Bringen Frauen mehr Performance?

So wird der Gender-Trend zu einer Bereicherung des Portfolios. | 01.03.2018

BÖRSE ONLINE

Eine Analyse von BÖRSE ONLINE,
Martin Hintze | Werbemitteilung

Zwei Prozent Rendite pro Jahr – das klingt nicht gerade übertrieben üppig. Andererseits: Zwei Prozent sind immer noch mehr, als derzeit mit risikoarmen Anleihen erzielt werden können. Zwei Prozentpunkte zusätzlich zu einer attraktiven Aktienperformance, das hingegen kann sich sehen lassen. Aber wo gibt es diese zwei Prozent? Laut einer Studie der Schweizer Bank UBS bezogen auf den globalen Aktienindex MSCI World ist das der Mehrwert von Unternehmen, bei denen im Aufsichtsrat mindestens zwei Frauen vertreten sind oder bei denen der Vorstand zu maximal 80 Prozent aus Männern besteht. Das Credit Suisse Research Institute kommt sogar auf eine Outperformance von 3,5 Prozentpunkten; betrachtet haben die Forscher Aktiengesellschaften, „die verstärkt Frauen in Top-Positionen beschäftigen“.
Eine Begründung liefert Indra Nooyi, seit rund zwölf Jahren an der Spitze des Nahrungsmittelkonzerns PepsiCo: Sie glaubt, mehr Frauen als Männer erzielten überdurchschnittliche Studienabschlüsse. Nooyis Fazit: „Ein Unternehmen, das erfolgreich sein will, muss daher das Potenzial der Frauen nutzen.“ Die PepsiCo-Aktie hat seit 2006 um rund 70 Prozent zugelegt, der Cola-Gigant kündigte zuletzt an, die Dividende zum 46. Mal in Folge anzuheben.

Gigantisches Potenzial

So hat das Meinungsforschungsinstitut Gallup herausgefunden, dass sich Frauen in Führungspositionen stärker engagieren und Mitarbeiter besser motivieren. Die Universität Leeds stellt fest, dass die Präsenz einer Frau im Vorstand das Insolvenzrisiko um 20 Prozent reduziere. Eine weitere Studie hat laut UBS ergeben, dass Gesellschaften mit einem höheren Anteil von Frauen in Führungspositionen mit Blick auf Eigenkapitalrendite und Ertrags-Marge signifikant besser abschneiden als die Wettbewerber. Und McKinsey sieht Unternehmen mit relativ vielen Frauen in Führungspositionen sowohl bei der finanziellen Entwicklung als auch in Sachen „organisatorische Exzellenz“ im Vorteil.
Noch einen Schritt weiter geht Heidi DuBois, bei der Bank New York Mellon zuständig für soziales Investieren: „Es ist offensichtlich, dass Unternehmen mit einer größeren Geschlechterparität besser abschneiden. Aber erst wenn Sie den Blick auf Produkte und Dienstleistungen richten, fangen Sie den richtig dicken Fisch. Wir haben ermittelt, dass allein in den fünf Sektoren Wasser, Energie, Verhütung, Telekommunikation und Kinderbetreuung bis zum Jahr 2025 ein jährliches Marktpotenzial von 300 Milliarden Dollar besteht, wenn Frauen mit Männern in ihrem Konsumentenverhalten gleichziehen. Zum Beispiel Telekommunikation: Heute gibt es 1,7 Milliarden Frauen auf der Welt, die kein Handy besitzen – und 1,5 Milliarden Männer. Bei einer Parität würden 200 Millionen Frauen ein Mobiltelefon bekommen. Das wiederum würde bedeuten, dass rund 140 Millionen Frauen Zugang zu besseren wirtschaftlichen Aussichten, zu Bildung und attraktiveren Berufsaussichten erhalten würden. Und aus Marketingsicht wäre dies ein Mehr-Umsatz für die Telekom-Branche von etwa 50 Milliarden Dollar.“

