IT-Security: Kampf gegen Cyber-Schädlinge

Computer-Sicherheit wird ein immer wichtigeres Thema. Ein Markt mit interessanten Wachstumsperspektiven | 10.07.2017

BÖRSE ONLINE

Eine Analyse von BÖRSE ONLINE,
Martin Hintze | Werbemitteilung

Eigentlich klingt es ja prima: Jugendliche haben Spaß an ihnen, Regierungen setzen sie ein, „Unternehmer“ nutzen sie … Allerdings geht es um Cyber-Angriffe, die mittlerweile fast rund um den Globus immer wieder gestartet werden – als digitale Muskelspielchen, für Späh-Attacken und um Geld zu erpressen. Gerade hat die Netz-Mafia wieder gezeigt, wozu sie imstande ist, als der Virus WannaCry von Rechner zu Rechner hüpfte und immer mehr Computer lahmlegte. „Das Perfide ist, dass die Angreifer hier mit wenig Einsatz maximale Wucht erreichen“, erklärt Christian Rossow, Informatik-Professor an der Universität des Saarlandes und Spezialist für IT-Sicherheit.

Tatsächlich blockierte WannaCry weltweit rund 230.000 Computer. In vielen deutschen Bahnhöfen funktionierten die Anzeigetafeln nicht mehr, in Russland konnten 1000 Mitarbeiter des Innenministeriums nicht arbeiten und die Sicherheitsbehörde Europol sprach von einem „noch nie dagewesenen Ereignis“. Mikko Hyppönen, Chef der Sicherheitsfirma F-Secure, bezeichnete die Attacke als „größten Ransomware-Angriff in der Geschichte“. Wobei Ransomware für digitale Schädlinge steht, mit der Daten auf der befallenen Festplatte verschlüsselt und quasi in Geiselhaft genommen werden.

Riesiges Marktwachstum

Was die Betroffenen nervte, war für eine kleine, aber feine Branche ein Glücksfall. Die Aktien der Gesellschaften aus dem Sektor „IT-Security“ legten durch die Bank zu. Kein Wunder, denn – medial begleitete – Angriffe auf die globale Computersicherheit machen Privatleuten und Unternehmen deutlich, dass auch ihre PCs potenzielle Ziele sind. Daher wächst das Bedürfnis nach Schutz. Der Report „Cyber Security Market“ geht von einem Zuwachs des Marktvolumens in diesem Bereich innerhalb von fünf Jahren von den etwa 110 Milliarden Euro in 2016 auf knapp 182 Milliarden Euro aus. Das sind jährliche Steigerungsraten von 10,6 Prozent.

Auf diesem Niveau bewegt sich schon jetzt der Umsatzzuwachs der kalifornischen Barracuda Networks. Im Vergleich zum Vorjahr erwirtschaftete das Unternehmen 352,6 Millionen US-Dollar (gut 316 Millionen Euro) und damit zehn Prozent mehr. Barracuda-Chef William „BJ“ Jenkins lobte denn auch: „Unsere Performance hat zu Rekordgewinnen und dem höchsten freien Cash-flow in Höhe von 58,9 Millionen Dollar in unserer Unternehmensgeschichte geführt.“ Zugleich sind die Auftragsbücher gut gefüllt und lassen auf ein neues Rekordjahr hoffen. Dass die Amerikaner stark von WannaCry profitieren, zeigt sich schon beim Besuch der Homepage. Dort heißt es in riesigen Buchstaben: „Ransomware ist aktuell für Unternehmen die Cyberbedrohung Nummer eins – Barracuda bietet eine umfassende Lösung gegen Ransomware und gewährleistet, dass Sie nicht zum Opfer werden.“

Einfache Lösungen

Des Themas Domains und deren Schutz hat sich Verisign aus Virginia angenommen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat der Konzern, der sich in den vergangenen Jahren eine starke Position am Markt erarbeitet hat, einen Umsatz von 1,14 Milliarden Dollar (1,03 Milliarden Euro) erwirtschaftet und dabei ein Nachsteuerergebnis von 441 Millionen Dollar (396 Millionen Euro) erzielt. Zwar hat sich die Zunahme der registrierten .com- und .net-Domains zuletzt deutlich verlangsamt. Aber: Nach einem Rückgang sieht es aktuell nicht aus. Das sichert Verisign auf absehbare Zeit regelmäßige Einnahmen.

