Fondsbranche im Aufwind

Verwaltetes Vermögen erreicht 2017 neue Rekorde | 07.03.2018

Das freundliche Umfeld an den internationalen Aktienmärkten bescherte den deutschen Fondsanbietern ein gutes Jahr 2017. Die Branche verzeichnete deutliche Mittelzuflüsse.

Wer sich bei der Geldanlage in erster Linie auf sein Sparkonto verlässt, ist schlecht beraten, erhält man dort doch nur eine geringe Verzinsung, die derzeit unterhalb des Inflationsniveaus liegt. Real betrachtet erleiden Sparer damit sogar einen Wertverlust. Zum Anlagemix können deshalb z.B. auch Wertpapiere in Betracht gezogen werden. Diese beinhalten zwar grundsätzliche Risiken, wie Kursrisiken und ggf. spezielle Risiken, die aus der individuellen Anlage resultieren, zielen aber auch auf eine höhere Rendite. Ein Beispiel hierfür sind Investmentfonds, die für Einsteiger wie Börsenprofis eine interessante Beimischung zu einem langfristigen Vermögensaufbau sein können. Professionelle Vermögensverwalter investieren das Fondsvermögen breit gestreut in Wertpapiere und mit unterschiedlichen Schwerpunkten. So setzen Aktienfonds konsequent auf aussichtsreiche Aktien in definierten Märkten, Regionen oder Branchen. Per Rentenfonds investieren Anleger in Staats- oder Unternehmensanleihen, Mischfonds decken sowohl Aktien- wie auch Anleiheinvestments ab. Wer es spezieller bevorzugt, dem stehen Immobilien- oder Rohstofffonds zur Verfügung, Dachfonds investieren wiederum ausschließlich in andere Fonds.

Rekordhohes Fondsvolumen

Im Umfeld rekordtiefer Zinsen griffen 2017 deutlich mehr Bundesbürger bei ihren Investments auf Fonds zurück. Die Branche verzeichnete mit Mittelzuflüssen in Höhe von 160 Milliarden Euro das zweitbeste Absatzjahr nach 2015 und stellte ganz nebenbei zwei neue Bestmarken auf: Zum ersten Mal überhaupt liegt das verwaltete Vermögen nun bei mehr als drei Billionen Euro, erstmals überstieg das angelegte Kapital in Publikumsfonds für Privatanleger die Marke von einer Billion Euro.

Bei den Publikumsfonds zum fünften Mal in Folge ganz oben in der Gunst der Anleger standen 2017 Mischfonds mit Aktien und Anleihen, die Mittelzuflüsse in Höhe von 29,5 Milliarden Euro verbuchten. Besonders gefragt waren dabei Mischfonds, die zu gleichen Teilen in Aktien und Anleihen investieren. Reinrassige Rentenfonds sammelten neue Gelder in Höhe von 20,7 Milliarden Euro ein. Aktienfonds vertrauten Anleger im vergangenen Jahr 18,2 Milliarden Euro frische Mittel an, von denen 14 Milliarden Euro in Aktien-ETFs und 4,2 Milliarden Euro in aktiv gemanagte Aktienfonds flossen. Mit insgesamt 394 Milliarden Euro bleiben Aktienfonds damit noch immer die volumenstärkste Fondsklasse, deutlich vor Mischfonds mit 263 Milliarden Euro und Rentenfonds mit 214 Milliarden Euro verwaltetem Vermögen.

Institutionals setzen auf Spezialfonds

Insgesamt fällt der Löwenanteil des verwalteten Fondsvermögens mit 1,6 Billionen Euro jedoch auf Spezialfonds für institutionelle Investoren wie Versicherer und Pensionskassen, rund zwei Drittel des Anlagevolumens sind laut der Jahresstatistik des Bundesverbands Investment und Asset Management der Altersvorsorge zuzuordnen.

Fondsanleger hatten im vergangenen Jahr übrigens Grund zur Freude: Einer Analyse von insgesamt etwa 2.100 aktiv gemanagten Fonds durch die Ratingagentur Scope Analysis zufolge konnte im vergangenen Jahr jeder zweite Fonds besser abschneiden als sein jeweiliger Vergleichsindex. 53 Prozent der berücksichtigten Fonds erzielten ein besseres Ergebnis als ihre sogenannte Benchmark. Im Vorjahr war diese Outperformance nur 23 Prozent der Fonds gelungen. Besonders bei deutschen Aktien haben die Fondsmanager dabei ein gutes Händchen bewiesen, Fonds mit einem Fokus auf „Aktien Deutschland“ lagen in 87 Prozent der Fälle über der Entwicklung des MSCI Germany Standard Core.


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