Gender-Produkte

Kein Wunder, dass Investmentgesellschaften zunehmend versuchen, den Gender-Trend für sich zu nutzen, etwa die Bank UBS und die Kölner Fondsgesellschaft Ampega (siehe Tabelle unten).
Alternativ ist es möglich, sich Unternehmen herauszusuchen, die durch besonders große „Weiblichkeit“ herausstechen. Eine gute Auswahl bietet der Index Solactive Global Gender Diversity. Darin finden sich Konzerne von Visa und Total über 3M und Pfizer bis zu Xcel Energy und Duke Energy. Dabei handelt es sich um weltweit tätige Unternehmen aus Industrieländern, die erfolgreich Geschlechterdiversität als einen Teil ihrer CSR-Strategie betrachten. CSR steht für Corporate Social Responsibility, also sozial verantwortliches Handeln von Unternehmen.
Ein solches Unternehmen ist der Versicherungskonzern Aflac. Im 30-köpfigen Management-Team finden sich sieben Frauen, mithin eine Quote von knapp 25 Prozent. Insgesamt sind zwei Drittel der Beschäftigten weiblich. Über die vergangenen 20 Jahre hat der Aktienkurs um 140 Prozent zugelegt – keine Garantie für eine weitere positive Performance, aber eine erfreuliche Tendenz. Anleger sollten jedoch beachten, dass bei US-Titeln neben dem allgemeinen Kursrisiko ein Wechselkursrisiko besteht.

Frauenquote von 30 Prozent

Beim deutschen Versicherungsriesen Allianz sitzen zwei Frauen neben sieben Männern im Vorstand, im Aufsichtsrat sind es vier Frauen und acht Männer. Aber: „Wir haben uns bereits vor Jahren auf eine Frauenquote von 30 Prozent in der Allianz Deutschland verpflichtet und diese auch realisiert“, heißt es bei den Münchnern. Und der Erfolg gibt der Assekuranz recht (siehe Grafik unten). Zuletzt meldete Allianz einen leicht verbesserten Umsatz von 126,1 Milliarden Euro und einen stabilen Nettogewinn von 7,2 Milliarden Euro.
Auch der Software-Konzern SAP strebt bis zum Jahr 2022 eine Quote von 30 Prozent Frauen im Management an. Dem neunköpfigen Vorstand gehören derzeit zwei Frauen an, im 18 Mitglieder umfassenden Aufsichtsrat sind es fünf Frauen. Die Analysten zeigen sich für das Unternehmen, das mit fast 49 Milliarden Dollar die wertvollste deutsche Marke besitzt, derzeit verhalten optimistisch. Nach der Korrektur Anfang Februar haben die Anteilsscheine jedoch wieder an Attraktivität gewonnen.
Beim Versicherungskonzern The Travelers Companies haben sich sechs Frauen einen Platz im 25-köpfigen Top-Management erarbeitet. Da besteht also noch Potenzial. In Sachen Aktienkurs geht es dagegen bereits seit rund zehn Jahren praktisch ununterbrochen bergauf – insgesamt ein Plus von rund 250 Prozent. Zwar haben vor allem die Waldbrände in Kalifornien die Bilanz 2017 der New Yorker erheblich belastet. Anleger und Analysten sehen es jedoch recht gelassen. Das lässt für die Zukunft hoffen.
Und wenn es bei einem der genannten Unternehmen mal nicht so gut läuft – für zwei bis dreieinhalb Prozentpunkte obendrauf sind die Frauen in den Chefetagen allemal gut.

Investment-Beispiele Aktien:

Aflac

ISIN

US0010551028

Aktueller Kurs

72,86 €

KGV* (2018)

11,7

Gewinn/Aktie (2018**)

6,22 €

Dividende (2018**)

1,64 €

Dividendenrendite (2018**)

2,3 %

Allianz

ISIN

DE0008404005

Aktueller Kurs

188,80 €

KGV* (2018)

11,1

Gewinn/Aktie (2018**)

17,38 €

Dividende (2018**)

8,71 €

Dividendenrendite (2018**)

4,5 %

SAP

ISIN

DE0007164600

Aktueller Kurs

84,10 €

KGV* (2018)

19,7

Gewinn/Aktie (2018**)

4,34 €

Dividende (2018**)

1,41 €

Dividendenrendite (2018**)

1,7 %

The Travelers Companies

ISIN

US89417E1091

Aktueller Kurs

114,24 €

KGV* (2018)

13,2

Gewinn/Aktie (2018**)

8,67 €

Dividende (2018**)

2,43 €

Dividendenrendite (2018**)

2,1 %

*KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis; ** Prognose; Währungen umgerechnet in Euro; Stand: 1.3.2018

Investment-Beispiele Produkte:

Ampega GenderPlus Aktienfonds P (t)

ISIN

DE000A12BRD6

KAG*

Ampega Investment

Anlageschwerpunkt

Unternehmen, die besonders auf einen Anteil von Frauen in Führungspositionen achten und Bestandteil des German Gender Index sind

Aktueller Preis

104,09 €

Art

Aktienfonds, thesaurierend

TER**

1,60 %

Wertentwicklung (5 Jahre)***

61,3 %

*KAG: Kapitalanlagegesellschaft; **TER: Total Expense Ratio / Gesamtkosten; *** Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für künftige Kurssteigerungen; Stand: 1.3.2018


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