Die Sophos Group versucht dagegen, bei ihren Kunden mit klarer, einfach zu bedienender IT-Sicherheits-Software zu punkten, denn: „Die Lösung für komplexe IT-Sicherheit kann nicht noch mehr Komplexität sein.“ Das sehen einige Konzerne ebenso und setzen auf die Produkte der Briten, darunter Ford, Avis, Xerox und Toshiba. Begonnen hat Sophos als Spezialist für Antivirenprogramme, mittlerweile bildet Netzwerksicherheit ein weiteres Standbein. Der Umsatz hat im abgelaufenen Geschäftsjahr um gut 28 Prozent auf knapp 407 Millionen Pfund (463 Millionen Euro) zugelegt. Das Ergebnis pro Aktie (nach Steuern) lag allerdings wiederum im roten Bereich. Die Zunahme der Cyber-Attacken könnte den Briten helfen, noch erfolgreicher zu werden.

Kritische Lücken?

Und dann ist da noch die Software-Größe Symantec (Norton). Zwar gab es zuletzt einige kritische Lücken, auf die Google-Experte Tavis Ormandy hinwies. Aber: Der nach eigenen Angaben „weltweite Marktführer für Cyber-Sicherheit“ hat diese Probleme umgehend gelöst. Interessant für Anleger ist der Wachstumskurs, den Firmenchef Greg Clark fährt: Er kauft junge, innovative Unternehmen, die eine hohe Entwicklungsdynamik versprechen. Der Umsatz hat mittlerweile die Marke von vier Milliarden Dollar überschritten. Und auch, wenn das letzte Geschäftsjahr nicht allzu erfolgreich verlaufen ist – für die Zukunft hat Clark mit Symantec noch Einiges vor.

Und die Herausforderung nimmt nicht ab. Im Gegenteil: Laut World Economic Forum gehören Cyber-Angriffe zu den fünf Risiken mit der höchsten Eintrittswahrscheinlichkeit. Für Anleger öffnen sich durch den Kampf gegen die Cyber-Kriminalität attraktive Chancen. Und wer nicht auf eine Einzelaktie setzen mag, der kann stattdessen das Zertifikat Solactive Cyber Security (ISIN DE000VS5ZCS6) von Vontobel oder einen Indexfonds von ETF Securities mit der Bezeichnung ISE Cyber Security (ISIN DE000A14ZT85) in Betracht ziehen. Und zusätzlich lohnt es sich, zunächst alle Sicherheits-Updates auf den Rechner zu spielen.

Investment-Beispiele:

Barracuda Networks

ISIN

US0683231049

Aktueller Kurs

20,90 €

KGV* (2017)

31,1

Gewinn/Aktie (2017**)

0,17 €

Dividende (2017**)

0,00 €

Dividendenrendite (2017**)

0,0 %

Verisign

ISIN

US92343E1029

Aktueller Kurs

81,34 €

KGV* (2017)

23,9

Gewinn/Aktie (2017**)

3,62 €

Dividende (2017**)

0,00 €

Dividendenrendite (2017**)

0,0 %

Sophos Group

ISIN

GB00BYZFZ918

Aktueller Kurs

5,07 €

KGV* (2017)

V***

Gewinn/Aktie (2017**)

V***

Dividende (2017**)

0,04 €

Dividendenrendite (2017**)

0,9 %

Symantec

ISIN

US8715031089

Aktueller Kurs

24,81 €

KGV* (2017)

14,2

Gewinn/Aktie (2017**)

1,84 €

Dividende (2017**)

0,28 €

Dividendenrendite (2017**)

1,1 %

*KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis; ** Prognose; Währungen umgerechnet in Euro; *** V:Verlust; Stand: 10.07.2017


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