Aquafarming: Schätze des Meeres

Lachs aus nachhaltiger Zucht bietet Anlegern Chancen. | 02.02.2018

BÖRSE ONLINE

Eine Analyse von BÖRSE ONLINE,
Martin Hintze | Werbemitteilung

„Aquakultur, nicht das Internet, ist das vielversprechendste Investment des 21. Jahrhunderts“, hat der amerikanische Ökonom Peter Drucker einst gesagt. Da gibt es einmal die klassische Beckenhaltung. Zudem aber auch das Aquafarming, bei dem große Fischbestände in Netzgehegen im offenen Meer gezüchtet werden. Der Münchner Vermögensverwalter Gerd Häcker ist der Auffassung, dass „Aquafarming das am stärksten wachsende Segment der gesamten Nahrungsmittelbranche ist“. Und Alf-Helge Aarskog, Chef des börsennotierten Fischzüchters Marine Harvest, meint: „Aquafarming ist der nachhaltigste Weg, um gesunde Nahrung zu produzieren.“
 
Tatsächlich steigt die Nachfrage nach Fisch weltweit. Einerseits sind Anbau- und Weideflächen an Land zu begrenzt, um die stark wachsende Weltbevölkerung zu ernähren, andererseits greifen immer mehr Menschen zu der gesunden Fleisch-Alternative. Das hat Folgen: Schon jetzt sind weltweit viele Bestände deutlich überfischt. Das UN-Umweltprogramm Unep warnt davor, dass spätestens 2050 weltweit keine kommerzielle Fischerei mehr möglich ist, falls nicht nachhaltiger gewirtschaftet wird. Immerhin landen rund um den Globus pro Jahr etwa 80 Millionen Tonnen Fisch in den Netzen – 1950 waren es nicht einmal 13 Millionen Tonnen. Zum Vergleich: Die Mitglieder der Europäischen Union produzieren insgesamt pro Jahr etwa 45 Millionen Tonnen Fleisch.

Esst mehr Fisch!

Da die Weltmeere nicht genug hergeben und die Bestände dringend geschont werden müssen, bauen vor allem norwegische Unternehmen immer größere Fischzuchtanlagen vor den Küsten. So wird nach Schätzungen der UN-Welternährungsorganisation FAO bereits im Jahr 2023 mehr Fisch aus Aquakulturen gegessen werden als solcher aus freiem Fang. Weiteres Argument für Zuchtfisch: Da aufwendige Fangzüge entfallen, ist er deutlich günstiger.
 
In Deutschland landet vor allem der recht fette Lachs auf den Tellern, der sich – auch aufgrund lange sinkender Preise – in den vergangenen Jahren zur fischigen Nummer eins entwickelt hat. In Norwegen verzehrt jeder Einwohner im Durchschnitt 8,2 Kilo des rosafarbenen Edelfischs pro Jahr. Die Bundesbürger essen pro Jahr insgesamt knapp 16 Kilogramm Fisch, davon etwa 1,7 Kilogramm Lachs – mit langsam steigender Tendenz. Kein Wunder, empfehlen Ernährungsberater doch: Mindestens ein- bis zweimal pro Woche sollte jeder Fisch essen. Am besten Seefisch aus kalten Gewässern, da dieser Nährstoffe wie Eiweiß, Mineralstoffe, Vitamine sowie die wichtigen Omega-3- Fettsäuren liefert.

Probleme mit der Lachslaus

Auch wenn Lachs – vor Alaska-Seelachs und Hering – zur festen Größe auf deutschen Mittagstischen geworden ist, könnte sich das 2018 ändern. Denn das appetitliche Schuppentier wird immer teurer – zuletzt innerhalb eines Jahres um rund 30 Prozent. Der Grund: Die Lachslaus, ein winziger Parasit, der sich vor allem in den Aquafarmen rasant ausgebreitet hat. Etwa 400 Millionen Zuchtlachse reifen allein rund um Norwegen heran, allein 2016 verendeten 53 Millionen aufgrund von Infektionen, die durch den Befall mit der Lachslaus hervorgerufen wurden.
 
