Frühjahrsputz im Depot – So sorgen Sie für frischen Wind!

Wenn die ersten Strahlen der Frühlingssonne die Landschaft zum Erblühen bringen, ist es nicht nur für Flora und Fauna an der Zeit, sich herauszuputzen. Beim alljährlichen Frühjahrsputz sollten Sie sich aber nicht nur auf die heimischen vier Wände beschränken. Auch bei der Geldanlage kann es sich als vorteilhaft erweisen, das Depot von Zeit zu Zeit ordentlich durchzufegen und von unnötigem Ballast zu befreien. Effizient angelegt können die dadurch frei gewordenen Mittel der Performancekurve neuen Schwung verleihen.

Wer kennt es nicht: Im Laufe der Zeit sammeln sich im Depot einige Positionen an, die sich nicht wie erwartet entwickeln. Oft fristen sie dann ein trostloses Nischendasein, anstatt einen Beitrag zur Wertsteigerung des Depots zu liefern. Nun kann nicht jede Investition die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen, so viel ist klar. Umso mehr kommt es darauf an, konsequent zu handeln, wenn das Problem erkannt wird. Die Augen vor der Realität zu verschließen, war noch nie ein guter Rat.

Kontrollieren Sie Risiken, Kosten und Performance

Setzen Sie sich am besten feste Termine, an denen Sie Ihr Depot regelmäßig überprüfen. Je nachdem welchen Anlagehorizont und welche Strategie Sie verfolgen, kann dies einmal im Monat, einmal im Quartal, mindestens aber einmal im Jahr erfolgen. An diesen Terminen schauen Sie, ob die Struktur des Depots noch zu Ihren Zielen bzw. Ihrer Risikobereitschaft passt. Hat eine Position beispielsweise besonders stark an Wert gewonnen, ist dies ohne Frage erfreulich. Doch zugleich erhöht sich damit das sogenannte Klumpenrisiko. Dieses entsteht z. B. dann, wenn eine Position durch einen starken Kursanstieg einen so gewichtigen Anteil bekommt, dass Wertveränderungen dieser Position die Entwicklung des gesamten Depots sehr stark beeinflussen. Daher ist es sinnvoll sich zu überlegen, ob man nicht einen Teil dieser Position verkauft und das frei gewordene Kapital für neue Investments oder zur Aufstockung der bestehenden Depotpositionen nutzt. Nach dem gleichen Prinzip verfahren übrigens auch Fondsmanager bei der regelmäßigen Anpassung ihrer Portfolios.

Bevor Sie Investments aufstocken bzw. im Zuge des Frühjahrsputzes im Depot sollten Sie alle Positionen überprüfen. Dabei ist es hilfreich sich selbst zu fragen, ob die Gründe, die ursprünglich für das Investment sprachen, fortbestehen bzw. ob man z. B. einer Aktie weiterhin eine gute Entwicklung zutraut. Wenn Zweifel daran bestehen, kann es sich lohnen, nach Alternativen zu suchen. Das gilt übrigens nicht nur für Aktien. Auch Fonds sollten von Zeit zu Zeit kritisch unter die Lupe genommen werden. Stimmt die Performance im Hinblick auf den jeweiligen Vergleichsindex (Benchmark)? Wie hoch sind die Kosten (Verwaltungs-/Managementgebühren)? Gibt es kostengünstigere Alternativen? So kann es von Vorteil sein, einen aktiv gemanagten Fonds, der beispielsweise in deutsche Aktien investiert, der Performance des DAX aber hinterherhinkt, durch einen passiven Indexfonds (ETF) zu ersetzen und damit zugleich Managementgebühren zu sparen.

Sparpläne nicht vergessen!

Haben Sie einen Sparplan eingerichtet und sich für ein bestimmtes Anlageprodukt (Aktie, Investmentfonds/ETF, Zertifikat) entschieden, bedeutet dies nicht, dass Sie für immer daran festhalten müssen. Auch hier kann sinnvoll sein, Anpassungen vorzunehmen, wenn z. B. die Wertentwicklung eines Investmentfonds dauerhaft hinter der seiner Benchmark zurückbleibt.

Anstatt einen Sparplan mit einer monatlichen Rate von 200 Euro zu besparen, kann es im Hinblick auf die Risikoverteilung im Depot sinnvoll sein, diesen Betrag auf mehrere Sparpläne zu verteilen und dabei auf verschiedene Branchen und Regionen zu setzen. Sparraten ab 50 Euro machen es möglich, zudem können Sparpläne jederzeit kostenfrei geändert werden. Achten Sie aber darauf, dass die Kosten insgesamt dadurch nicht steigen.

Wie Sie beim Frühjahrsputz im Depot am besten vorgehen, zeigt Ihnen die folgende Checkliste:

  • Überblick über Depotbestand verschaffen: Sofern die Möglichkeit besteht, lassen Sie sich den Depotbestand absteigend nach der Wertentwicklung (prozentuale oder in Euro) anzeigen.
  • Jede Position einzeln prüfen: Würden Sie das Investment aktuell wieder eingehen? Wie ist die Nachrichtenlage? Wie sind die weiteren Aussichten (z. B. Ausblick des Managements, Analysteneinschätzungen)? Besondere Aufmerksamkeit sollten Sie dem unteren Drittel des Depotbestands widmen, also den Positionen mit der bis dato schwächsten Wertentwicklung.
  • Speziell bei Investmentfonds: Performance im Vergleich zur Benchmark prüfen, Kosten im Blick behalten. Gibt es Alternativen mit vergleichbarer oder besserer Performance und geringerer TER (Total Expense Ratio, Gesamtkostenquote)?
  • Sparpläne checken: Sind die langfristigen Aussichten für die jeweilige Region / Branche nach wie vor positiv? Wenn möglich Aufteilung der monatlichen Sparrate auf 2 bis 3 Sparpläne. Möglichkeit zum gebührenfreien Kauf nutzen, sofern vorhanden.
  • Risikoverteilung im Depot prüfen: Verteilen sich die einzelnen Positionen auf verschiedene Branchen, Regionen, Anlageklassen (Aktien, Anleihen, Rohstoffe)? Beeinflusst eine einzelne Position durch ihr hohes Gewicht die Depotentwicklung zu stark?

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