-Schwelle in dem festgelegten Abstand nach. Der bei Ordererteilung festgelegte absolute Abstand zwischen der Start-Buy-Schwelle und der Kursnotierung bleibt immer gleich. Sobald der Kurs der Aktie wieder steigt und die Start-Buy-Schwelle berührt, wird die Kauforder automatisch ausgeführt.

Sie sehen: Mit den richtigen Limits können Sie Ihren wohlverdienten Urlaub entspannt genießen, während Ihr Depot im Autopilotenmodus weiter aktiv bleibt.


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