Fintechs im Aufwind

Die junge Branche bietet viel Potenzial bei starker Nachfrage | 28.09.2017

BÖRSE ONLINE

Eine Analyse von BÖRSE ONLINE,
Martin Hintze | Werbemitteilung

Fintechs, also Unternehmen, die sich mit digitalen Finanz- und Zahlungsdienstleistungen beschäftigen, sind angesagt. Das dachte sich auch Finanzstaatssekretär Jens Spahn (CDU) und stieg mit 15.000 Euro beim schwäbischen Start-up Pareton ein. Die Firma erstellt Steuer-Software. Doch SPD und Grüne warfen dem Politiker vor, er gerate damit in einen Interessenskonflikt. Woraufhin Spahn ankündigte, das Investment zu verkaufen.
Trotzdem: Spahn hat erkannt, dass die Branche Zukunft hat. Das sieht Sven Korschinowski, Partner bei der Unternehmensberatung KPMG und an der Studie „Pulse of Fintech“ beteiligt, genauso: „Ich schätze die Aussichten für Fintechs positiv ein. Investoren arbeiten immer stärker zusammen, und viele klassische Unternehmen gehen zunehmend dazu über, Fintech-Lösungen in ihre Geschäftsmodelle und -prozesse zu integrieren.“ Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die erste Jahreshälfte für die junge Branche eher gedämpft verlief. Die Investitionen entwickelten sich insgesamt leicht rückläufig, auch die Aktivität im Bereich „Merger & Acquisitions“ war gegenüber dem Vorjahr eher schwach. Das spiegelt sich auch in einer Untersuchung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC wider. Darin heißt es: „Banken gehen das Thema Fintech-Kooperationen bislang kaum strategisch an. Sie sehen offenbar keinen Mehrwert darin, von den Kernkompetenzen des Gegenübers zu lernen.“

PayPal gehört dazu

Bei den Kunden dagegen kommen die innovativen Produkte der Dienstleister gut an. Vor allem in den USA und in Skandinavien boomt das Business. Und auch hierzulande setzen sich die digitalen Angebote immer mehr durch – auch wenn das Kritiker auf den Plan ruft. Denn: Eine Banklizenz brauchen Finanzdienstleister nicht unbedingt, auch einer Kontrolle etwa durch die Bankenaufsicht unterliegen sie nicht. Zudem warnte der Präsident des Bayerischen Finanzzentrums, Wolfgang Gerke, nur zwei bis drei von 100 Neugründungen in diesem Sektor könnten sich dauerhaft behaupten. Allerdings mahnte er die klassischen Banken: „Wenn Sie die disruptive Technologieentwicklung verschlafen, ist das eine gefährliche Sache. Man muss dabei sein.“
Dabei sind mittlerweile über 210 Millionen Nutzer beim Online-Bezahldienst PayPal. Das 1998 gegründete Unternehmen aus Kalifornien ist ein Fintech der ersten Stunde. Die frühere Ebay-Tochter fährt einen unverminderten Wachstumskurs, der einerseits auf der zunehmenden Zahl aktiver Kundenkonten, andererseits auf immer mehr Transaktionen je Kunde fußt. Analysten wie Mark Palmer vom Investmenthaus BTIG rechnen mit einer anhaltend positiven Entwicklung der Aktie und passen regelmäßig die Kursziele nach oben an. Kleiner Haken: Die Titel sind nicht mehr ganz günstig.

Beliebte Wirecard-Aktie

Ebenfalls in den USA sitzt Total System Services. Der Spezialist für elektronische Zahlungssysteme hat in diesem Jahr zwar eine ordentliche Rally hingelegt. Allerdings zeigen sich viele Beobachter skeptisch, dass es so weitergeht. Im Durchschnitt vergeben die Analysten nur ein „Halten“, Bank of America/Merrill Lynch hat jüngst die Beobachtung des Unternehmens mit einem „Underperform“ gestartet. Deren Analysten gehen davon aus, dass der Kurs eher abwärts tendieren wird. Der Grund: Das organische Wachstum wird immer schwächer.
Davon kann bei der deutschen Wirecard keine Rede sein: Der Konzern wächst sowohl durch ständige Zukäufe, als auch organisch. Die Eigenkapitalquote liegt bei üppigen 50 Prozent, die Kasse ist gut gefüllt. Die Gewinnmarge um 30 Prozent ist attraktiv, wobei Analysten in den nächsten Jahren eine noch höhere Spanne erwarten. Wirecard ist ein recht breit aufgestellter Technologiekonzern, der unter anderem Kreditkartenzahlungen per mobiler Endgeräte sowie das Abwickeln von Bezahlvorgängen online und an stationären Kassen im Fokus hat. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die Aktie des Zahlungsabwicklers eben auf ihre „Conviction Buy List“, also auf der Liste ihrer absoluten Top-Empfehlungen, bestätigt.