Um der Plage Herr zu werden, müssen die Betreiber der Lachsfarmen zu teuren Methoden greifen, teils zu Chemikalien, deutlich häufiger jedoch zu natürlichen Methoden wie Putzerfischen, die bis zu 200 Lachsläuse pro Tag von den Körpern der Wirtsfische knabbern. Das funktioniert erstaunlich gut. Dennoch gaben die Kurse der norwegischen Fischzucht-Aktien zuletzt deutlich nach. Das eröffnet Einstiegschancen, zumal die Gesellschaften oft mit attraktiven Bewertungen und recht üppigen Dividenden aufwarten.

Vier attraktive Aktien

Marktführer ist Marine Harvest, die mit fast 13.000 Beschäftigten Lachs in 24 Ländern züchtet und damit auf einen Umsatz von mehr als dreieinhalb Milliarden Euro kommt. Leroy Seafood dagegen bringt es nur auf eine deutlich kleinere Zuchtmenge, hat dafür aber als erster Fischzüchter überhaupt das vom World Wildlife Fund For Nature (WWF) ausgelobte Nachhaltigkeitssiegel ASC erhalten. Breiter aufgestellt ist Austevoll Seafood, das neben der Lachszucht auch Fischfutter produziert und Hochseefischerei betreibt. Und Norway Royal Salmon ist das wohl am schnellsten wachsende und auf Nachhaltigkeit bedachte Unternehmen, das sich – der Name sagt es – ausschließlich mit der Lachszucht beschäftigt.
 
Anleger müssen bedenken: Mit dem Kauf norwegischer Aktien holen sie sich neben dem allgemeinen Kursrisiko ein Währungsrisiko ins Depot. Und wer nicht auf einzelne Titel setzen mag, der kann sich das neue Nordic Fish Farmer Index Zertifikat (ISIN DE000DM9SEA5) genauer anschauen, in dem aktuell sieben gleichgewichtete Aktien enthalten sind – neben den in der Tabelle aufgeführten sind das SalMar, Bakkafrost und Grieg Seafood.
 
Und falls Interessenten noch nicht von der Nachhaltigkeit der Fischzucht überzeugt sind: „Für ein Kilo Lachs sind nur 1,2 Kilogramm Futter nötig. Für ein Kilo Rindfleisch sind es acht Kilo Futter plus Wasser“, so Christoph Baldegger, der in der Schweiz einen Fischaktienfonds gegründet hat. Da sollten Anleger nicht lange rechnen müssen.

Investment-Beispiele Aktien:

Austevoll Seafood

ISIN

NO0010073489

Aktueller Kurs

6,40 €

KGV* (2018)

7,5

Gewinn/Aktie (2018**)

0,85 €

Dividende (2018**)

0,36 €

Dividendenrendite (2018**)

5,7 %

Leroy Seafood

ISIN

NO0003096208

Aktueller Kurs

4,24 €

KGV* (2018)

9,5

Gewinn/Aktie (2018**)

0,43 €

Dividende (2018**)

0,20 €

Dividendenrendite (2018**)

4,9 %

Marine Harvest

ISIN

NO0003054108

Aktueller Kurs

14,22 €

KGV* (2018)

12,6

Gewinn/Aktie (2018**)

1,10 €

Dividende (2018**)

0,90 €

Dividendenrendite (2018**)

6,5 %

Norway Royal Salmon

ISIN

NO0010331838

Aktueller Kurs

13,17 €

KGV* (2018)

9,3

Gewinn/Aktie (2018**)

1,39 €

Dividende (2018**)

0,90 €

Dividendenrendite (2018**)

7,0 %

*KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis; ** Prognose; Währungen umgerechnet in Euro; Stand: 2.2.2018


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