Blinker raus zur linken Spur?

Trotz Diesel-Krise: Deutsche Autokonzerne mit Potenzial unterwegs | 29.03.2018

BÖRSE ONLINE

Eine Analyse von BÖRSE ONLINE,
Martin Hintze | Werbemitteilung

Irgendwann werden unsere Enkel fragen: Was war eigentlich diese Dieselkrise? Und was hat sie für die Automobilhersteller bedeutet? Wir werden uns an die graue Kfz-Vorzeit erinnern, als die Fahrzeuge noch mit fossilen Brennstoffen befeuert wurden und sagen: Ach, das hatte nichts weiter zu bedeuten. Einen solchen Eindruck kann man jedenfalls bekommen, wenn man derzeit auf die Entwicklung von BMW, Daimler und Volkswagen schaut. Die großen Drei der Branche in Deutschland haben die Krise offenbar ausgestanden. Insbesondere Volkswagen wurde durch den Skandal nur kurz gebremst, das Image nicht nachhaltig geschädigt. Beispiel USA: Dort wussten 99 Prozent der Bürger ein Jahr nach Bekanntwerden des Betrugs am Käufer nicht, um welchen Konzern es eigentlich ging. Marktbeobachter Michael Beck von der Bank Ellwanger & Geiger meint denn auch: „Den kurzfristigen Effekt von sinkenden Automobilaktienkursen kann man getrost vernachlässigen.“

Starke Zahlen

Tatsächlich hat Volkswagen vor kurzem hervorragende Geschäftszahlen für 2017 vorgelegt. So wurden 10,7 Millionen Autos ausgeliefert – gegenüber 2016 ein Plus um 4,3 Prozent und mehr als je zuvor. Der Umsatz kletterte um 6,2 Prozent auf 230,7 Milliarden Euro, das operative Ergebnis lag bei 13,8 Milliarden Euro und damit wie der Umsatz auf Rekordniveau. Zudem zeigen sich die Wolfsburger fürs aktuelle Geschäftsjahr optimistisch: Sie rechnen mit einem weiteren Umsatzanstieg um bis zu fünf Prozent. Anleger hoffen zudem darauf, dass der Konzern seine Nutzfahrzeugsparte ausgliedert und an die Börse bringt. Kein Wunder also, dass Analysten noch viel Potenzial in den VW-Aktien sehen, etwa Goldman Sachs (rund 54 Prozent) und Credit Suisse (40 Prozent).
Etwas vorsichtiger zeigen sich Beobachter für Daimler. Auch die Stuttgarter könnten sich in eine Auto- und eine Lastwagensparte aufspalten – das zumindest war lange die Spekulation vieler Investoren. Doch nachdem der chinesische Autobauer Geely mit fast zehn Prozent bei Daimler eingestiegen ist, könnte sich dieser Umbau zumindest stark verzögern, glaubt Max Warburton vom Analysehaus Bernstein. Andere Experten bewerten den Anteilskauf eher positiv. Einerseits dürfte sich Geely kurzfristig wohl nicht ins Tagesgeschäft einmischen, andererseits erschlössen sich so womöglich Synergien mit Geely-Töchtern, zum Beispiel in den Bereichen Elektromobilität und Autonomes Fahren. Da operativ ein starkes Jahr für die Stuttgarter prognostiziert wird, bleiben die Daimler-Titel auf jeden Fall ein interessantes Investment.

Drohende Strafzölle

Dritter im Bunde ist BMW. Die Münchner profilieren sich aktuell als innovativ und haben vor allem bei der E-Mobilität die Nase vorn. Neue Modelle dürften zudem in diesem und im nächsten Jahr das Umsatzwachstum beleben. Außerdem haben die Bayern in den USA einen erheblichen Wettbewerbsvorteil gegenüber den Konkurrenten: BMW produziert dort 371.000 Fahrzeuge jährlich – und damit 16.000 mehr, als sie in den Vereinigten Staaten verkaufen. Rund 70 Prozent der Fahrzeuge werden exportiert.

Die US-Produktion wird dann besonders wichtig, wenn Präsident Donald Trump doch noch Strafzölle auf europäische Autos erheben sollte – 25 Prozent sind im Gespräch. Dann haben jene Hersteller Vorteile, die vor Ort aktiv sind. Neben BMW ist das Daimler, die in den USA Stückzahlen ungefähr in Höhe der dortigen Verkäufe vom Band rollen lassen.

Trotzdem: Lässt Trump den Zoll wirklich die Hand aufhalten, dann dürften die Erlöse der deutschen Automobilkonzerne deutlich schrumpfen. Nach Berechnungen des Auto-Experten Ferdinand Dudenhöffer würden Strafzölle bei Volkswagen zu Gewinneinbußen von etwa fünf Prozent führen, bei Daimler und BMW, die jeweils rund 15 Prozent ihrer Umsätze in den USA erwirtschaften, dürften es demnach „weniger als zehn Prozent“ sein.

Fossiler Antrieb wird Geschichte

Welche Probleme dem deutschen Trio wirklich nachhaltig zu schaffen machen, werden wohl erst nachfolgende Generationen wissen. Die Führungskräfte der Branche selbst sehen potenzielle Risiken in erster Linie in strengeren Emissionsgrenzwerten (78 Prozent) und in der Dieselkrise (76 Prozent). Das belegt eine Umfrage der Beratungstochter Strategy& von PwC. Vor Handelsrestriktionen und protektionistischen Tendenzen fürchten sich demnach „nur“ 56 Prozent. Hoffnungsfroh beurteilen die Profis dagegen Zukunftstechnologien wie Elektromotoren und Fahrer-Assistenzsysteme. Und irgendwann wird dann auch der fossile Antrieb Geschichte sein.

Investment-Beispiele Aktien:

BMW

ISIN

DE0005190003

Aktueller Kurs

85,78 €

KGV* (2018)

7,6

Gewinn/Aktie (2018**)

11,17 €

Dividende (2018**)

3,91 €

Dividendenrendite (2018**)

4,6 %

Daimler

ISIN

DE0007100000

Aktueller Kurs

66,51 €

KGV* (2018)

7,0

Gewinn/Aktie (2018**)

9,33 €

Dividende (2018**)

3,65 €

Dividendenrendite (2018**)

5,6 %

Volkswagen

ISIN

DE0007664039

Aktueller Kurs

155,50 €

KGV* (2018)

5,8

Gewinn/Aktie (2018**)

26,48 €

Dividende (2018**)

5,26 €

Dividendenrendite (2018**)

3,4 %

*KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis; ** Prognose; Stand: 29.3.2018


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