Neues Jahr, neues Glück – Gute Anlagevorsätze für 2017

Alle Jahre wieder fasst man sich zum Jahreswechsel gute Vorsätze, mit denen man im neuen Jahr etwas verbessern möchte. Sei es mehr auf die eigene Gesundheit zu achten oder mehr Zeit für Familie und Freunde zu haben. Verbesserungspotenzial bietet oftmals auch die Geldanlage, insbesondere, wenn man ein paar einfache Tipps berücksichtigt, wie sich typische Anlegerfehler vermeiden lassen.

Emotionen gehören zum Menschsein dazu. Sie sind Teil der Persönlichkeit und prägen oftmals unser Handeln. Und doch sollte jeder Investor versuchen, seine Gefühle bei der Geldanlage zu kontrollieren. Um Gefühle besser in den Griff zu bekommen, ist es hilfreich zu wissen, wo die eigenen Schwächen liegen. So haben Anleger, die häufig spontan, sozusagen aus dem Bauch heraus entscheiden (Bauchmensch) aufgrund Ihrer Bereitschaft jederzeit zu handeln, ein gewisses Kontrollempfinden. Dies kann jedoch leicht zum Überschätzen der eigenen Möglichkeiten führen. Demgegenüber laufen harmoniebedürftige Menschen, die gern mit dem Herzen bei der Sache sind (Herzmensch), Gefahr, sich in eine Position zu verlieben. Das Auf und Ab der Kurse kann dann schnell Emotionen wie Angst oder Gier freisetzen, die zu irrationalen Entscheidungen führen. Der sogenannte Kopfmensch strebt stets ein rationales Vorgehen an. Aber auch eine gründliche Recherche im Vorfeld kann dazu führen, dass man zu stark auf eine einmal gebildete Meinung vertraut und im Zweifel zu lange an einer Position festhält.

Das Wissen um die psychologischen Fallstricke bei der Geldanlage kann dabei helfen, eben diese zu vermeiden. Insbesondere, wenn man ein paar einfache Regeln beherzigt:

  • Legen Sie ihre Ziele fest

Welches Ziel verfolgen Sie mit ihrer Geldanlage? Ist es eher kurzfristig oder langfristig? Wieviel Risiko möchten Sie eingehen? Diese Fragen sollten sie sich zuerst stellen um im Vorfeld ihre persönliche Renditeerwartung und Risikobereitschaft festzulegen. Wer keine größeren Wertschwankungen in Kauf nehmen will, sollte sich auf vergleichsweise sichere Anlageklassen konzentrieren. Dazu können z. B. das Tagesgeld und verzinsliche Wertpapiere wie Anleihen von Staaten bzw. Unternehmen mit einer hohen Kreditwürdigkeit oder Immobilien zählen. Große Renditezuwächse sind damit nicht unbedingt zu erwarten, das Augenmerk liegt hier vielmehr auf dem Werterhalt.

Wer dagegen einen Zuwachs seines Vermögens anstrebt und auch bereit ist, dafür höhere Kursschwankungen oder eventuelle Verluste in Kauf zu nehmen, kann in Anlagen investieren, die die Chance auf eine höhere Rendite bieten. Dazu können z. B. Aktien oder Investmentfonds bzw. ETFs, die in Aktien investieren, zählen. Wie sich dem alljährlich veröffentlichten DAX-Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts entnehmen lässt, stieg bei einem Investment in den Deutschen Aktienindex in den vergangenen 50 Jahren mit zunehmendem Anlagehorizont auch die Wahrscheinlichkeit auf eine positive Wertentwicklung. Ab einem Anlagezeitraum von 15 Jahren weist die Statistik durchweg positive Renditen auf. Gleichwohl stellen historische Wertentwicklungen allein natürlich keinen zuverlässigen Indikator für eine künftige Wertentwicklung dar.

  • Bilden Sie sich eine eigene Meinung

Bevor Sie eine Entscheidung treffen, sollten Sie sich anhand fundierter Fakten eine eigene Meinung zu dem Investment bilden. So reduzieren sie die Gefahr, sich bei der Geldanlage von allgemeiner Euphorie oder kollektivem Pessimismus anstecken zu lassen und dem Herdentrieb zu erliegen. Wenn Sie Zweifel an einer Investmentmöglichkeit haben, lassen Sie die Finger davon. Es gibt immer eine Alternative.

  • Überschätzen Sie sich nicht

Sich eine eigene Meinung zu einem Investment zu bilden ist wichtig. Allerdings sollten Sie diese regelmäßig überprüfen und schauen, ob die für die Entscheidung relevanten Fakten weiterhin Bestand haben. Auf diese Weise lässt sich der Überschätzung der eigenen Fähigkeiten und einer möglichen Kontrollillusion („Ich habe Recht“) vorbeugen.

  • Begrenzen Sie Verluste

Menschen haben Gefühle. Doch diese sind bei der Geldanlage nicht immer förderlich. Gut geplante Positionsgrößen und ein klar definiertes Risiko wirken einem möglichen Kontrollverlust entgegen. Angst und Gier lassen sich zudem durch die Verwendung von Stoppkursen zügeln. Denn durch die automatische Verlustbegrenzung entgeht man der Versuchung, Verluste einfach auszusitzen. Dem vorschnellen Ausstieg aus einem Investment lässt sich mit einem nachlaufenden Stop Loss (Trailing Stop) begegnen. So eingesetzt helfen Stoppkurse bei der Umsetzung der goldenen Anlageregel: „Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen.“

  • Verteilen Sie die Risiken

Auch wer grundsätzlich bereit ist, ein höheres Risiko in Kauf zu nehmen, sollte dennoch darauf achten, dieses – soweit es geht – im Zaum zu halten. Neben dem Einsatz von Stoppkursen sollte man bei Investitionen immer über den Tellerrand schauen. So wird das Risiko besser verteilt, wenn man sich nicht allein auf den Heimatmarkt fokussiert, sondern z. B. mehrere Aktien aus verschiedenen Branchen und unterschiedlichen Ländern im Depot berücksichtigt. Umsetzen lässt sich dies ganz einfach mit Investmentfonds oder ETFs. Finden sich im Depot zudem verschiedene Anlageformen wie z. B. Aktien, Anleihen oder Rohstoffe wieder, erhöht das die Chance, dass die schwächere Entwicklung einer Anlageklasse durch die Entwicklung der anderen Anlageklassen gemildert oder kompensiert wird.

Die Kenntnis typischer, psychologisch begründeter Fehler bei der Geldanlage ist ein erster Schritt, um diese zu vermeiden. Wichtiger ist jedoch die daraus zu ziehenden Schlussfolgerungen zu verinnerlichen und Investments stets aufs Neue diszipliniert und der eigenen Risikobereitschaft entsprechend anzugehen.


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