Inflation

Die Rückkehr der Inflation | 06.06.2018

Sei es an der Tankstelle, beim Bezahlen des Wochenendeinkaufs oder dem Blick auf die Stromrechnung - immer öfter spürt man: Die Preise steigen. Vor allem der Anstieg bei Rohöl, abzulesen beispielsweise an den Preisnotierungen für ein Barrel (ca. 159 Liter) der Nordseesorte Brent, tauchte zuletzt regelmäßig in der Berichterstattung zum Marktgeschehen auf. Rohöl dient als Ausgangsstoff für Kraftstoffe wie Diesel, Benzin oder Kerosin. Steigt der Preis für Rohöl, steigen tendenziell auch die Preise für die Kraftstoffe. Verbraucher bekommen steigende Preise unmittelbar zu spüren.

So wird die Inflation ermittelt

Von Inflation spricht man, wenn es in einer Marktwirtschaft zu einem allgemeinen Anstieg der Preise für Waren und Dienstleistungen über einen längerfristigen Zeitraum kommt. Die Entwicklung der Preise wird anhand eines Warenkorbs gemessen. Darin enthalten sind alle Waren und Dienstleistungen, die von den privaten Haushalten (Verbraucher) im Laufe eines Jahres erworben bzw. in Anspruch genommen werden. Man spricht daher auch von Verbraucherpreisen.

Zur Ermittlung der Verbraucherpreise im Euroraum erfasst das statistische Amt der Europäischen Union (eurostat) jeden Monat die Preise von durchschnittlich etwa 700 Waren und Dienstleistungen. Hierbei handelt es sich um Produkte des täglichen Lebens (Lebensmittel, Benzin u. a.), langlebige Gebrauchsgüter (Kleidung, Unterhaltungselektronik, Auto u. a.) und Dienstleistungen (Miete, Versicherungen, Friseur u. a.). Den Preisen von Produkten bzw. Dienstleistungen, für welche die Verbraucher mehr Geld ausgeben, wird dabei ein höheres Gewicht beigemessen. Beispiele hierfür sind etwa Benzin, Strom und Miete. Die Veränderung des Preises des gesamten Warenkorbs in einem Monat im Vergleich zum Preis im selben Monat des Vorjahres ergibt die jährliche Inflationsrate.

Anleger sollten auf die Realverzinsung achten

Die vordergründige Aufgabe der Europäischen Zentralbank besteht darin, für eine stabile Entwicklung der Verbraucherpreise im Euroraum zu sorgen. Eine solche Preisstabilität sieht die EZB bei einer jährlichen Inflationsrate von unter, aber nahe 2,0 % als gewährleistet an.
 
In Zeiten, in denen klassische Sparanlagen eine Verzinsung von deutlich weniger als 1,0 % abwerfen, droht Anlegern bei der Wahl solcher Anlageformen jedoch eine negative Realverzinsung. Die Realverzinsung ergibt sich aus der erwarteten Rendite einer Anlage in einem bestimmten Zeitraum abzüglich der erwarteten Inflationsrate in diesem Zeitraum. Ein Investment, das jährlich mit 1,0 % verzinst wird, würde bei einer jährlichen Inflationsrate von 2,0 % real pro Jahr 1,0 % an Wert (Kaufkraft) verlieren. Um den Wert des Investments zu erhalten, muss somit eine Rendite erwirtschaftet werden, die über der jährlichen Inflationsrate liegt.

Anleger sollten die Inflation daher in ihren Investitionsentscheidungen berücksichtigen und auch Alternativen zu klassischen Sparformen in Betracht ziehen. Durch die Berücksichtigung verschiedener Anlageklassen (z. B. Geldmarkt, Anleihen von Staaten und/oder Unternehmen, Aktien) lassen sich Risiken verteilen und Kursverluste einer Anlageklasse möglicherweise durch Kursgewinne einer anderen Anlageklasse reduzieren oder ausgleichen. Im Idealfall können die Renditechancen im Vergleich zu einem alleinigen Investment in klassische Sparformen deutlich erhöht werden.


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