Neues Jahr, neue Chancen

Auf zum Depotcheck! | 04.01.2018

Regelmäßig zum Jahreswechsel finden sich in Anlegerzeitschriften und auf vielen Finanzportalen Übersichten, welche Anlagen sich im abgelaufenen Jahr besonders gut oder auch weniger gut entwickelt haben. Nun ist eine gute Entwicklung im vergangenen Jahr keine verlässliche Indikation für die Entwicklung im neuen Jahr. Gleichwohl kann der Jahreswechsel sehr gut zum Anlass genommen werden, um das eigene Depot genauer unter die Lupe zu nehmen und – wo nötig – Anpassungen vorzunehmen.

Überblick verschaffen

Bevor es losgeht, sollte man sich in Erinnerung rufen, welche Ziele man bei der Geldanlage verfolgt. Haben sich die Einstellungen zur Renditeerwartung und Risikobereitschaft geändert, gilt es, dies beim Depotcheck zu berücksichtigen. Nachdem mit der Renditeerwartung und Risikobereitschaft gewissermaßen die Leitplanken für Investments am Kapitalmarkt festgelegt wurden, geht es in die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Depot. Hierbei ist zunächst zu prüfen, ob die Anlageschwerpunkte noch stimmen oder Anpassungsbedarf besteht. Die Prüfung bezieht sich zunächst auf die Gewichtung der Anlageklassen (Aktien, Anleihen, Rohstoffe etc.). Ist man beispielsweise angesichts niedriger Renditeaussichten bei Anleihen bereit, etwas mehr Risiko einzugehen, um höhere Renditechancen zu nutzen, kann der Aktienanteil im Depot erhöht und der Anteil an verzinslichen Wertpapieren reduziert werden. Genauso kann in Erwartung turbulenter Zeiten an den Aktienmärkten die Reduzierung des Aktienanteils im Depot eine sinnvolle Maßnahme sein.

Ausrichtung anpassen?

Anschließend wird die Ausrichtung innerhalb der einzelnen Anlageklassen überprüft. Dazu sollte man die Frage beantworten, ob die Aussichten für die Regionen, Länder, Branchen oder einzelnen Unternehmen, in denen man investiert ist, weiterhin positiv sind. Gibt es darüber hinaus vielleicht neue interessante Entwicklungen, Themen oder Trends, an denen man partizipieren möchte? Falls ja, können die neuen Positionen dem Depot beigemischt werden oder gegebenenfalls eine weniger aussichtsreiche Depotposition ersetzen.

Balance wiederherstellen

Auch im Hinblick auf mögliche Risiken sollte das Depot in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Hat sich zum Beispiel ein Aktienfonds, der in eine bestimmte Region investiert, besonders gut entwickelt, steigt mit dem Wertzuwachs der Investmentfondsanteile auch deren Gewicht im Depot. Dadurch kann ein sogenanntes Klumpenrisiko entstehen. Damit ist der Fall gemeint, dass eine oder mehrere Depot-Positionen mit ihren Wertveränderungen den Gesamtwert des Depots stark beeinflussen. Indem ein Teil der Position(en) verkauft wird, lassen sich die ursprüngliche Gewichtung wiederherstellen und Risiken ausgewogener verteilen.

Gibt es Alternativen?

Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht noch was Besseres findet. Was der Volksmund schon lange weiß, kann auch beim Depotcheck nicht schaden: ein kritischer Blick darauf, ob die Anlageprodukte, die sich im Depot befinden, den eigenen Ansprüchen noch genügen oder sich ein Tausch in ein attraktiveres Anlageprodukt anbietet. Ausschlaggebende Kriterien können bei Investmentfonds zum Beispiel Veränderungen in den Ratings von Morningstar und €uro sein. Neben dem Rating sollte auch ein Blick auf die Wertentwicklung oder Schwankungsbreite (Volatilität) nicht fehlen. Diese und weitere Kennzahlen lassen sich über die Fondssuche auf www.ing-diba.de anzeigen. Dazu einfach den Namen oder die WKN des Produkts in der Fondsuche eingeben und los geht´s. Mit dem Fondsvergleich lassen sich zudem mögliche Alternativen hinsichtlich bestimmter Kriterien wie Fondsart, Anlageschwerpunkt, Region oder Rating ganz einfach miteinander vergleichen.

Ein wichtiger Faktor, den es beim Depotcheck zu berücksichtigen gilt, sind die Kosten. So können beispielsweise hohe Verwaltungsgebühren die Wertentwicklung deutlich schmälern. Bei Investmentfonds und ETFs geben die Gesamtkosten (TER) p.a. Auskunft über die jährlich anfallenden Kosten. In diesem Zusammenhang muss jedoch beachtet werden, dass bei einem Produkttausch ebenfalls Kosten für den Verkauf des alten und den Kauf des neuen Produkts (Transaktionsgebühren, ggf. Ausgabeaufschlag) anfallen. Diese können unter Umständen höher ausfallen, als der Betrag, der sich durch niedrigere Gesamtkosten einer Produktalternative einsparen ließe. Ein Produkttausch wäre dann nicht von Vorteil. Ebenso macht es wenig Sinn, einen Investmentfonds, der von einem 5-Sterne-Rating auf ein 4-Sterne-Rating zurückgefallen ist, zu veräußern, wenn die beste Alternative ebenfalls nur 4 Sterne aufweist.

Die folgende Checkliste fasst die wichtigsten Schritte für den Depotcheck noch einmal zusammen:

  • Legen Sie Ihre Renditeerwartung und Risikobereitschaft fest.
  • Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihr Depot.
  • Stimmen die Anlageschwerpunkte noch?
  • Passt die Risikostreuung noch oder hat sich Klumpenrisiko gebildet?
  • Produkte vergleichen: Gibt es Alternativen, mit denen sich das Anlageziel besser (höhere Renditechance/geringes Risiko) erreichen lässt?
  • Kosten im Blick behalten: Lohnt ein Produkttausch – auch im Hinblick auf die anfallenden Kosten?

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