Investieren mit Fonds

Darauf sollten Sie achten

Fonds sind ein beliebtes Instrument für den langfristigen Vermögensaufbau. Anleger sollten aber auf einige Besonderheiten achten, um den Fonds zu finden, der am besten zu den persönlichen Zielen passt.

Die Fondsbranche kann auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr 2016 zurückblicken. Dem Bundesverband Investment und Asset Management zufolge waren bei Publikumsfonds, die allen Anlegern offen stehen und deren Anteile nicht begrenzt sind, vor allem Mischfonds gefragt. Sie verzeichneten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres einen Netto-Mittelzufluss von 4,6 Milliarden Euro. Dabei machten Mischfonds, die verstärkt in Anleihen und nur zu einem geringeren Teil in Aktien investieren, 54 % des Neugeschäfts aus. Ebenfalls stark gefragt waren offene Immobilienfonds, die einen Netto-Mittelzufluss von 4,4 Milliarden Euro verzeichneten. Eine Entwicklung, die das gestiegene Sicherheitsbedürfnis der Anleger widerspiegelt – wenig verwunderlich nach den teils kräftigen Kursverlusten an den Aktienmärkten zu Jahresbeginn.

Erträge ausgeben oder wieder investieren?

Die Möglichkeit, entsprechend der persönlichen Renditeerwartungen und Risikobereitschaft breit gestreut am Kapitalmarkt zu investieren, ist ein maßgeblicher Grund dafür, dass Anleger dem Anlageprodukt Fonds auch in schwierigen Zeiten treu bleiben. Neben der Frage, in welchen Fondstyp (Aktienfonds, Mischfonds, Immobilienfonds) man investieren möchte, bietet die Art, wie ein Fonds mit seinen Erträgen umgeht, eine weitere Möglichkeit, das Investment auf die eigenen Bedürfnisse abzustimmen.

Fonds verfolgen nicht nur das Ziel durch Kursgewinne der jeweiligen Anlagen einen Wertzuwachs des Fondsvermögens zu erreichen. Sie erwirtschaften zudem ordentliche und außerordentliche Erträge. Ordentliche Erträge fließen dem Fonds z. B. in Form von Zinsen, Dividenden und Mieten zu, je nachdem wo der Fonds investiert. Zu den außerordentlichen Erträgen zählen z. B. Gewinne aus der Veräußerung einer Immobilie. Hinsichtlich des Umgangs mit diesen Erträgen unterscheidet man zwischen thesaurierenden und ausschüttenden Fonds.

Thesaurierende Fonds legen die Erträge wieder an, das heißt, sie investieren das Kapital wieder. Dadurch steigt in der Regel der Wert des Fondsvermögens. Diese Variante eignet sich für Anleger, die Kapital für längere Zeit investieren können und in diesem Zeitraum keine Einnahmen aus dem Investment benötigen. Der Vorteil einer Thesaurierung: Die Erträge werden automatisch wieder angelegt und haben damit die Chance, ebenfalls Rendite zu erzielen.

Im Unterschied zu thesaurierenden Fonds zahlen ausschüttende Fonds die Erträge an ihre Anleger aus. Der Preis eines Fondanteils vermindert sich am Tag der Ausschüttung um den entsprechenden Betrag. Wie oft und in welchem Umfang die Erträge ausgeschüttet werden, wird in den jeweiligen Fondsvertragsbedingungen geregelt. Ausschüttende Fonds eignen sich für Anleger, die an zwischenzeitlichen Zahlungen interessiert sind – sei es, um sich den einen oder anderen kleinen Luxus zwischendurch zu gönnen oder die anfallenden Erträge in Eigenregie anzulegen, z. B. um das Risiko im Depot noch breiter zu verteilen.

Glatter Schlussstrich oder Trennung auf Raten?

Jede Beziehung, möge sie auch noch so schön sein, endet eines Tages. Das gilt auch für die Beziehung eines Anlegers zu seinem Fondsinvestment. Wird das Kapital für andere Zwecke benötigt, z. B. für eine größere Anschaffung, müssen die Fondsanteile verkauft werden. Der Wert eines Anteils hängt grundsätzlich vom Wert des gesamten Fondsvermögens ab.

Der Wert des Fondsvermögens wird börsentäglich von der Kapitalanlagegesellschaft berechnet und ergibt sich aus der Summe aller Vermögenswerte (Aktien, Anleihen, Immobilien oder Bankguthaben) abzüglich aller Verbindlichkeiten des Fonds. Man spricht in diesem Zusammenhang vom Nettoinventarwert (Net Asset Value).Finden sich im Fondsvermögen Wertpapiere, die nicht zum Handel an der Börse zugelassen sind oder Immobilien, wird anstelle des aktuellen Kurses ein angemessener Verkehrswert zugrunde gelegt. Um den Wert eines Anteilsscheins zu erhalten, dividiert man anschließend das Fondsvermögen durch die Anzahl der ausgegebenen Anteilsscheine.

Der so ermittelte Wert entspricht dem offiziellen Rücknahmepreis, zu dem Anleger ihre Anteilsscheine an die Kapitalanlagegesellschaft zurückgeben können. Trotz der aktiven Verwaltung durch einen Fondsmanager unterliegt die Entwicklung des Fonds bzw. der im Fonds enthaltenen Wertpapiere dem Einfluss von marktüblichen Kursschwankungen, was zu Verlusten führen kann. Zudem mindert die für die aktive Verwaltung anfallende Managementgebühr die Rendite des Fonds. In turbulenten Börsenphasen, wenn zahlreiche Anleger ihre Fondsanteile verkaufen wollen, kann es darüber hinaus zu Liquiditätsengpässen in der Abwicklung der Aufträge kommen.

Alternativ ist bei vielen Fonds auch ein Verkauf über die Börse möglich. Dabei bildet der von der Kapitalanlagegesellschaft berechnete Rücknahmepreis die Grundlage. Zusätzlich nehmen aber auch Angebot und Nachfrage Einfluss. Daher kann der Preis eines Fondsanteils an der Börse vom offiziellen Rücknahmepreis der Kapitalanlagegesellschaft abweichen.

Soll mit dem Verkaufserlös der wohlverdiente Ruhestand finanziert werden, bilden Auszahlpläne eine mögliche Alternative zum sofortigen Verkauf aller Fondsanteile. Insbesondere dann, wenn man mit der bisherigen Wertentwicklung zufrieden war und davon ausgeht, dass das Fondsmanagement auch weiterhin gute Arbeit leistet. Mit einem Auszahlplan wird das investierte Kapital in Raten ausgezahlt. Höhe und Zeitpunkt der Raten können flexibel festgelegt und der persönlichen Situation angepasst werden. So lässt sich mit den Erlösen eine mögliche Lücke in der Altersversorgung schließen oder die längst geplante Weltreise bezahlen.


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