Deutsche Fintechs gefragt

Eine Empfehlungsliste hat auch das Investmenthaus GBC zusammengestellt. Darauf finden sich die fünf aus Sicht der Analysten interessantesten Fintechs, die ein ausgereiftes Geschäftsmodell aufweisen und in ihren Segmenten stabile Marktpositionen einnehmen. Dabei lassen die Performances der vergangenen fünf Jahre Anlegern das Wasser im Mund zusammenlaufen – allerdings bedeuten diese Kurssteigerungen nicht, dass es auch künftig so steil bergauf geht. Trotzdem: Mit einem Plus von 210 Prozent schneidet der Fintech-Anbieter JDC Group noch am schwächsten ab, gefolgt von der FinTech Group (245 Prozent), B+S Banksysteme (290 Prozent), Finlab (620 Prozent) und Hypoport (1265 Prozent). Die Luft dürfte allmählich dünner werden – dennoch sind alle Titel aufgrund der zunehmenden Nachfrage durchaus einen genaueren Blick wert.
Jens Spahn wird sich ärgern, denn die Chancen für ihn standen gut, mit einem Fintech-Investment sein Kapital deutlich zu vermehren.

[Chart] 2017-07 | Ölpreis vs. Goldpreis

Investment-Beispiele:

B+S Banksysteme***

ISIN

DE0001262152

Aktueller Kurs

5,25 €

KGV* (2017)

18,4

Gewinn/Aktie (2017**)

0,28 €

Dividende (2017**)

0,00 €

Dividendenrendite (2017**)

0,0 %

Finlab

ISIN

DE0001218063

Aktueller Kurs

21,01 €

KGV* (2017)

n/a

Gewinn/Aktie (2017**)

0,24 €

Dividende (2017**)

0,00 €

Dividendenrendite (2017**)

0,0%

Fintech Group

ISIN

DE000FTG1111

Aktueller Kurs

20,32 €

KGV* (2017)

18,6

Gewinn/Aktie (2017**)

1,13 €

Dividende (2017**)

0,00 €

Dividendenrendite (2017**)

0,0 %

Hypoport

ISIN

DE0005493365

Aktueller Kurs

143,55 €

KGV  (2017*)

39,3

Gewinn/Aktie (2017**)

3,57 €

Dividende (2017**)

0,00 €

Dividendenrendite (2017**)

0,0%

JDC Group

ISIN

DE000A0B9N37

Aktueller Kurs

7,90 €

KGV (2017*)

49,7

Gewinn/Aktie (2017**)

0,15 €

Dividende (2017**)

0,00 €

Dividendenrendite (2017**)

0,0 %

PayPal

ISIN

US70450Y1038

Aktueller Kurs

54,059 €

KGV (2017*)

34,6

Gewinn/Aktie (2017**)

1,68 €

Dividende (2017**)

0,00 €

Dividendenrendite (2017**)

0,0 %

Total System Services

ISIN

US8919061098

Aktueller Kurs

55,80 €

KGV (2017*)

20,0

Gewinn/Aktie (2017**)

3,01 €

Dividende (2017**)

0,40 €

Dividendenrendite (2017**)

0,7 %

Wirecard

ISIN

DE0007472060

Aktueller Kurs

76,40 €

KGV (2017*)

34,9

Gewinn/Aktie (2017**)

2,16 €

Dividende (2017**)

0,19 €

Dividendenrendite (2017**)

0,3 %

*KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis; ** Prognose; *** Geschäftsjahresende 30.6.; Währungen umgerechnet in Euro; Stand: 28.09.2017


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