Rohstoffe als Depotbeimischung

Auf diese Feinheiten sollten Sie achten!

Waren Rohstoff-Investments früher ausschließlich den Profis vorbehalten, setzen seit Jahren auch Privatanleger auf diese Asset-Klasse. Das macht mit Blick auf die Risikostreuung durchaus Sinn, hat aber auch seine Tücken.

Argumente für Rohstoff-Investments lassen sich schnell finden. Allein schon zur Diversifikation des Portfolios eignen sich Rohstoffe als Beimischung, Gold dient seit jeher als Schutz vor weltweiten Krisen oder vor Inflation. Zudem werden viele Rohstoffe immer knapper, die Entwicklung neuer Minen immer schwieriger, teurer und aufwändiger. Auf der anderen Seite sorgt die stetig wachsende Weltbevölkerung für eine steigende Nachfrage nach Rohstoffen. Investments in Rohstoffe sind allerdings deutlich komplexer als viele Marktteilnehmer vermuten, weshalb Anleger einige Feinheiten beachten sollten.
 

Rohstoffe haben kein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Rohstoffe lassen sich grob in die vier Kategorien Edelmetalle, Industriemetalle, Energieträger und Agrarrohstoffe einteilen. Die wichtigsten Edelmetalle sind Gold, Silber, Palladium und Platin, bei den Industriemetallen stehen Kupfer, Eisenerz, Nickel oder Zink im Fokus, während sich bei den Energieträgern in erster Linie alles um Öl und Gas dreht. Bei den Agrarrohstoffen achten die Marktteilnehmer verstärkt auf die Preisentwicklungen bei Weizen, Kakao, Zucker oder Mais.

Anlagen in Rohstoffen können nur von Preisanstiegen profitieren, eine Dividende oder Zinsen werfen sie nicht ab. Auch die Bewertung des momentan gehandelten Preises ist vergleichsweise schwer, weisen Rohstoffe doch weder Umsätze noch Gewinne aus. Die Preisentwicklung bei Rohstoffen basiert praktisch ausschließlich auf Angebot und Nachfrage.

Kurzfristige Schwankungen einkalkulieren

Auch wenn sich viele Rohstoffe öfter in längerfristigen Trends bewegen, können kurzfristig zahlreiche Faktoren auf die Angebots-/Nachfragesituation und damit auf die Preisgestaltung einwirken. So reagiert Gold traditionell stark auf politische Entwicklungen und Krisen im Finanzsystem, Exportverbote oder Streiks in den Minen sorgen bei Industriemetallen immer wieder für größere Kursschwankungen, Weltkonjunktur und Fördervereinbarungen der OPEC sind wichtige Faktoren für den Ölpreis und so manche Wetterkapriolen haben bereits für kräftig schwankende Preise bei Agrarrohstoffen gesorgt. Für Anleger außerhalb des Dollarraumes bleibt noch das Währungsrisiko, werden Rohstoffe doch in aller Regel in US-Dollar gehandelt.

Die passende Anlageform

Mit Blick auf die geeignete Anlageform haben Edelmetalle wie Gold und Silber den entscheidenden Vorteil, dass sie vergleichsweise einfach auch physisch als Barren oder Münzen zu erwerben sind, wenngleich auf den Investor anschließend das Problem der sicheren Lagerung zukommt. Doch kaum ein Anleger wird sich ein Bündel Weizen oder ein Fass Öl physisch nach Hause holen wollen, weshalb viele Rohstoffe bis vor wenigen Jahren fast ausschließlich von institutionellen Marktteilnehmern gehandelt wurden. Für Privatanleger, die nicht den Umweg von Aktieninvestments in Minenbetreiber oder Ölkonzerne gehen möchten, finden sich mittlerweile jedoch zahlreiche Möglichkeiten, um direkt in die verschiedenen Rohstoffarten zu investieren. So lässt sich mit Fonds, Zertifikaten oder auch über sogenannte ETCs (exchange traded commodities) auf die Entwicklung der meisten Rohstoffpreise spekulieren, wenngleich viele Emittenten aus ethischen Gründen auf Produkte im Agrarsektor verzichten.

Bei der Auswahl des gewünschten Zertifikats, Fonds oder ETCs sollten Anleger genau auf die jeweiligen Eigenschaften achten. So lassen sich mit manchen Produkten bspw. Währungsrisiken ausblenden, andere beziehen sich nicht auf den Spot-Preis (Preis zur Sofortlieferung des Rohstoffs), sondern auf einen bestimmten Kontrakt, der kleinsten handelbaren Einheit des Rohstoffs an den Terminbörsen, in der Zukunft. Je nach Laufzeit des Zertifikats kann sich der zugrunde liegende Kontrakt ändern. Unter dem Strich können Rohstoffinvestments langfristig eine interessante Beimischung für das Depot darstellen.
 


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